Anschläge auf Moscheen in Neuseeland Christchurch-Attentäter schickte seine Kampfschrift auch an Ardern

AUTOR/IN
Dauer

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch, der seine Ansichten in einer rechtsextremen Kampfschrift niedergeschrieben hat, hatte diese auch der neuseeländischen Premierministerin zugeschickt.

Regierungschefin Jacinda Ardern bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass neun Minuten bevor die Anschläge in Christchurch begannen, eine E-Mail an ihr Büro gegangen ist. Darin seien allerdings keine Tatorte benannt oder ähnliche Hinweise gegeben worden, mit denen die Anschläge noch hätten verhindert werden können.

Zahl der Opfer gestiegen

Nach den Anschlägen auf zwei neuseeländische Moscheen ist die Zahl der Todesopfer unterdessen gestiegen: In einer der beiden Gebäude fand die Polizei eine weitere Leiche. Damit sind ingesgesamt 50 Menschen bei den Anschlägen ums Leben gekommen. Zwei Personen schweben den Angaben zufolge noch in Lebensgefahr. Nach neuseeländischen Medienberichten sind alle Todesopfer Muslime, im Alter von zwei bis 77 Jahren.

Gerichtsmediziner haben begonnen, die Toten zu obduzieren. Die Leichen sollen laut Premierministerin Ardern bis spätestens Mittwoch freigegeben werden, damit sie entsprechend muslimischer Tradition bald bestattet werden können.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der festgenommene Hauptverdächtige, ein 28 Jahre alter Australier, ein Einzeltäter war. Der Mann sitzt im Gefängnis. Nach den bisherigen Ermittlungen haben zwei weitere Personen, die ebenfalls am Freitag festgenommen wurden, nichts mit den Attacken zu tun.

Facebook löscht nach Anschlägen Millionen Videos

Die Videoaufnahmen der Anschläge, die der Beschuldigte live mitgefilmt haben soll, wurden nach der Tat millionenfach im Internet hochgeladen. Das soziale Netzwerk Facebook teilte mit, es habe in den ersten 24 Stunden nach der Tat 1,5 Millionen solcher Videos gelöscht. 1,2 Millionen der entfernten Videos seien bereits beim Hochladen blockiert worden.

Schock und Trauer

Neuseeland steht weiter unter Schock. In Christchurch legten Trauernde Blumen für die Opfer nieder und zündeten Kerzen an. Auch in anderen Teilen der Welt, darunter in Berlin, versammelten sich Menschen, um der Opfer des Anschlags zu gedenken und gegen Rassismus und Islamhass zu demonstrieren.

AUTOR/IN
STAND