Skifahrer, einer mit Maske, wärmen sich mit Kniebeugen und Gymnastik auf (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Verreisen im Winter

Skifahren in der Corona-Pandemie: Was ist möglich?

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Katharina Fortenbacher-Jahn
Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft (Foto: SWR, SWR)
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Heidi Keller

In Baden-Württemberg sind viele Skilifte auf. Auch in den Alpen läuft in vielen Skigebieten die Saison - unter strengen Regeln. Was gilt wo für Skifahren und Winterurlaub?

Endlich wieder in den Schnee und auf die Piste - viele Wintersportfans haben darauf lange gewartet: Jetzt fahren viele Lifte auch in Baden-Württemberg. Der Liftverbund Feldberg und weitere Liftbetreiber, etwa an der Schwarzwaldhochstraße oder auf der Schwäbischen Alb, haben den Betrieb aufgenommen, mit Regelungen zum Schutz vor Corona. In den Alpen sind inzwischen viele Skigebiete in Betrieb - mit von Land zu Land unterschiedlichen Regeln und Bedingungen.

Große Unwägbarkeiten mit Blick auf den Wintertourismus

Aber ob Deutschland, Österreich oder anderswo: Die Frage, ob und wo ein Skiurlaub diesen Winter möglich sein wird, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Denn sollte sich der Verlauf der Corona-Pandemie verschlimmern, könnten weitere Beschränkungen in Kraft treten.

Deutsche Skigebiete

Skigebiete in Österreich

Skigebiete in der Schweiz

Skigebiete in Frankreich

Skigebiete in Italien

Stornomöglichkeiten

In deutschen Skigebieten mindestens 2G

In Baden-Württemberg gelten ab dem 4.12.2021 strengere Regelungen auch für Seilbahnen und Skilifte. Demnach dürfen die Anlagen nur unter 2G Plus-Regelung betrieben werden. Sie sind also nur für Geimpfte und Genesene offen, die zusätzlich einen negativen Test vorlegen können. Ausgenommen vom Testnachweis sind Menschen mit einer Boosterimpfung, alle, deren zweite Impfung nicht länger als sechs Monate zurück liegt und Schülerinnen und Schüler und kleinere Kinder.

SWR2 Geld, Markt, Meinung Ski-Spaß oder Regel-Chaos?

Das Milliardengeschäft Winterurlaub steht zum zweiten Mal unter großen Fragezeichen. Anders als letztes Jahr laufen fast überall die Lifte wieder - unter Auflagen. Urlauber müssen sich genau informieren, was in welchem Land gilt - und bei der Buchung einiges bedenken. Denn Corona ist in unserem Alltag angekommen und das hat auch Auswirkungen im Reiserecht. Viele wollen auf die Pisten - aber Ski-Liftbetreibern, Unterkünften und Gastronomie bereiten die Corona-Schutzmaßnahmen Kopfzerbrechen. Viele haben die letzten Lockdownphasen zum Investieren und Renovieren genutzt - umsonst? Fehlen wichtige Einnahmen - die gebraucht würden, um sich für eine Zukunft ohne Schnee fit zu machen?  mehr...

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Am Feldberg im Schwarzwald ist die Saison am 3.12.2021 noch unter 2G-Bedingungen angelaufen, seit dem 4.12.2021 gilt 2G Plus. Den Testnachweis müssen Gäste vorzeigen, der Impf- oder Genesenenstatus wird beim Online-Ticketkauf oder an den Hauptkassen geprüft. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Skitouren-Geher auf dem eingeschneiten Feldberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Vergangenen Winter konnten die Lifte am Feldberg wegen der Pandemie nicht öffnen. Schlittenfahrer, Tourengeher und Spaziergänger kamen auf den höchsten Berg Baden-Württembergs. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Weitere Lifte im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb haben ebenfalls schon geöffnet oder wollen bald öffnen.

