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Der Ballermann als ein zweites Ischgl, wo sich das Coronavirus ungehindert ausbreitet - davor warnte Gesundheitsminister Spahn. Jetzt schließt die Regionalregierung viele Lokale.

Gerade bei den deutschen Touristinnen und Touristen sind "Bierstraße" und "Schinkenstraße" extrem beliebt. Nach illegalen Partys und Exzessen hat die Regionalregierung die Zwangschließung aller Lokale auf den Partymeilen beschlossen.

Bars und Clubs auch in Magaluf geschlossen

Wie der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mitteilte, gilt die Verordnung ab sofort. Gleichzeitig wurde die Schließung aller Lokale auf der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an.

Die Lokale in der "Bier"- und "Schinkenstraße" werden per Zwangsverordnung ab sofort geschlossen. Zunächst für zwei Monate, so der balearische Tourismusminister Negueruela.Gepostet von SWR Aktuell am Mittwoch, 15. Juli 2020

Grund für diesen Schritt sind Fotos und Videos, die zeigen, wie Hunderte Menschen - mutmaßlich aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren ohne Schutzmasken unterwegs und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Tourismusminister: Das Verhalten einiger weniger darf Kampf gegen Pandemie nicht gefährden

Das Verhalten einiger weniger Urlauberinnen und Urlauber sowie Lokalbesitzer und -besitzerinnen dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte schon am Montag vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. "Die Gefahr einer zweiten Welle ist real", sagte er in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler.

Die Bevölkerung solle auch in Urlaubszeiten wachsam bleiben und nicht übermütig werden, so Spahn. Er zeigte sich besonders mit Blick auf die Lage auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca besorgt. Denn schon am vergangenen Wochenende hatten Hunderte Touristen für Empörung gesorgt, weil sie unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen gefeiert hatten.

Unklarheit um strengere Maskenpflicht Nach Partyexzessen: Barbetreiber verschärfen Corona-Maßnahmen auf Mallorca

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Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Dort, wo miteinander gefeiert werde, sei das Risiko besonders hoch - auch das Rückreiserisiko für alle anderen im Flugzeug und für die Menschen zu Hause.

Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

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