Skifahrer, einer mit Maske, wärmen sich mit Kniebeugen und Gymnastik auf (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Verreisen im Winter

Skifahren in der Corona-Pandemie: Was ist möglich?

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In Baden-Württemberg sind erste Skilifte auf. Auch in den Alpen läuft in vielen Skigebieten die Saison - unter strengen Regeln. Was gilt wo für Skifahren und Winterurlaub?

Endlich wieder in den Schnee und auf die Piste - viele Wintersportfans haben darauf lange gewartet: Jetzt fahren die ersten Lifte auch in Baden-Württemberg. Der Liftverbund Feldberg und weitere Liftbetreiber, etwa an der Schwarzwaldhochstraße, haben den Betrieb aufgenommen, mit Regelungen zum Schutz vor Corona. In den Alpen sind einige Skigebiete in Betrieb - mit von Land zu Land unterschiedlichen Regeln und Bedingungen.

Große Unwägbarkeiten mit Blick auf den Wintertourismus

Aber ob Deutschland, Österreich oder anderswo: Die Frage, ob und wo ein Skiurlaub diesen Winter möglich sein wird, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Denn sollte sich der Verlauf der Corona-Pandemie verschlimmern, könnten weitere Beschränkungen in Kraft treten.

Deutsche Skigebiete

Skigebiete in Österreich

Skigebiete in der Schweiz

Skigebiete in Frankreich

Skigebiete in Italien

Stornomöglichkeiten

In deutschen Skigebieten mindestens 2G

In Baden-Württemberg gelten ab dem 4.12.2021 strengere Regelungen auch für Seilbahnen und Skilifte. Demnach dürfen die Anlagen nur unter 2G Plus-Regelung betrieben werden. Sie sind also nur für Geimpfte und Genesene offen, die zusätzlich einen negativen Test vorlegen können. Ausgenommen vom Testnachweis sind Menschen mit einer Boosterimpfung und Schülerinnen und Schüler und kleinere Kinder.

Ein Snowboarder fährt auf dem Feldberg eine Piste hinab. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Endlich Skifahren und Snowboarden, nachdem die vergangene Saison Corona zum Opfer fiel: Am Freitag (3.12.) genießt ein Snowboarder auf dem Felberg eine der ersten Abfahrten nach langer Pause. Mit 2G Plus soll der Spaß auch sicher sein: Nur diejenigen dürfen auf die Piste, die geimpft, genesen und zusätzlich getestet sind. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Am Feldberg ist die Saison am 3.12.2021 noch unter 2G-Bedingungen angelaufen, ab dem 4.12.2021 gilt 2G Plus. Den Testnachweis müssen Gäste vorzeigen, der Impf- oder Genesenenstatus wird beim Online-Ticketkauf oder an den Hauptkassen geprüft. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Weitere Lifte im Schwarzwald haben ebenfalls schon geöffnet oder wollen bald öffnen.

Skitouren-Geher auf dem eingeschneiten Feldberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Vergangenen Winter konnten die Lifte am Feldberg wegen der Pandemie nicht öffnen. Schlittenfahrer, Tourengeher und Spaziergänger kamen auf den höchsten Berg Baden-Württembergs. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Wichtig zu wissen: In Baden-Württemberg gilt aktuell die Alarmstufe II. In Alarmstufe I und II gibt es nicht mehr die Möglichkeit, ohne 2G-Status mit PCR-Tests in Hotels zu übernachten. Ausgenommen sind Härtefälle und dienstliche oder geschäftliche Reisen. Mit den strengeren Regelungen ab dem 4.12.2021 gilt auch in der Hotelgastronomie 2G Plus. Alle Regelungen im Überblick finden Sie hier.

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In Rheinland-Pfalz bereiten die Betreiber am Erbeskopf die Saison mit 2G-Regel im Lift vor. Der Plan ist, dass sich Skifahrer vorher online registrieren müssen. Sobald genug Schnee fällt zum Skifahren, dauert es etwa eine Woche bis der Skibetrieb vorbereitet ist.

