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Das Aussterben der Dinosaurier sollen sie verursacht haben. Aber auch 66 Millionen Jahre später stellen Asteroiden nach Ansicht von Wissenschaftlern eine Gefahr dar. Darauf will der Internationale Asteroidentag aufmerksam machen.

Es war ein Beinahe-Volltreffer im Jahr 2013. Ein Asteroid zerbrach in einer mächtigen Explosion über dem Umland der Stadt Tscheljabinsk im russischen Ural. Splitter von zerplatzenden Fensterscheiben und umherfliegende Trümmer verletzten über 1.500 Einwohner. Ein Volltreffer hätte mit Sicherheit viele Todesopfer gefordert.

Gefahr droht auch in Deutschland

Solch ein Ereignis kann auch am Himmel über Stuttgart oder Mainz geschehen. Denn das Problem ist: Asteroide sind tiefdunkle Himmelskörper, die sich kaum vom Hintergrund des ebenfalls schwarzen Weltalls abheben. Wenn ein solcher Brocken dann auch noch aus Richtung der Sonne angeflogen kommt, überstrahlt ihn das helle Sonnenlicht. Für die geblendeten Beobachter auf der Erde kommt er dann völlig überraschend um die Ecke gebogen.

Glücklicherweise werden die technischen Möglichkeiten, Asteroide rechtzeitig entdecken zu können, immer besser. Und Ingenieure denken über Abwehrmöglichkeiten nach. Durch Beschuss sprengen, beispielsweise. Doch: Beim Sprengen zerfällt der Asteroid zwar, aber es können große Bruchstücke auf gefährlichem Kurs verbleiben.

Statt abzuschießen, besser aus der Bahn

Besser ist es deshalb, den Asteroiden durch einen Treffer lediglich aus seiner Bahn zu schubsen. Das zu testen ist Ziel eines gemeinsamen Raumfahrtprojekts von Amerikanern und Europäern. Eine Nasa-Sonde wird sich 2022 in einen kleinen Asteroiden rammen und eine Esa-Sonde wird später nachschauen, ob sich der Asteroid durch den Beschuss tatsächlich aus seiner Bahn bewegt hat.

Voll mit Rohstoffen

Für Unternehmen aus der Rohstoffbranche sind Asteroide dagegen alles andere als Bösewichte aus dem All. Sie sehen in ihnen vollgestopfte Rohstofflager. Platin, Palladium, Iridium und dergleichen teure Metalle sind in ihnen enthalten. Doch obwohl sich mehrere Staaten bereits Regelungen für den Asteroidenbergbau in ihre Gesetzbücher geschrieben haben – konkrete Vorhaben gibt es derzeit keine und es sind auch keine absehbar.

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