Eventuell nur 10 Prozent vom Reisepreis zurück

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Verbraucherschützer kritisieren seit langem, die niedrigen Versicherungssummen bei Pauschalreisen. So könnten Thomas Cook-Kunden nur zehn Prozent ihrer Ausgaben zurückerhalten.

Die Zurich-Versicherung streitet mit der Bundesregierung über die Entschädigungen, die Kunden der insolventen deutschen Tochter des Reiseveranstalters Thomas-Cook erhalten sollen. 80 Millionen Euro. Diese Summe soll allein die Rückholung der nach der Pleite von Thomas Cook Deutschland im Ausland gestrandeten Touristen gekostet haben. Damit wäre der Großteil der gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssumme von 110 Millionen Euro bereits ausgegeben. Für die Entschädigung von Urlaubern, die ihre Reise gar nicht antreten konnten, bliebe kaum Geld übrig. Um dem entgegenzuwirken, will die Bundesregierung der zeitung „die Welt“ das Geld für die Rückholaktionen von der eigentlichen Versicherungssumme abtrennen. Die Gesamtsumme von 110 Millionen beziehen sich nach Lesart des Justizministeriums „auschließlich auf die Kostenerstattungsansprüche“, also nicht auf Kosten für den Heimflug von Touristen. Der zuständige Versicherer „Zurich“ wehrt sich dagegen, und spricht laut „Welt“ von einer absurden Interpretation des Gesetzes. Verbraucherschützer kritisieren seit langem, die Versicherungssummen bei Pauschalreisen seien zu niedrig. Branchenbeobachter schätzen, dass Kunden von Thomas Cook nur zehn Prozent ihrer Ausgaben zurückerhalten könnten.

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