Ein Snowboarder fährt auf dem Feldberg eine Piste hinab. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Endlich Skifahren und Snowboarden, nachdem die vergangene Saison Corona zum Opfer fiel: Am Freitag (3.12.) genießt ein Snowboarder auf dem Feldberg eine der ersten Abfahrten nach langer Pause. Mit 2G Plus soll der Spaß auch sicher sein: Nur diejenigen dürfen auf die Piste, die geimpft, genesen und zusätzlich getestet sind. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Wichtig zu wissen: In Baden-Württemberg gilt aktuell die Alarmstufe II. In Alarmstufe I und II gibt es nicht mehr die Möglichkeit, ohne 2G-Status mit PCR-Tests in Hotels zu übernachten. Ausgenommen sind Härtefälle und dienstliche oder geschäftliche Reisen. Mit den strengeren Regelungen ab dem 4.12.2021 gilt auch in der Hotelgastronomie 2G Plus. Alle Regelungen im Überblick finden Sie hier.

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In Rheinland-Pfalz bereiten die Betreiber am Erbeskopf die Saison mit 2G-Regel im Lift vor. Der Plan ist, dass sich Skifahrer vorher online registrieren müssen. Außerdem soll nur eine Piste geöffnet, und die Zahl der Tickets beschränkt werden. Sobald genug Schnee fällt zum Skifahren, dauert es etwa eine Woche bis der Skibetrieb vorbereitet ist.

Wichtig zu wissen: In Rheinland-Pfalz gilt ab 4.12.2021 in Restaurants und Hotels 2G Plus. Ausgenommen von der Testpflicht sind Menschen mit Booster-Impfung. Draußen gilt weiter 2G. Weitere Informationen finden Sie auch hier.

In Bayern war für Seilbahnen und Lifte seit dem 24.11.2021 2G Plus vorgeschrieben. Das hat die bayerische Landesregierung inzwischen wieder gelockert: Jetzt brauchen Geimpfte und Genesene keinen zusätzlichen Schnelltest mehr. Damit gilt weiter die 2G-Regelung. Es bleibt aber dabei, dass die Anlagen nur zu einem Viertel ausgelastet sein dürfen. Die Zugspitze ist als erstes Skigebiet schon im November in die Saison gestartet, weitere Skigebiete machen jetzt sukzessive auf.

Wo besonders hohe Inzidenzen auftreten, über 1.000, gelten noch strengere Regelungen - in solchen Hotspots müssen Sportstätten schließen, oder dürfen gar nicht erst öffnen. Wer in Gebiete mit hoher Inzidenz fahren will, sollte sich vorher versichern, ob die Marke wieder überschritten ist. Informationen gibt es hier.

In Nordrhein-Westfalen hat das Skigebiet Winterberg bereits erste Lifte geöffnet. Hier gilt überall 2G, außer für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre.

Österreich verschärft nach dem Lockdown die Einreise-Regeln

Österreich hat mit Wirkung ab 20.12.2021 die Regeln für die Einreise verschärft. Jetzt gilt: Man muss geimpft oder genesen sein und braucht zusätzlich einen PCR-Test oder die Boosterimpfung. Für Kinder gibt es Ausnahmen.

Der Lockdown in Österreich ist am 12. Dezember zu Ende gegangen - für Geimpfte und Genesene. Damit gilt der Lockdown für Ungeimpfte weiter. Nicht überall öffnet alles und nicht überall gleich schnell. Generell sollen Nachtlokale und Apres-Ski-Lokale geschlossen bleiben. Informationen gibt es zum Beispiel auf den Seiten des österreichischen Tourismusministeriums oder beim Tourismusportal "austria.info".

Urlaub und Liftfahren in Österreich für Ungeimpfte nicht möglich

Mit Ende des Lockdowns für Geimpfte und Genesene gilt wieder die 2G-Regel - für Skigebiete, wie auch für Restaurants und alle Arten von Unterkünften, vom Hotel bis zur Ferienwohnung. Nur Geimpfte und Genesene haben Zutritt. Antigen-, PCR- oder Antikörper-Test reichen nicht aus.

Kinder unter 12 Jahren sind ausgenommen (außer in Wien, hier muss ab 6 Jahre getestet werden). Für Kinder von 12 bis 15 Jahren gibt es den sogenannten Ninja-Pass von österreichischen Schulen - oder ein Holiday Ninja-Pass für die Einreise nach Österreich. Über die genauen Bedingungen kann man sich zum Beispiel hier informieren.

