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Studie: Bautätigkeit versus Baubedarf In BW entstehen zu viele neue Häuser

Laut einer Studie wird in Baden-Württemberg zu viel gebaut. Doch eigentlich wird seit Jahren darüber geklagt, dass es zu wenige Wohnungen im Land gibt. Wir haben mit SWR-Wirtschaftsredakteurin Geli Hensolt über das Paradoxon gesprochen.

Neubau

Laut Studie entstehen im Land zu viele Neubauten

Im ersten Moment mag man den Eindruck haben, die neuen Studienergebnisse des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) passen nicht zum Wohnungsmangel in Baden-Württemberg. Doch wenn man sich die Studie genauer anschaut, wird deutlich, dass das Falsche gebaut wird. Konkret: Auf der einen Seite werden zu wenige Wohnungen gebaut, auf der anderen aber zu viele Häuser.

Die IW-Studie zeigt ganz deutlich, dass Angebot und Nachfragen oft auseinander liegen. Für den Landkreis Calw zum Beispiel weist die Studie einen Bedarf von 88 Häusern auf, gebaut wurden aber fast drei Mal so viele. Bei den Wohnungen ist es genau andersherum: Gebraucht wurden 80 Drei-Zimmer-Wohnungen, gebaut wurden jedoch nur etwa halb so viele.

Immobilien werden langfristig an Wert verlieren

Ähnliche Situationen gibt es in vielen Landkreisen - etwa im Rems-Murr-Kreis, im Landkreis Emmendingen, in den Städten Heilbronn, Tübingen und Karlsruhe. In den Großstädten kommt allerdings noch das Problem dazu, dass tatsächlich zu wenig gebaut wird. In Stuttgart und Freiburg zum Beispiel fehlt es an Häusern und auch an Wohnungen nahezu jeder Größe.

Die Konsequenz dieser Entwicklung: Häuslebesitzer müssen damit rechnen, dass ihre Immobilien langfristig an Wert verlieren. Schon jetzt stehen viele Häuser in so manchem Dorfkern leer. Künftig werden wohl etliche Ortsmitten noch weiter veröden.

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