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Am 2. Februar ist der Welttag der Feuchtgebiete. Auch wenn sie von den meisten Menschen kaum beachtet werden, sind sie für Biodiversität und Artenvielfalt enorm wichtig.

Feuchtgebiete sind Areale, die am Übergang von einem trockenen zu einem feuchten Ökosystem liegen, also etwa Flussauen, Feuchtwiesen, ein Moor oder auch ein Ried. Gebiete, die viel Wasser speichern und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.

40 Prozent aller Arten auf der Erde leben in Feuchtgebieten. Außerdem speichern diese sehr viel Wasser und sind deshalb unverzichtbar.

33 geschützte Feuchtgebiete in Deutschland

In Deutschland gibt es 33 geschützte Feuchtgebiete, dazu gehören etwa die Rheinauen zwischen Eltville und Bingen oder auch das Wollmatinger Ried im Bodensee. Und weil sich Feuchtgebiete nun einmal nicht für Grenzen interessieren, erstreckt sich der Naturpark Hohes Venn gleich über zwei Länder - der eine Teil liegt in der Eifel und der andere in Belgien.

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Das Hohe Venn ist ein Moor, und die sind besonders wichtig. Denn Torfmoos ist in der Lage, das Zehnfache seines Eigengewichtes an Wasser zu speichern. Das macht das Gebiet interessant für viele Moorpflanzen und die wiederum bieten Lebensraum für spezialisierte Käfer und Schmetterlinge, deren Raupen sowie etliche Spinnenarten und: Nur an wenigen Orten gibt es im Sommer so viele schillernde Libellen wie im Hohen Venn.

Hohe CO2-Bindung in Torfgebieten

Aber Torfgebiete sind auch deshalb so wichtig, weil sie große Mengen CO2 speichern - mehr als jedes andere Ökosystem auf der Erde. Obwohl sie nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, binden sie in ihren Torfschichten doppelt so viel Kohlenstoff wie die Wälder, die aber deutlich mehr Platz in Anspruch nehmen.

Was das bedeutet, wurde im vergangenen Jahr deutlich, als das Moor auf dem Bundeswehrgelände im niedersächsischen Meppen wochenlang brannte. Nach Schätzungen des NABU wurden dabei 500.000 Tonnen CO2 freigesetzt, so viel wie die Bewohner einer mittelgroßen Stadt wie Baden-Baden oder Neuwied im ganzen Jahr freisetzen.

Wichtiger Schutz der Moore

Außerdem kamen bei dem Brand jede Mengen Insekten und Reptilien ums Leben. Solche Ereignisse zeigen sehr deutlich, warum der Schutz der Moore so wichtig ist. Zudem werden auch durch den normalen Torfabbau für unsere Gärten große Mengen CO2 freigesetzt.

Obwohl die Feuchtgebiete so wichtig sind und sich in der Ramsar-Konvention schon 1971 157 Länder dazu verpflichtet haben, sie zu schützen, werden sie immer weniger. In den letzten rund 40 Jahren sind nach Angaben des WWF rund ein Drittel weltweit verloren gegangen, Tendenz steigend.

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