Stefan Giese (Quelle: SWRChristian Koch) (Foto: SWR)

Studie zur Bundestagswahl. Ein Kommentar

Diese Wahl ist eine Qual

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In wenigen Wochen sollen die Wähler einen neuen Bundestag wählen. Doch laut einer Studie der Uni Hohenheim sind sie vom politischen Angebot nicht überzeugt. Das wird eine Qual-Wahl meint Stefan Giese.

In knapp fünf Wochen wird ein neuer Bundestag gewählt und von ihm später eine neue Bundesregierung. Einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim zufolge befinden sich die Wählerinnen und Wähler dabei in einer recht unbequemen Situation. Ihre Erwartungen an einen zukünftigen Kanzler beziehungsweise an eine zukünftige Kanzlerin und ihre Bewertung der tatsächlichen Kanzlerkandidaten passen einfach nicht zusammen. Gleiches gilt für die sich zur Wahl stellenden Parteien.

Schwache Kandidaten, maue Umfragewerte (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Arne Dedert)
Schwache Kandidaten, maue Umfragewerte picture alliance/dpa | Arne Dedert

So erwarten die Befragten, dass die Person, die demnächst auf dem Chefsessel im Kanzleramt Platz nehmen wird, vor allem kompetent und vertrauenswürdig sein soll. Eigentlich nicht zu viel verlangt, finde ich, aber wie soll diese Erwartung aufgehen? Zwei Spitzenkandidaten – Armin Laschet von der Union und Annalena Baerbock von den Grünen – sind seit Wochen vor allem damit beschäftigt, Fehler einzugestehen und um Entschuldigung zu bitten. Der dritte im Bund, Olaf Scholz von der SPD, schleppt sich seit geraumer Zeit von Untersuchungsausschuss zu Untersuchungsausschuss, die sich um die Aufarbeitung diverser Skandale bemühen.

Immerhin schafft es Scholz – im Gegensatz zu Laschet und Baerbock –, kein Klotz am Bein ihrer Parteien zu sein. Das macht die Situation für die SPD allerdings nur bedingt besser, denn laut der Hohenheim-Studie ist selbst die Mehrheit der eigenen Anhänger mit der Arbeit der Partei unzufrieden. Selbstzweifel dieser Art sind bei den Anhängern der Grünen weitgehend unbekannt, sie ist und bleibt eben die Partei der Selbstzufriedenen. Von allen Befragten insgesamt wird die Arbeit aller Parteien überwiegend negativ bewertet, mit einer Ausnahme: Die CDU kommt immerhin auf ein ausgeglichenes Resultat – und wird damit wesentlich besser wahrgenommen als ihr Kanzlerkandidat.

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Das passt alles nicht richtig zusammen und könnte eine Chance für die "kleinen Parteien" sein. Doch auch die vermögen es nicht zu überzeugen. Während die Befragten der FDP wenigstens bei einem Thema eine besondere Kompetenz zusprechen, nämlich beim Ausbau des Internets, schaffen AfD und Linke nicht einmal das. So wird die anstehende Bundestagswahl für viele Wählerinnen und Wähler wohl tatsächlich zu Qual mit der entscheidenden Frage: Wer ist das kleinste Übel?

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