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Schläge, Vergewaltigung und sogar Mord - mehr als einmal pro Stunde wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner verletzt. Das steht einem Bericht, der heute von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) vorgestellt wurde.

Laut Zahlen des Bundeskriminalamts, wurden rund 114.000 Frauen in Deutschland 2018 Opfer von versuchten oder vollendeten Delikten - darunter Mord, Totschlag, Körperverletzung, Bedrohung, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung durch ihre Partner oder Ex-Partner. 122 Frauen wurden im vergangenen Jahr von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Insgesamt ist demnach jede dritte Frau mindestens einmal im Leben von Gewalt betroffen.

Bundesfamilienministerin Giffey nannte die Zahlen "alarmierend". Im ARD-Morgenmagazin sagte sie: "Jeden Tag findet ein Versuch statt, jeden dritten Tag wird der Versuch vollendet."

Mehr Geld für Frauenhäuser

SPD-Fraktionsvize Katja Mast hatte am Wochenende mitgeteilt, dass 35 Millionen Euro pro Jahr vom Bund in den kommenden vier Jahren vorgesehen seien, um mehr Frauen Zugang zu Hilfseinrichtungen zu ermöglichen. Das Geld sei unter anderem für den Ausbau von Frauenhäusern gedacht.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, verwies auf Gewalt gegen Frauen weltweit: "Jeden Tag, in allen Teilen der Welt werden Frauen und Mädchen misshandelt, verstümmelt oder ermordet - weil sie Frauen sind," erklärte Kofler. Jährlich würden 50.000 Frauen und Mädchen von ihren Partnern oder der eigenen Familie ermordet.

Nach der sogenannten Istanbul-Konvention von 2017 sollte Deutschland rund 20.000 Plätze in Frauenhäusern zur Verfügung stellen. Nur knapp 7.000 stehen momentan bereit.

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