Eine Frau tankt in einer Tankstelle ihr Auto. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Nach Ende des Tankrabatts

Tanken in Deutschland besonders teuer

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Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft (Foto: SWR, SWR)
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Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion (Foto: SWR, SWR)

Mit dem Ende des Tankrabatts sind die Spritpreise erneut gestiegen. Tanken ist in Deutschland nun deutlich teurer als in den Nachbarländern, meldet das Statistische Bundesamt.

Durchschnittlich 2,07 Euro mussten Autofahrerinnen und Autofahrer zuletzt für den Liter Super E5 zahlen. Damit hat sich Superbenzin merklich verteuert, ist aber trotzdem noch günstiger als Ende Mai, vor der Einführung des Tankrabatts. Dafür hat der Dieselpreis deutlich angezogen: Er lag zuletzt mit 2,16 Euro mehr als zehn Cent über dem Niveau von Ende Mai. Die Preise hat das Statistische Bundesamt am vergangenen Montag abgefragt.

Deutschland sogar teurer als Dänemark

Zu den Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung bei Diesel und Benzin dürften die Lieferengpässe in Folge des Kriegs in der Ukraine und ausbleibende Dieselimporte aus Russland zählen. Im internationalen Vergleich sind die Spritpreise in den meisten anderen direkten EU-Nachbarstaaten günstiger als in Deutschland. So kostete ein Liter Super E5 am 05. September 2022 in Polen nur 1,38 Euro, in Luxemburg 1,61 Euro und in Frankreich 1,62 Euro. Lediglich in den Niederlanden und in Dänemark kosten Kraftstoffe ähnlich viel wie in Deutschland. Wobei Diesel selbst in Dänemark - dem Land mit den höchsten Diesel-Preisen - am Stichtag fast 10 Cent günstiger war als in Deutschland.

Im Ausland gelten teils noch Sonderregeln

Warum Tanken im Ausland günstiger ist als in Deutschland, können weder das Statistische Bundesamt noch das Bundeskartellamt schlüssig begründen. Ein Grund dürfte aber sein, dass in den unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Steuern auf den Preis draufgeschlagen werden und teilweise noch Sonderregeln gelten. Frankreich beispielsweise hat kürzlich seinen Tankrabatt verlängert und den staatlichen Zuschuss auf 30 Cent pro Liter erhöht. Polen hatte schon im Frühjahr die Mehrwertsteuer gesenkt, auch auf Sprit. Diese Steuersenkung sollte ursprünglich im Sommer auslaufen, nun kam aber der Beschluss, dass sie noch einmal verlängert wird.

Preisunterschiede auch innerhalb Deutschlands groß

Preisunterschiede gibt es jedoch nicht nur zwischen den Ländern, auch innerhalb Deutschlands schwanken die Preise stark: je nach Tageszeit und je nachdem, wo man tankt. Im Südwesten zahlen Autofahrer teils 25 bis 30 Cent mehr - unter anderem, weil das Niedrigwasser Schiffstransporte schwieriger gemacht hat - und Sprit damit knapper. Der Tankrabatt ist übrigens durchaus bei den Autofahrerinnen und Autofahrern angekommen. Das hat das Bundeskartellamt festgestellt und das wird einem jetzt, bei dem Sprung nach oben an der Tankstelle, auch noch einmal bewusst.

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