Corona-Impfung nur noch neun Monate gültig

In Österreich müssen Reisende grundsätzlich auch darauf achten, dass seit 6. Dezember ein Impfzertifikat nur noch neun Monate ab dem Tag der zweiten Impfung gilt. Wer also schon früh in diesem Jahr geimpft worden ist, muss sich unter Umständen rechtzeitig um einen Termin für die dritte Impfung, die Booster-Impfung kümmern. Eine Einmalimpfung mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson ist nur bis 3. Januar 2022 gültig - danach braucht es eine Auffrischung.

Quarantäne nach dem Urlaub in Österreich

Für Familien mit Kindern und Ungeimpfte könnte zudem die Rückreise zum Problem werden. Die deutsche Bundesregierung stuft Österreich seit Sonntag, 14. November, wieder als Hochrisikogebiet ein. Das bedeutet eine Quarantäne nach der Rückkehr, aus der man sich frühestens nach fünf Tagen freitesten kann. Außerdem brauchen Ungeimpfte einen Test für die Wiedereinreise nach Deutschland.

Für geimpfte oder genesene Erwachsene ändert sich nichts, sie sind von der Quarantänepflicht befreit. Kinder unter 12 Jahre müssen fünf Tage in Quarantäne. Von der Einstufung als Hochrisikogebiet gibt es nur kleine Ausnahmen, für das Kleinwalsertal etwa.

Skifahren, Winterwandern mit und ohne Schneeschuhe: Urlaub im Schnee und Hüttenzauber - davon träumen viele schon jetzt, trotz Corona. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/APA | Barbara Gindl)
Urlaub im Schnee und Hüttenzauber - davon träumen viele, trotz Corona. picture alliance/dpa/APA | Barbara Gindl

In der Schweiz: unterschiedliche Corona-Regelungen möglich

In der Schweiz gilt grundsätzlich in Skigebieten nur eine Maskenpflicht. Für Restaurants oder Bars und viele öffentliche Einrichtungen dagegen ist für Gäste ab 16 Jahren im Innenbereich die 3G-Regel vorgeschrieben - auch in Hotelrestaurants, nicht aber für die Übernachtung. Restaurants und Bars können sich aber auch für 2G entscheiden.

Allerdings können Skigebiete auch abweichen und strengere Regelungen verhängen. Samnaun hat sich beispielsweise wegen der Verbindung zum österreichischen Ischgl auf 2G festgelegt. Die Fideriser Heuberge haben bereits im Sommer erklärt, eine 3G-Regel einzuführen.

Einreise in die Schweiz nur noch mit PCR-Test

Beachten müssen Urlauber und Tagesausflügler für die Schweiz: Bei Einreise ist ein negativer Test erforderlich, auch wenn man geimpft oder genesen ist, es muss inzwischen nicht mehr zwingend ein PCR-Test sein. Ungeimpfte müssen nach einigen Tagen einen weiteren Test machen. Gäste aus Bayern und Baden-Württemberg sind von der Testpflicht ausgenommen. Zudem muss ein Einreiseformular elektronisch ausgefüllt werden, ähnlich wie auch für Österreich und Italien.

Wichtig: Die Schweiz wird seit 5.12.2021, von Deutschland als Hochrisikogebiet eingestuft. Damit gelten für die Rückreise die gleichen Bedingungen wie aus Österreich.

Frankreich ist jetzt Hochrisikogebiet

Frankreich gilt ab 19.12.2021 als Hochrisikogebiet - wie schon Österreich und die Schweiz. Damit gelten dieselben Regeln etwa für die Rückreise. Auch in Frankreich haben sich die Regeln verschärft. In Folge der gestiegenen Inzidenzen gilt 3G in Skigebieten, der sogenannte "pass sanitaire", und zwar über 12 Jahren.

Für die Einreise nach Frankreich (und Rückreise von dort) ist ein 3G-Nachweis, also gegebenenfalls ein Test erforderlich (PCR oder Antigen laut Auswärtigem Amt). Der Test darf nach neuesten Regeln nur noch 24 Stunden alt sein. Auch in vielen öffentlichen Bereichen gilt die 3G-Regelung. Tests haben geregelte Höchstpreise von bis zu 49 Euro für einen PCR-Test und 29 Euro für den Antigen-Schnelltest.