Wichtig zu wissen: In Rheinland-Pfalz gilt ab 4.12.2021 in Restaurants und Hotels 2G Plus. Ausgenommen von der Testpflicht sind Menschen mit Booster-Impfung. Draußen gilt weiter 2G. Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Rheinland-Pfalz

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In Bayern ist für Seilbahnen und Lifte schon seit 24.11.2021 2G Plus vorgeschrieben. Damit haben nur Geimpfte und Genesene mit negativem Schnelltest Zugang. Außerdem dürfen die Anlagen nur zu einem Viertel ausgelastet sein. Die Zugspitze ist schon im November in die Saison gestartet, weitere Skigebiete machen jetzt sukzessive auf.

Wo besonders hohe Inzidenzen auftreten, über 1.000, gelten noch strengere Regelungen - in solchen Hotspots müssen Sportstätten schließen, oder dürfen gar nicht erst öffnen. Das betrifft auch Seilbahnen und Lifte. Das ist etwa in Kreisen im Bayerischen Wald oder in Oberbayern der Fall, wo die Lifte bisher noch nicht geöffnet hatten. Weitere Gebiete könnten dazu kommen und ebenfalls unter die strengeren Regeln fallen.

In Sachsen gilt ein Lockdown seit dem 22.11.2021 und zunächst bis 12.12.2021. Das betrifft unter anderem alle Freizeiteinrichtungen, sie müssen schließen. Hotelübernachtungen sind nicht möglich.

In Nordrhein-Westfalen hat das Skigebiet Winterberg bereits erste Lifte geöffnet. Hier gilt überall 2G, außer für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre.

Lockdown in Österreich: Gilt nicht für Skilifte - aber nicht alle Lifte fahren

Der Lockdown in Österreich gilt seit 22. November bis maximal 12. Dezember für alle. Danach soll er nur noch für Ungeimpfte gelten. Zwischendurch werden die Auswirkungen evaluiert. Informationen dazu gibt es zum Beispiel auf den Seiten des österreichischen Tourismusministeriums. Laut dem Tourismusportal austria.info sind touristische Reisen und Übernachtungen während des Lockdowns nicht möglich. Infos zu Stornomöglichkeiten finden Sie weiter unten.

Der Lockdown gilt allerdings nicht für das Skifahren, das hat der Nationalrat kurzfristig noch erlaubt. Das würde bedeuten, dass Tagesausflüge möglich sind - mit 2G-Regel im Skigebiet und FFP2-Masken-Pflicht an vielen Stellen, wo etwa Abstand halten nicht möglich ist, wie in Gondeln. Allerdings haben nicht alle Skigebiete auch geöffnet. Wer fahren möchte, sollte sich vorher über den Zielort informieren.

Liftfahren in Österreich für Ungeimpfte nicht möglich

Das bedeutet, dass Erwachsene ohne Impfung österreichische Skilifte nicht nutzen können. Wer ohne Lifte in die Berge will, etwa für Skitouren, sollte bedenken: Es gilt bei Einreise nach Österreich die sogenannte 2,5 G-Regelung - geimpft, genesen oder PCR-getestet. Zudem ist Österreich Hochrisikogebiet mit Regeln für die Wiedereinreise zurück nach Deutschland.

Wird der Lockdown vermutlich ab 13. Dezember für Geimpfte und Genesene aufgehoben, gilt nach jetzigem Stand wieder die 2G-Regel - für Skigebiete, wie auch für Restaurants und alle Arten von Unterkünften, vom Hotel bis zur Ferienwohnung. Nur Geimpfte und Genesene haben Zutritt. Antigen-, PCR- oder Antikörper-Test reichen nicht aus.

Kinder unter 12 Jahren sind ausgenommen (außer in Wien, hier muss ab 6 Jahre getestet werden). Für Kinder von 12 bis 15 Jahren gilt der sogenannte Ninja-Pass von österreichischen Schulen. Für Kinder aus dem Ausland gilt das nicht, an einer Lösung wird gearbeitet.

