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Nach der aktuellen Schätzung für das nächste Jahr wird Deutschland doch mehr Steuern einnehmen als zuletzt wegen der Corona-Krise angenommen. Finanzminister Scholz sprach von "Licht" im November.

Trotz der anhaltenden Corona-Krise können Bund, Länder und Kommunen im nächsten Jahr mit etwas höheren Steuereinnahmen kalkulieren als zuletzt gedacht. Die Steuerschätzer rechnen damit, dass 2021 rund 3,4 Milliarden Euro mehr in die Kassen kommen, als noch im September erwartet. Auch 2022 könnte nach Angaben des Finanzministeriums besser laufen, als bisher vorhergesagt.

Optimismus trotz riesiger Löcher in den Staatskassen

Es bleibt allerdings dabei, dass die Corona-Krise mit den milliardenschweren Hilfspaketen riesige Löcher in die Staatskassen reißt. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 sind die Steuereinnahmen in diesem Jahr im Sinkflug. Die Schätzer gehen davon aus, dass 2020 rund 71 Milliarden Euro weniger reinkommen, als im vergangenen Jahr - ein Minus von 8,9 Prozent.

Dabei sind die Experten aber nicht mehr ganz so pessimistisch wie im Spätsommer - damals hatten sie noch zehn Milliarden Euro weniger einkalkuliert. Angesichts der neuen Schätzung sieht Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) "Licht" im November. Das wirke sich auch auf die ökonomischen Entscheidungen aus, so Scholz.

Scholz gab aber auch zu bedenken: "Die Corona-Pandemie hat uns immer noch im Griff." Er verteidigte die harten Beschränkungen im November. Die Politik tue alles, um Gesundheit zu schützen.

Finanzielle Unterstützung wird aufgestockt

Er kündigte außerdem eine Aufstockung der Novemberhilfen an. Es würden sicherlich mehr als die zehn Milliarden Euro, die bisher diskutiert worden seien. Es könnten ein paar Milliarden Euro mehr sein. Dies hänge aber davon ab, in welchem Umfang die Hilfen in Anspruch genommen werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen Soloselbständige eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro erhalten, Unternehmen von bis zu 10.000 Euro. Die Bundesregierung hatte Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige wie Künstler zugesagt, die von behördlich angeordneten Schließungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind.

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