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Silvester ohne Feuerwerk und Böller - für viele unvorstellbar. Doch die Knallerei verpestet die Luft. Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich für Verbote in bestimmten Städten ein.

Lärmbelästigung, Abfallberge und vor allem: hohe Feinstaubwerte. Die Ökobilanz der Böllerei zu Silvester ist ernüchternd. In den Städten werden dabei nicht selten Feinstaubwerte von über 1.000 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) gemessen – ein Vielfaches des Wertes, den die Weltgesundheitsorganisation WHO für vertretbar hält.

Neujahr - ein Albtraum für Asthmatiker

Vor allem für Asthmatiker wird so der Jahreswechsel oft zum Albtraum: In der Silvesternacht und den frühen Morgenstunden des 1. Januar trauen sich viele Menschen mit dieser Atemwegskrankheit in den Städten kaum auf die Straße.

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Verbot von privatem Feuerwerk in belasteten Städten?

In Deutschland sind 98 Städte wegen der Feinstaubbelastung ins Visier der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geraten. Dort liegt der Jahresmittelwert bei diesem Luftschadstoff ständig über den von der WHO gerade noch tolerierten 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dazu gehören neben Stuttgart auch die Städte Esslingen, Heilbronn, Mannheim, Markgröningen (Kreis Ludwigsburg), Reutlingen,Tübingen, Ludwigsburg und Mainz.

In diesen Kommunen sieht die DUH Handlungsbedarf und fordert, privates Feuerwerk zu verbieten. Die geltenden Immissionsgesetze bieten in den meisten Bundesländern laut DUH Spielräume für Böllerverbote zu Silvester, allerdings würden diese bislang nicht genutzt. In Esslingen und Tübingen gelten bereits Böller-Verbote für die historischen Zentren mit ihren Fachwerkhäusern. In der Vergangenheit hatte es dort wegen Silvesterraketen gebrannt.

Silvester feiern ohne Feinstaub - so gehts

Andere Nationen sind der DUH zufolge schon weiter. In Dänemark und Slowenien dürfen Feuerwerkskörper nicht einmal verkauft werden. In Neuseeland, Südafrika und auch in Paris müssen die Menschen in den Innenstädten ohne Böller und Kracher an Silvester auskommen.

Die DUH nennt noch eine weitere Alternative: In den bayerischen Städten Straubing und Landshut gab es bereits festliche und farbenfrohe Silvesterfeiern, die komplett ohne Kracher auskamen, möglich gemacht durch – garantiert feinstaubneutrale – Lasershows.

Pyrotechnikerverband kritisiert Rechnung der DUH

Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk hält Lasershows dagegen für keine Alternative. „Es geht an Silvester doch vielen Leuten gerade darum, etwas selbst zu machen“, meint Verbandssprecher Dirk Abolins im SWR. Außerdem kritisiert er die Zahlen, die von der DUH zu dem Thema verbreitet werden.

Laut DUH setzen die Feuerwerkskörper bundesweit insgesamt etwa 5.000 Tonnen Feinstaub frei – 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. "Die Zahlen sind extra so gemacht, dass es nach viel klingt. Relativiert man das auf die Gesamtmenge des Feinstaubes, dann kommen wir nur noch auf einen jährlichen Anteil von 2,2 Prozent", so Abolins im SWR. Außerdem sei die Summe von 5.000 Tonnen Feinstaub lediglich eine Schätzung der Umwelthilfe. Qualifizierte Messungen dazu gebe es dem Verbandssprecher zufolge nicht.

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