Ein Schnelltest soll helfen, Corona zu erkennen und Ansteckung zu vermeiden. Das PEI hat Mindestkriterien für Corona-Schnelltests aufgestellt. (Foto: imago images, Sven Simon)

Antigen-Schnelltests im Check

Corona: Diese Schnelltests sind zuverlässig

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In der Coronavirus-Pandemie sind Antigen-Schnelltests hilfreich, um ansteckende Personen zu finden. Aber nicht alle Tests sind zuverlässig.

Mittlerweile gibt es hunderte verschiedene Coronavirus-Schnelltests am Markt. In Supermärkten, Drogeriemärkten und Apotheken sind Testkits zu kaufen. Und auch in den Schnelltest-Zentren werden unzählige Sets genutzt. Dabei ist die Zuverlässigkeit sehr unterschiedlich, wie eine Analyse von über 200 Schnelltest-Typen durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ergeben hat. Zuletzt hat das PEI am 12. Januar 2022 seine Prüfliste aktualisiert:

Wie funktioniert eigentlich ein Schnelltest?

Antigen-Schnelltests suchen nach Rückständen von Proteinen des Coronavirus im Körper, nicht nach dem Erbgut des Virus wie beim PCR-Test. Mit einem Tupfer wird aus der Nase oder dem Rachen ein Abstrich genommen. Durch eine Flüssigkeit werden die Proteinteilchen aus dem Tupfer gelöst. Der Teststreifen im Set erkennt die gelösten Proteine und weist damit nach, dass das Virus im Körper vorhanden ist. 

Was bedeutet Sensitivität bei hoher und sehr hoher Viruslast? 

Die zugelassenen Testkits haben eine unterschiedlich genaue Trefferquote, Infizierte zu finden. Diese wird „Sensitivität“ genannt und in Prozent ausgedrückt. Ein Test mit einer Sensitivität von 100 Prozent findet also in der Regel alle Infizierten. 

Für die Treffgenauigkeit ist allerdings entscheidend, wie hoch die Viruslast ist, also wie stark sich das Coronavirus bereits im Nasen-Rachen-Raum vermehrt hat. Die Tests wurden ursprünglich dafür konzipiert, hoch infektiöse, also ansteckende Patienten zu identifizieren. Deshalb funktionieren die meisten Testkits bei sehr hoher Viruslast am besten. Deshalb sind die Werte für eine sehr hohe und eine hohe Viruslast getrennt ausgewiesen. 

Welche Kriterien muss ein SARS-CoV-2 Antigen Test erfüllen? 

Derzeit prüfen die Hersteller selbst, wie gut ihre Schnelltests funktionieren. Wenn deren Produkte nach eigenen Angaben die Vorgaben des Medizinproduktegesetzes erfüllen, dürfen sie in Deutschland und Europa verkauft werden. 

Das Paul-Ehrlich-Institut hat zusammen mit dem Robert Koch-Institut aber Mindestkriterien aufgestellt. Demnach sollen SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests mindestens mehr als 80 Prozent aller Infizierten finden (Sensitivität: >80%).

Wie prüft das Paul-Ehrlich-Institut? 

Die Sensitivität überprüft das Paul-Ehrlich-Institut durch eine vergleichende Analyse von Antigen-Schnelltests im Labor. Dabei werden immer parallel die Ergebnisse von 100 Personen (mit COVID-19-Symptomen innerhalb von sieben Tagen nach Symptombeginn) bei einem PCR-Test mit einem Antigen-Schnelltest verglichen. Für den PCR-Test wird im Rachen abgestrichen. Der Antigentest wird gemäß Gebrauchsanweisung angewendet.  

Was passiert, wenn ein Antigentest die Mindestkriterien nicht erfüllt? 

Erreicht ein Testkit in der PEI-Analyse nicht die Mindestkriterien, führt das dazu, dass der Test aus der Liste beim Bundesamt für Arzneimittel gestrichen wird. Diese Liste ist maßgeblich dafür, dass Testzentren die Tests abrechnen können. Tests-Kits, die nicht in der Liste aufgeführt werden, sind deshalb nicht erstattungsfähig und sollten in Testzentren nicht zum Einsatz kommen.

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