Corona-Impfung ab Dezember nur noch neun Monate gültig

In Österreich müssen Reisende außerdem darauf achten, dass ab 6. Dezember ein Impfzertifikat nur noch neun Monate ab dem Tag der zweiten Impfung gilt. Wer also schon früh in diesem Jahr geimpft worden ist, muss sich unter Umständen rechtzeitig um einen Termin für die dritte Impfung, die Booster-Impfung, kümmern. Eine Einmalimpfung mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson ist nur bis 3. Januar 2022 gültig - danach braucht es eine Auffrischung.

Quarantäne nach dem Urlaub in Österreich

Für Familien mit Kindern und Ungeimpfte könnte zudem die Rückreise zum Problem werden. Die deutsche Bundesregierung stuft Österreich seit Sonntag, 14. November, wieder als Hochrisikogebiet ein. Das bedeutet eine Quarantäne nach der Rückkehr, aus der man sich frühestens nach fünf Tagen frei-testen kann. Außerdem brauchen Ungeimpfte einen Test für die Wiedereinreise nach Deutschland.

Für geimpfte oder genesene Erwachsene ändert sich nichts, sie sind von der Quarantänepflicht befreit. Kinder unter 12 Jahre müssen fünf Tage in Quarantäne. Von der Einstufung als Hochrisikogebiet gibt es nur kleine Ausnahmen, für das Kleinwalsertal etwa.

Skifahren, Winterwandern mit und ohne Schneeschuhe: Urlaub im Schnee und Hüttenzauber - davon träumen viele schon jetzt, trotz Corona. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/APA | Barbara Gindl)
Urlaub im Schnee und Hüttenzauber - davon träumen viele, trotz Corona. picture alliance/dpa/APA | Barbara Gindl

In der Schweiz: unterschiedliche Corona-Regelungen möglich

In der Schweiz gilt grundsätzlich in Skigebieten nur eine Maskenpflicht. Für Restaurants oder Bars und viele öffentliche Einrichtungen dagegen ist für Gäste ab 16 Jahren im Innenbereich die 3G-Regel vorgeschrieben - auch in Hotelrestaurants, nicht aber für die Übernachtung.

Allerdings können Skigebiete auch abweichen und strengere Regelungen verhängen. Samnaun hat sich beispielsweise wegen der Verbindung zum österreichischen Ischgl auf 2G festgelegt. Die Fideriser Heuberge haben bereits im Sommer erklärt, eine 3G-Regel einzuführen.

Einreise in die Schweiz nur noch mit PCR-Test

Beachten müssen Urlauber und Tagesausflügler für die Schweiz: Bei Einreise ist ein negativer PCR-Test erforderlich, auch wenn man geimpft oder genesen ist - diese Verschärfung gilt ab dem 4.12.2021. Nach wenigen Tagen muss ein weiterer Test vorgelegt werden (PCR oder Antigen). Gäste aus Bayern und Baden-Württemberg sind von der PCR-Testpflicht ausgenommen, so ein Vertreter des Schweizer Bundesamts für Gesundheit, BAG. Zudem muss ein Einreiseformular elektronisch ausgefüllt werden, ähnlich wie auch für Österreich und Italien.

Wichtig: Die Schweiz wird ab 5.12.2021, von Deutschland als Hochrisikogebiet eingestuft. Damit gelten für die Rückreise die gleichen Bedingungen wie aus Österreich.

In Frankreich gilt jetzt 3G in Skigebieten

In Frankreich haben sich die Regeln verschärft. In Folge der gestiegenen Inzidenzen gilt 3G in Skigebieten, der sogenannte "pass sanitaire", und zwar über 12 Jahren.

Achtung beim Impfnachweis: ab Mitte Dezember gelten alle ab 65 Jahren (und ab Mitte Januar alle ab 18) nur dann als vollständig geimpft, wenn ihre 2. Impfdosis weniger als 7 Monate zurückliegt, oder sie schon eine dritte bekommen haben. Für alle, die mit einer Einmaldosis von Johnson&Johnson geimpft sind, ist ein Booster 2 Monate danach nötig.

