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Über Depressionen sprechen? Das ist bis heute ein Tabu. Dabei ist laut Depressionsbarometer der Deutschen Depressionshilfe jeder fünfte Bürger betroffen. Ein Erfahrungsbericht.

Dauernde Grübeleien, Niedergeschlagenheit und immer gedämpfte Stimmung kennt auch Uwe Hauck. Doch er hielt sich jahrelang einfach für nachdenklicher als seine Mitmenschen. Auf die Idee, dass er depressiv sein könnte, ist er nicht gekommen. "Menschen mit Depressionen - das waren für mich Menschen mit ganz schlimmen Tiefs, aber eben auch mit Hochs. Das hatte ich nicht, meine Stimmung war immer gleich gedämpft."

Dauer

Therapie ist wichtig

Doch die Anzeichen für eine Krise mehrten sich: ein Burnout und immer häufiger Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Hauck versuchte 2015, sich das Leben zu nehmen. Es folgte ein Aufenthalt in der Psychiatrie. Erst in der anschließenden Therapie hat er verstanden, wie schlecht es ihm tatsächlich jahrelang ging.

"Aus der Klapse" twittern

Dort hat er Strategien erlernt, wie er mit seinen düsteren Gedanken und Ängsten umgehen kann. Er twittert unter dem Hashtag #ausderklapse und berichtet von seinen Erfahrungen über die Krankheit. Diese Offenheit ist für ihn ein Teil der Therapie. Außerdem helfen ihm - neben seinen Medikamenten, die er immer dabei hat - Chili-Bonbons. "Ein starker körperlicher Reiz kann die Angstspirale unterbrechen. Das ist zwar scharf und ich werd' total rot im Gesicht - aber ich bin auch ganz schnell wieder bei mir", sagt der Informatiker, der zwei Bücher veröffentlicht hat und mittlerweile wieder voll berufstätig ist.

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