Achtung beim Impfnachweis: ab Mitte Dezember gelten alle ab 65 Jahren (und ab Mitte Januar alle ab 18) nur dann als vollständig geimpft, wenn ihre 2. Impfdosis weniger als 7 Monate zurückliegt, oder sie schon eine dritte bekommen haben. Für alle, die mit einer Einmaldosis von Johnson&Johnson geimpft sind, ist ein Booster 2 Monate danach nötig.

Italien: Test vor der Einreise, 3G, Abstand, Gondeln nicht voll

Italien hat eine Testpflicht bei der Einreise eingeführt, die ab dem 16.12.2021 gilt. Bis Silvester müssen alle, die aus anderen EU-Ländern nach Italien kommen einen negativen Test vorlegen. Wer nicht geimpft ist muss zudem fünf Tage in Quarantäne.

In italienischen Skigebieten gilt die 3G-Regel - für alle ab 12 Jahren. Dafür benötigt man den sogenannten "Green Pass" oder z.B. das gleichgestellte digitale EU-Impfzertifikat.

Gondeln dürfen nur zu 80 Prozent belegt werden, auch Masken sind für Gäste ab sechs Jahren Pflicht. Diese Regelung ist auch in weiten Teilen des öffentlichen Lebens, ob Zug oder Restaurant, Alltag geworden.

Schon ab 6. Dezember 2021 wurden die Regelungen verschärft, seitdem gilt 2G, geimpft oder genesen, in vielen Bereichen, etwa Restaurants.

Sollte sich die Corona-Situation verschlechtern, könnten auch für Seilbahnen strengere Vorgaben in Kraft treten, etwa wenn das Skigebiet in einer Provinz liegt, die zur orangen oder roten Zone erklärt wird. Dann könnte 2G in Kombination mit einer geringeren Auslastung in Kraft treten und bei "rot" müssten die Lifte schließen.

Wer im neuen Jahr zum Skifahren nach Italien möchte, sollte noch weitere Neuerungen beachten: eine Haftpflichtversicherung wird Pflicht, es gilt eine 0,5 Promille-Grenze auf Pisten und eine Helmpflicht für alle bis 18 Jahren.

Generell gilt, wo auch immer das Urlaubs- oder Ausflugsziel liegt: Sich vorher kurz zu informieren, was am Zielort gilt, ist wichtig. Denn die Regelungen vor Ort und sogar von einzelnen Betrieben können sich schnell ändern. Weitere Informationen stellt der ADAC regelmäßig aktualisiert zusammen. Alle für Ein- und Ausreise wichtigen Punkte finden Sie auch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes für jedes Reiseland. Infos zu Tests in anderen Ländern gibt es hier.

Stornierung: Reisewarnung wegen Corona - ein "außergewöhnlicher Umstand"?

Viele Anbieter bieten Stornobedingungen bereits bei der Buchung an. Urlauber, die kurzfristig buchen, sollten im Hinterkopf haben: Bei Individualreisen ist es sinnvoll, vorher selbst eine Stornomöglichkeit zu vereinbaren.

Bei Pauschalreisen gilt: Es ist noch nicht höchstrichterlich geklärt, ob Reisewarnungen wegen Corona ein kostenloses Stornieren noch rechtfertigen oder als Grundlage dafür dienen können. Denn inzwischen ist es zumindest schwierig zu argumentieren, dass man nicht damit rechnen konnte, dass sich die Lage wegen Corona verändert. Es könnte also künftig nicht mehr als außergewöhnlicher Umstand im Sinne des Reiserechts gewertet werden, wenn ein Reiseland nach der Buchung als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuft wird. Gerichte beurteilen das im Moment unterschiedlich.

Auch wenn 2G erst nach der Buchung in Kraft tritt, gibt es offene Fragen, je nach Land. Zuerst sollte man versuchen, eine Einigung mit der Unterkunft zu finden und sich dann weiter rechtlich informieren.

Anders ist es bei einem Lockdown: Da sehen Reiserechtler durchaus eine Chance, kostenlos zu stornieren, weil die gebuchte Leistung dann nicht mehr erbracht werden kann.

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