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Die Kraftstoffpreise sind verglichen mit dem Vorjahr enorm gestiegen - das liegt vor allem am Rohölpreis. Dazu kommt: Die Preise schwanken laut ADAC stärker denn je.

Die Kraftstoffpreise für Super E10 und Diesel sind laut Statistik des ADAC im Mai um jeweils mehr als ein Viertel gestiegen - auf 1,48 Euro beziehungsweise 1,33 Euro pro Liter, vergleichen mit 2020. Auch wenn zu dieser Zeit die Kraftstoffpreise wegen der Pandemie stark gefallen waren: Den größten Preissprung gab es seit dem Jahreswechsel 2021.

Die Höhe der Kraftstoffpreise hängt von verschiedenen Ursachen ab, darunter der Rohölpreis und die Energiesteuer, Verarbeitungs- und Transportkosten. Seit Jahresanfang wirken sich zudem auch die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe und die wieder angehobene Mehrwertsteuer aus.

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Aktuelle Untersuchung: Spritpreise schwanken stärker denn je

Der ADAC hat alle Preisbewegungen an den mehr als 14.000 Tankstellen im Mai ausgewertet. Dabei zeigt sich: Der Trend zu immer größeren Schwankungen über den Tag hinweg setzt sich 2021 fort. Verglichen mit dem letzten Jahr gibt es jetzt sieben Preisspitzen pro Tag und damit eine mehr.

Am günstigsten sind Kraftstoffe laut ADAC in den Abendstunden zwischen 18 und 19 Uhr, sowie zwischen 20 und 22 Uhr. Der ungünstigste Zeitpunkt, um zu Tanken, sind demnach die Morgenstunden mit einem Preis-Höhepunkt kurz nach sieben Uhr.

Einsparpotential beim Tanken zwischen drei und vier Euro pro Tankfüllung

Durch den richtigen Zeitpunkt können Benzinerfahrer laut ADAC mehr als sieben Cent pro Liter sparen. Das macht bei einer 50-Liter-Tankfüllung knapp vier Euro aus.

Beim Diesel-Kraftstoff seien die Preisspitzen etwas moderater und damit auch die Ersparnis: Diesel-Fahrer könnten etwa sechseinhalb Cent pro Liter sparen, das entspricht 3,25 Euro.

Studie: Einsparung wurde kaum weitergegeben, Preiserhöhung dagegen schon

Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München, LMU, die dem SWR vorliegt, zeigt, wie Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber eigene Kosten weitergegeben haben. Dabei ging es um die Mehrwertsteuer, die in der zweiten Jahreshälfte 2020 abgesenkt worden war und den CO2-Preis, der seit Anfang des Jahres anfällt.

Monika Schnitzer, Mitglied im Sachverständigenrat für Wirtschaft der Bundesregierung und Professorin an der LMU, kommt gemeinsam mit ihrem Team zu dem Schluss: Die gesenkte Mehrwertsteuer wurde an den Tankstellen weniger stark weitergegeben als die Wiederanhebung und der neu eingeführte CO2-Preis. Also: Verbrauchende haben wenig profitiert, als die Kosten gesunken waren, mussten aber einen großen Teil tragen, als die Kosten zum Jahreswechsel nach oben gingen.

Dieselfahrer profitieren gegenüber Benzin-Kunden

Die Forscher haben auch festgestellt: Kostenunterschiede werden an Benzin-Kunden weniger stark weitergeben als an Diesel-Kunden. Geschätzt wurde die Mehrwertsteuersenkung vergangenen Sommer folgendermaßen weitergereicht: zu 34 Prozent an der E5-Zapfsäule, zu 52 Prozent an E10-Kunden und zu 79 Prozent am Diesel-Zapfhahn. Bei der Preiserhöhung lagen die Werte bei 69, 75 und 92 Prozent.

Die Studienautoren erklären sich das so, dass Dieselfahrer preissensibler seien. Sie verglichen die Preise mehr, weil sie öfter tanken müssten und sich eine Ersparnis eher rechne als bei Wenigfahrern. Diese seien meist mit Benzinantrieben unterwegs und nähmen schwankende Preise eher in Kauf.

Kraftstoffpreise noch nicht auf Rekordhoch

Trotz der Preissteigerungen sind die Spritpreise momentan noch nicht ungewöhnlich hoch. Immer wieder gab es seit Beginn der Aufzeichnungen des ADAC vergleichbar hohe Preise an den Tankstellen.

Die bisherigen Rekordwerte im Jahresdurchschnitt wurden 2012 erreicht. Damals kostete der Liter Super E10 rund 1,59 Euro, der Liter Diesel 1,47 Euro. Bis 2016 fielen die Durchschnittspreise, um danach wieder anzuziehen.

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