Für die Einreise nach Frankreich (und Rückreise von dort) ist ein 3G-Nachweis, also gegebenenfalls ein Test erforderlich (PCR oder Antigen laut Auswärtigem Amt). Der Test darf nach neuesten Regeln nur noch 24 Stunden alt sein. Auch in vielen öffentlichen Bereichen gilt die 3G-Regelung. Tests haben geregelte Höchstpreise von bis zu 49 Euro für einen PCR-Test und 29 Euro für den Antigen-Schnelltest.

Italien: 3G, Abstand, Gondeln nicht voll

In italienischen Skigebieten gilt die 3G-Regel - für alle ab 12 Jahren. Dafür benötigt man den sogenannten "Green Pass" oder z.B. das gleichgestellte digitale EU-Impfzertifikat.

Gondeln dürfen nur zu 80 Prozent belegt werden, auch Masken sind für Gäste ab sechs Jahren Pflicht. Diese Regelung ist auch in weiten Teilen des öffentlichen Lebens, ob Zug oder Restaurant, Alltag geworden.

Ab 6. Dezember 2021 werden die Regelungen verschärft, dann gilt 2G, geimpft oder genesen, in vielen Bereichen, etwa Restaurants.

Sollte sich die Corona-Situation verschlechtern, könnten auch für Seilbahnen strengere Vorgaben in Kraft treten, etwa wenn das Skigebiet in einer Provinz liegt, die zur orangen oder roten Zone erklärt wird. Dann könnte 2G in Kombination mit einer geringeren Auslastung in Kraft treten und bei "rot" müssten die Lifte schließen.

Generell gilt, wo auch immer das Urlaubs- oder Ausflugsziel liegt: Sich vorher kurz zu informieren, was am Zielort gilt, ist wichtig. Denn die Regelungen vor Ort und sogar von einzelnen Betrieben können sich schnell ändern. Weitere Informationen stellt der ADAC regelmäßig aktualisiert zusammen. Alle für Ein- und Ausreise wichtigen Punkte finden Sie auch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes für jedes Reiseland.

Stornierung: Reisewarnung wegen Corona - ein "außergewöhnlicher Umstand"?

Viele Anbieter bieten Stornobedingungen bereits bei der Buchung an. Urlauber, die kurzfristig buchen, sollten im Hinterkopf haben: Bei Individualreisen ist es sinnvoll, vorher selbst eine Stornomöglichkeit zu vereinbaren.

Bei Pauschalreisen gilt: Es ist noch nicht gerichtlich geklärt, ob Reisewarnungen wegen Corona künftig ein kostenloses Stornieren noch rechtfertigen oder als Grundlage dafür dienen können. Denn inzwischen ist es zumindest schwierig zu argumentieren, dass man nicht damit rechnen konnte, dass sich die Lage wegen Corona verändert. Es könnte also künftig nicht mehr als außergewöhnlicher Umstand im Sinne des Reiserechts gewertet werden, wenn ein Reiseland nach der Buchung als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuft wird. Ebenso stellt sich die Frage wenn 2G-Regeln später eingeführt werden.

Wer etwa nicht geimpft oder genesen ist und nicht mehr in ein Hotel reisen möchte, wo er einen PCR-Test (wie etwa bis vor Kurzem in der Warnstufe in Baden-Württemberg) vorlegen müsste, kann schwerlich auf ein kostenloses Storno hoffen, denn die Leistung wird ja angeboten. Auch wenn 2G erst nach der Buchung in Kraft tritt, gibt es offene Fragen, je nach Land. Zuerst sollte man versuchen, eine Einigung mit der Unterkunft zu finden und sich dann weiter rechtlich informieren.

Anders ist es bei einem Lockdown: Da sehen Reiserechtler durchaus eine Chance, kostenlos zu stornieren, weil die gebuchte Leistung dann nicht mehr erbracht werden kann.

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