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Tag des deutschen Bieres Bier erlebt eine echte Renaissance

Jahr für Jahr ging in der Vergangenheit der Absatz der Brauereien immer weiter nach unten. Doch die Stimmung dreht sich zur Freude der Brauer wieder: Neue Sorten kurbeln den Bier-Konsum wieder an.

Biersorten

Die Vielfalt deutscher Biere wächst und wächst

Dominik Bartoschek, SWR Umwelt und Ernährung

Für die Bierbranche war der "Tag des Bieres" seit Jahren der Tag, um die sinkende Bierlust der Deutschen zu beklagen. Denn statistisch gesehen trinken die Bundesbürger heute ein Drittel weniger Bier als noch in den 1970er Jahren. Seither ging also der Absatz der Brauereien jedes Jahr unaufhörlich weiter nach unten.

Doch zum diesjährigen "Tag des Bieres" hat sich die Stimmung in der Branche deutlich gedreht: Denn viele Brauereien machen wieder gute Geschäfte, und in der Branche heißt es, Bier erlebe derzeit eine echte Renaissance.

2014 war ein gutes Jahr für deutsche Brauer - das hat vor allem einen Grund:

Fanmeile WM

Fußball-WM 2014 sorgte für Bier-Umsatz

Denn in den Jahren mit Fußball-Weltmeisterschaft steigt der Bierkonsum der Deutschen traditionell stark an. So trank der statistische Durchschnitts-Deutsche im vergangenen Jahr 107 Liter Bier - so viel wie seit vielen Jahren nicht mehr. Doch die Brauer glauben, dass die Bierlaune der Deutschen - von der WM 2014 einmal abgesehen - generell wieder größer geworden ist.

Mehr Bier-Sorten, mehr Umsatz

Warum der Bierkonsum wieder ansteigt, das zeigt ein Blick in den Getränkemarkt oder die Großstadt-Kneipe - dort wird die Zahl der Bier-Marken und -Sorten immer größer. Als Erfolgsrezept dafür gelten: Regionalität, Experimentierfreude und Nischen-Denken.

So stehen statt dem Einheits-Pils immer öfter Weizen, Helles, Lager oder Weißbier in den Regalen. Dazu kommen Fest-Biere, Saison-Biere und Bio-Biere. Die hippen Großstädter lassen sich immer öfter Craft-Beer schmecken - handwerklich produziertes Bier in ausgefallenen und exotischen Geschmacksrichtungen, oft aus der Hinterhof-Brauerei um die Ecke.

Kleine Brauereien werden mehr, große Produzenten machen zu

Bierflaschen in einer Abfüllanlage.

Biertrinker ändern ihre Vorlieben

Dank dieses Bier-Booms wuchs die Zahl der Braustätten in Baden-Württemberg in den vergangenen zehn Jahren von 178 auf 189 an - ein Zuwachs von knapp sechs Prozent. Genauso hoch war auch der Anstieg bei der bundesweiten Zahl der Braustätten: Deutschlandweit wuchs die Zahl der Braustätten in den vergangen zehn Jahren auf 1352 an, um sechs Prozent.

Getragen wird dieser Aufschwung vor allem von den Klein- und Kleinst-Brauereien, deren Zahl stetig wächst, während die Zahl der großen Bierproduzenten nach unten geht.

Mehr Klasse statt Masse - aber die Gesamtmenge bleibt gleich

Bierkrüge

Frisch gezapft - das schmeckt!

Folge für die Biertrinker: Mehr Klasse statt Masse, mehr Individualität statt Einheitsbräu. Schon heute hält der deutsche Biermarkt knapp 5000 Biermarken bereit, und fast täglich kommen neue hinzu.

Ob das auch für die Hersteller dauerhaft ein Grund zum Anstoßen ist, muss sich erst noch zeigen. Denn bisher sorgt der Bierboom vor allem dafür, dass sich der Konsum der Biertrinker einfach nur auf mehr Hersteller verteilt. Für die Branche entscheidend ist aber, dass - neben der Vielfalt - auch der Gesamt-Bier-Konsum der Deutschen wieder nach oben geht. Auch und vor allem in Jahren wie diesem - ganz ohne Fußball-Großereignis.

So viele Biere...

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Tag des Bieres

Na denn Prost!

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Nur Hopfen und Malz - das war einmal...

Nur Hopfen und Malz - das war einmal...

Ganz schön viel Auswahl! Ein paar hundert verschiedene Biere und Sorten kommen alleine aus Deutschland

Ursprünglich mal aus Belgien, gibt es nun auch Deutsche Brauereien, die Kirsch-Bier anbieten.

Wohl bekomm´s! Die Klosterbrauerei Neuzelle aus Brandenburg stellt Kartoffelbier her - eine Melange aus Pils und Kartoffelsaft.

Das Bier der Marke "BeerLao" ist eine Mischung aus Reis und deutscher Braukunst und gilt als eines der besten Biere in Südostasien.

Kein Scherz! - Das Hundebier gibt´s tatsächlich. Die Sorte "Schwanzwedler" ist aber nicht für Menschen gemacht, sie besteht aus Rindfleischextrakt.

Bier-Schokolade gab´s ja schon, nun folgt das Schokoladen-Bier - Zielgruppe: weibliche Biertrinker...

Der Hopfen für das edle Champagnerbier "Sylter Hopfen" wird tatsächlich auf der Nordseeinsel angebaut.

Auf Feinschmecker-Schokoladen und kultige Kaffevarianten folgt nun das Gourmet-Bier. Deutschlands größte Brauereigruppe versucht sich an Aromabier als Feinschmeckergetränk.

Regionale Bierspezialitäten wie Kölsch, Alt, Berliner Weiße oder Weißbier sind auch bundesweit auf dem Vormarsch.

Die Billigbier-Marke Oettinger ist beim Pils – gemessen am Absatz in Hektolitern – das beliebteste Bier der Deutschen. Die Brauerei Oettinger setzte etwa im Jahr 2009 rund 6,6 Millionen Hektoliter Bier ab.

Online: Heidi Keller, Christine Härrer