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Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, überschwemmte Felder: Die Regenmengen der letzten Wochen lassen die Flusspegel ansteigen, aber nicht den Grundwasserspiegel.

Die große Menge an Niederschlägen helfe kaum, die Wasserstände und Wasservorräte zu erhöhen - das sagt Grundwasserexperte Michel Wingering von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. 90 Prozent eines Starkregens fließe oberirdisch ab. Der Natur bringe das viele Wasser lediglich eine Art kleine Verschnaufpause nach drei Jahren extremer Trockenheit.

Grundwasserstände sind "relativ stabil"

Immerhin blieben die Grundwasserstände derzeit "relativ stabil" - was im Sommerhalbjahr nicht selbstverständlich sei. Wingering sieht das als Fortschritt. Der Vorteil sei auch, dass die Pflanzen sich am Regenwasser bedienen könnten und die Gewässer gut gefüllt seien. "Diese Stabilität ist eigentlich schon recht positiv", so Wingering im SWR.

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Mehr Regenfälle in Zukunft?

Bei den vielen Unwettern derzeit handle es sich um ein Wetterphänomen, das aber als Signal für eine Klimaveränderung gelten könnte, so der Wasserexperte. Dass die Lufttemperaturen in Zukunft steigen würden, sei "relativ sicher", ob die Niederschlagsmengen sich unter dem Strich erhöhen würden, könne man noch nicht vorhersehen. Allerdings werde es häufiger Extrem-Niederschläge geben.

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Schwierige Zeit für Landwirte

Wingering hält die Situation für die Landwirtschaft für kompliziert. Einerseits hätten die Pflanzen Trockenstress, in regenarmen Jahren fehle ihnen das Wasser. Andererseits sei es in nassen Phasen wie jetzt schwierig, die Felder zu beackern, weil alles "schleimig" sei und die Böden erodierten. Außerdem bereite es den Bauern Probleme, sich für passende Pflanzenarten und Fruchtfolgen zu entscheiden. "Für die Landwirte ist das sehr sehr schwer", so Wingering.

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