Rede von Macron nach dem Großbrand in Paris Macron will Notre-Dame in fünf Jahren aufbauen

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Am Tag nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat Präsident Macron einen schnellen Wiederaufbau angekündigt. Sind fünf Jahre ein realistischer Zeitraum?

Keine 24 Stunden nachdem das Feuer in der berühmter Pariser Kathedrale Notre-Dame ausgebrochen war, hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekräftigt, dass das 800 Jahre alte Wahrzeichen auf der Seine-Insel Île de la Cité möglichst schnell wieder aufgebaut werden soll. In einer Fernsehansprache sagte er:

"Wir werden Notre-Dame noch schöner wiederaufbauen, und ich will, dass das in fünf Jahren abgeschlossen wird. Wir können das schaffen."

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Eigentlich wollte der Präsident diese Woche Reformen bekanntgeben, die er auf Druck der Gelbwestenbewegung plant. Doch das ist jetzt erstmal verschoben. Im Moment sei nicht die richtige Zeit dafür, sagte Macron.

Durch das Feuer sind vor allem am Dach von Notre-Dame enorme Schäden entstanden. Die Zerstörungen gelten als die schlimmsten in der Geschichte der Kathedrale - wobei der Innenraum weniger stark beschädigt wurde als zunächst befürchtet.

Der Denkmalschutz-Direktor der Kathedrale sagte, außer dem 1989 installierten Hochaltar und dem Spitzturm habe man alles retten können.

"Fünf Jahre ein sehr ehrgeiziges Ziel"

Auch SWR-Korrespondent Mathias Zahn sagt: "Die Schäden sind wirklich gewaltig. Es muss jetzt erstmal die Statik gesichert werden. Die Kathedrale gilt zwar als weitgehend stabil, aber am Gewölbe gibt es Schwachstellen."

Dann müsse über die Materialen entschieden werden, die zum Wiederaufbau verwendet werden sollen: "Nimmt man nochmal so viel Holz für die Dachkonstruktion oder Metall? Diese gotischen Konstruktionen und die eingestürzte Turmspitze sind extrem filigran. Das wird sehr lange dauern, so etwas wiederherzustellen. Insgesamt fünf Jahre halte ich für ein sehr ehrgeiziges Ziel."

Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen unter dem Loch in der Kuppel der Kathedrale Notre-Dame. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen unter dem Loch in der Kuppel der Kathedrale Notre-Dame. Picture Alliance

Gelungenes Krisenmanagement

Die Ursache für den Brand ist weiter ungeklärt. Die Ermittler gehen weiter von einem Unfall aus. Sie haben Bauarbeiter befragt, die an der Restaurierung der Kirche beteiligt waren.

Das Krisenmanagement von Macron sieht SWR-Korrespondent Zahn bisher als gelungen an: Er habe vieles richtig gemacht, schnell auf "Krisenmanager" umgeschaltet und war Montagabend am Brandort. Noch während gelöscht wurde, hatte er den Wiederaufbau angekündigt. "Das erwarten die Franzosen auch, denn Notre-Dame ist das nationale Symbol, das Herz Frankreichs", sagt Zahn.

REDAKTION
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