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Test Trinkwasser und stilles Mineralwasser Gesunder Durstlöscher und Keimschleuder

Wasser ist ein guter Durstlöscher im Sommer. Für einen Test von Leitungswasser und stillen Mineralwässern war Stiftung Warentest sogar undercover im Südwesten unterwegs.

Eine Frau lässt Wasser aus dem Wasserhahn in en Glas einlaufen.

Ein Tester hat bundesweit in 28 Rathäusern heimlich Wasserproben genommen (Symbolbild)

Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins, wird ausreichend kontrolliert und hat daher eine gute Qualität, heißt es immer. Doch stimmt das auch? Stiftung Warentest hat sich genau mit dieser Frage befasst. Untersucht wurden gleich zwei Sorten Wasser: Leitungswasser und stille Mineralwässer in Flaschen. Elke Klingenschmitt aus der SWR-Umweltredaktion hat sich den Test, der im neuen Warentest-Heft erscheint, angeschaut.

War das ein spannender Vergleich?

Ja, unbedingt. Es ist sinnvoll, unser Leitungswasser mit stillem Mineralwasser aus der Flasche zu vergleichen. Den Leitungswasser-Test finde ich sogar ausgesprochen originell: Dafür ist ein Tester undercover in der ganzen Bundesrepublik herumgereist und hat heimlich Wasserproben in 28 Rathäusern gezogen.

Die Wasserproben wurden an 28 Orten gezogen, darunter Gerolstein (Rheinland-Pfalz) sowie Stuttgart, Sersheim, Vaihingen/Enz und Bad Rippoldsau-Schapbach in Baden-Württemberg. 22 Orte des Tests sind auch Quellorte für stille Mineralwässer.

Das hört sich spannend an - ist denn auch etwas sensationell Neues dabei herausgekommen?

Alle untersuchten Leitungswasser waren absolut in Ordnung, was die hohen gesetzlichen Anforderungen der Trinkwasser-Verordnung angeht. Allerdings kann man an unserem Trinkwasser schon ablesen, was wir für einen Lebensstil führen: Es wurden Spuren von Arzneimittelrückständen gefunden, die uns nicht schaden. Außerdem fand man in allen Proben Nitrat, wenn auch unter dem erlaubten Grenzwert. Am meisten davon übrigens in einem Dorf in Niedersachsen, im schwäbischen Sersheim und in Stuttgart. Man sollte daraus lernen, dass Reste von Arzneimitteln in den Hausmüll und nicht in die Toilette gehören.

Was kam beim Test der stillen Mineralwässer heraus?

Mann trinkt aus einer Flasche Wasser

Drei stille Mineralwässer waren beim Test stark verkeimt, darunter eines aus Rheinland-Pfalz

Es wurden 30 Wässer getestet, teils in Glas- und teils in Plastikflaschen. Die in der Plastikflasche schmeckten teilweise nach Kunststoff. Schlechter als "befriedigend" hat keines der Wässer abgeschnitten. Allerdings wurden in einigen der Mineralwässer Abbauprodukte von Pestiziden gefunden, auch vom . Diese Abbauprodukte sind zwar nicht gesundheitsschädlich - man muss zwischen Glyphosat und seinem Abbauprodukt unterscheiden - aber sie sind ein Zeichen dafür, dass die Quellen der Mineralwässer nicht ausreichend gegen Verunreinigung geschützt sind.

Alarmierend finde ich, dass drei Mineralwässer sehr stark mit Keimen belastet sind. Darunter befindet sich das französische Wasser "Evian": Das wirbt sogar ausdrücklich damit, dass man Babynahrung damit zubereiten kann! Außerdem sind es die deutschen stillen Mineralwässer "Märkisch Kristall" aus Brandenburg und "Gerolsteiner Naturell" aus Rheinland-Pfalz. Für Babynahrung müssen diese Mineralwässer abgekocht werden, empfiehlt Stiftung Warentest. Da vermisse ich die Logik der Tester: Denn diese drei Flaschenwasser wurden auch mit der Note "gut" bewertet.


Das neue Heft der Stiftung Warentest mit den Ergebnissen zu Leitungswasser und stillem Mineralwasser in Flaschen erscheint am 29. Juli


Onlineredaktion: Biggi Hoffmann