Die Computergrafik zeigt die "Parker Solar Probe"-Sonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa auf dem Weg zur Sonne. (Foto: picture-alliance / dpa, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Nasa)

Erstmals Flug durch Sonnen-Atmosphäre Nasa-Sonde "Parker Solar Probe" fliegt zur Sonne

Die Sonnen-Sonde "Parker Solar Probe" hat ihre Reise zur Sonne begonnen. Mit einen Tag Verspätung hob sie am Sonntag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Sie soll der Sonne so nahe kommen wie keine andere zuvor.

Die US-Raumfahrbehörde Nasa hat erstmals eine Sonde gestartet, die in die Sonnenatmosphäre hineinfliegen soll. Forscher wollen mit der Mission herausfinden, warum die äußerste Schicht der Sonnen-Atmosphäre heißer ist als die Sonne selbst.

Die «Parker Solar Probe» hob am Sonntag an Bord einer "Delta IV Heavy"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab.

Die Nasa-Sonde "Parker Solar Probe" startet ins All:

Erster Versuch musste abgebrochen werden

Der zunächst für Samstag geplante Start war nach Nasa-Angaben gestoppt worden, weil eine Unregelmäßigkeit während der letzten Minuten des Countdowns beobachtet worden sei.

Große Erwartungen an die Sonnen-Mission

Die Forscher haben große Erwartungen an diese unbemannte Mission. Die "Parker Solar Probe" soll Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnenwindes liefern, der ein Strom geladener Teilchen ist. Unklar sei bislang, warum diese Teilchen trotz der großen Masse von der Sonne wegfliegen würden, sagt SWR-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl: "Wahrscheinlich beschleunigt die Sonne diese Teilchen durch Magnetfelder. Man will sich das genauer angucken."

Warum ist die Atmosphäre der Sonne so heiß?

Außerdem interessieren sich die Wissenschaftler für Oberfläche und Atmosphäre (Corona) der Sonne und die großen Temperaturunterschiede. "Die eine große Frage ist", sagt Uwe Gradwohl: "Weshalb ist die Sonnen-Corona eigentlich so heiß? Die Sonnenoberfläche hat 5.500 Grad Celsius. Darüber haben wir eine Atmosphäre, die ist Millionen Grad heiß." Möglicherweise seien Magnetfelder und Teilchenströme für den Temperaturunterschied verantwortlich. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Hitze in der Corona der Sonne aufstauen könne.

Wie hält die Sonde die hohen Temperaturen aus?

Die Mission ist auf sieben Jahre angelegt. Dabei soll die "Parker Solar Probe" 24 Mal durch die Sonnenatmosphäre fliegen und muss 1.370 Grad Celsius standhalten. Ein Schutzschild von zwei Metern Durchmesser bewahrt die Sonde vor diesen extremen Temperaturen. "Der Schutzschild besteht aus Carbonfasern und Carbonschaum", sagt der SWR-Wissenschaftsredakteur. "So schafft man es, die Sonde im Innern, wo die Messgeräte sitzen, auf einer Temperatur von 30 Grad zu halten."

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