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"Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts "Sonntags glotze ich immer mit"

"Jeansmädchen, französischer Typ, unbekanntes Gesicht": Das waren einige der Einstellungskriterien für Ulrike Folkerts, die 1989 als "Lena Odenthal" erstmals auf Verbrecherjagd ging. Knapp 25 Jahre später ermittelt sie noch immer - als dienstälteste Kommissarin in der 900. "Tatort"-Folge.

Ulrike Folkerts

Lena Odenthal alias Ulrike Folkerts in "Zirkuskind"

"Taxi nach Leipzig" hieß der erste "Tatort", der am 29. November 1970 erstmals im Ersten ausgestrahlt wurde. Walter Richter spielte den Kommissar Trimmel. "Zirkuskind" mit Ulrike Folkerts als Ermittlerin ist die 900. Folge. "Man darf gratulieren, Sie kriegen ja mit, was beim 'Tatort' gerade los ist", sagt die Schauspielerin im SWR-Gespräch. "Es kommen viele neue Teams hinzu, andere Kollegen verschwinden von der Bildfläche als Kommissare. Wir dürfen weitermachen, da bin ich schon recht glücklich drüber. Und habe auch einen gewissen Ansporn das weiter gut zu machen."

Tatort-Szene aus " Die Neue": Ulrike Folkerts mit Michael Mendl.

Ulrike Folkerts und Michael Mendl in "Die Neue".

Am 29. Oktober 1989 war Folkerts als "Die Neue" erstmals in ihrer Paraderolle als "Lena Odenthal", die in Ludwigshafen auf Verbrecherjagd geht, zu sehen. "An meinen ersten Auftritt als Lena Odenthal erinnere ich mich noch sehr gut, weil mich alles überfordert hat", sagt Folkerts. "Wir hatten damals noch über 30 Drehtage für einen 90minütigen Film - das war ja wunderbar - heute haben wir noch 24 Drehtage Zeit. Es muss schneller gehen und preiswerter sein."

Jubiläum für Odenthal und Kopper

Nach neun Tatort-Folgen erhielt Odenthal 1996 Verstärkung durch den Kommissar Mario Kopper, gespielt von Andreas Hoppe. "Zirkuskind" ist ein weiteres Jubiläum - die 50. Folge des Duos. "Wie in jedem Beruf, den man lange macht, kommen irgendwann Zweifel, kommen Phasen, in denen man denkt - ist das alles?", räumt Folkerts ein. "Was muss ich tun, damit es sich weiterentwickelt, auch für mich als Schauspielerin? Ist der "Tatort" eine Bremse, ist man durch die Figur festgelegt in der Branche? Oder schaffe ich es trotz meiner Lieblingsrolle andere Aufgaben zu bekommen? Das hat sich zum Glück entwickelt, dass ich auch andere Sachen spiele - Theater, Fernsehen und Kino."

Ulrike Folkerts als Tatort-Kommissarin Lena Odenthal und Andreas Hoppe als Assistent Mario Kopper

Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe

Zu der Rolle, die sie berühmt machte, kam die 1961 in Kassel geborene Folkerts über ein Casting. Der damalige Südwestfunk hatte schon 1978 mit Nicole Heesters als erster Sender eine "Tatort"-Kommissarin, von 1981 bis 1988 ermittelte dann Karin Anselm. "Sie hatte wohl keine Lust mehr", erinnert sich Folkerts. "So wurde die Rolle neu besetzt. Gefragt war ein Jeansmädchen, französischer Typ und möglichst ein unbekanntes Gesicht - und das war ich damals."

Millionen "Tatort"-Fans

Heute ist es mit der Anonymität vorbei - Millionen Menschen sitzen Sonntag für Sonntag pünktlich um 20.15 Uhr nach der "Tagesschau" vor dem Fernseher, um "Tatort" zu schauen. Ulrike Folkerts gehört auch dazu: "Es ist tatsächlich so, dass ich wie eine Art Magie verspüre, zur Originalzeit auch mitzuglotzen, als wäre das ganz, ganz wichtig. Inzwischen mache ich das mit Freunden und auch am Sonntag werden ein paar Leute zu mir kommen, und wir werden das gemeinsam mit einem Essen vorher ganz gemütlich gucken."