Händehygiene - wichtig in der Klinik wie auch Zuhause

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Am Sonntag (5.5.) ist Internationaler Tag der Händehygiene – der 5.5. steht für 2 mal 5 Finger, also zwei Hände. Mit diesem Tag will die Weltgesundheitsorganisation darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Händehygiene ist, zum Beispiel in Krankenhäusern oder beim Arzt. Denn dort kommt es allein in Deutschland jährlich zu 400.000 bis 600.000 Infektionen – bis zu 15.000 Patienten sterben daran. Dabei wären geschätzt bis zu 30 Prozent dieser Infektionen vermeidbar. Stefanie Peyk war im Diakonie-Klinikum Stuttgart und hat sich von einer Fachfrau zeigen lassen, wie richtige Händehygiene aussieht. Beitrag: Atmo Desinfektionsmittel-Spender, Hände reiben, darauf O-Ton Claudia Gruhler, 0‘26: „Ich hab hier jetzt drei Milliliter Hände-Desinfektionsmittel in meinen Händen und verreibe die. Ich nehm alle Stellen mit, die einzelnen Finger, den Fingerfalz, die Finger-Zwischenräume, und verreib die, bis es trocken ist. Im Ganzen sagt man so 30 Sekunden.“ Claudia Gruhler ist ausgebildete Krankenschwester und Hygienefachkraft am Diakonie-Klinikum Stuttgart. Sie weiß, wie man Krankheitserreger in Schach hält. Jeder Mensch trägt von Natur aus Billionen Keime mit sich rum – etwa auf der Haut, im Mund und im Darm. So weit, so harmlos. Aber …: O-Ton Claudia Gruhler, 0’09: Kommt der Keim an eine Stelle hin, wo er in Anführungsstrichen „nicht beheimatet“ ist, dann kann es schwere Folgen haben. Denn dann drohen Lungenentzündungen, Wundinfektionen, Blasenentzündungen oder eine Blutvergiftung. Etwa 3 bis 5 von 100 Patienten in Deutschland holen sich während ihrer Krankenhausbehandlung eine Krankenhausinfektion, manchmal leider auch mit Keimen, die gegen viele Antibiotika unempfindlich sind – so Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit von 2015. Und wie sieht’s im Diakonie-Klinikum aus? O-Ton Claudia Gruhler, 0‘16: Es wäre gelogen zu sagen, wir haben keine Infektionen. Es ist nicht jede Infektion vermeidbar. Aber wir sind da sicherlich vergleichbar mit anderen Häusern, wir liegen nicht drüber und sind nicht auffällig von den Werten. Hygiene, insbesondere Händehygiene, ist das A und O, um die Verbreitung von Erregern möglichst zu verhindern – egal, ob nun antibiotikaresistent oder nicht. Claudia Gruhler schult die Klinik-Mitarbeiter mit einem fluoreszierenden Desinfektionsmittel – unter Schwarzlicht leuchten richtig desinfizierte Hände dann überall blau – wie in der Disko. O-Ton Claudia Gruhler, 0’06: Das muss man üben, weil im Alltag, da muss es schnell gehen, da muss es sitzen. Beispiel Intensiv-Station – da gibt es x Situationen, in denen das Pflegepersonal die Hände desinfizieren muss. O-Ton Claudia Gruhler, 0‘13: Man geht zum Patient, dann muss man mal absaugen, dann legt man eine Kanüle, hängt eine Infusion an, gibt noch ein Medikament, und dann muss man noch einen Verbandswechsel machen (Stimme oben). Es kann vorkommen, dass sich eine Krankenschwester auf der Intensiv-Station 80 bis 120 Mal pro Schicht die Hände desinfizieren muss – oder noch öfter. Bei Gesunden zu Hause sei Desinfizieren nicht nötig – gründliches Händewaschen tue es auch. Und bei welchen Gelegenheiten? Unter Besuchern und Patienten gehen die Meinungen auseinander: Umfrage, 0‘14: Mann: Nach jedem Toilette-Benutzen, vor dem Essen. / Frau: Ich mach das meist nach dem Einkaufen oder wenn ich vielen Leuten die Hände geschüttelt habe. / Mann: Also, ich wüsste jetzt nicht, wann ich mir im Laufe des Tages die Hände wasche. Wenn ich ehrlich bin, fast nie. Fachleute raten: Händewaschen mit Seife auf jeden Fall immer vor dem Kochen, nach dem Berühren von rohem Fleisch oder Eiern, vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette. Eine Handcreme kann helfen, dass die Haut nicht austrocknet.

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