STAND
REDAKTION

Der Kampf gegen Propaganda und Manipulationsversuche kostet Facebook laut Unternehmens-Chef Mark Zuckerberg jedes Jahr Milliarden. Täglich lösche das Netzwerk rund eine Million gefälschter Accounts.

Eine genaue Zahl nannte Zuckerberg auf der Sicherheitskonferenz in München nicht, jedoch liege Facebooks-Budget für den Kampf gegen Propaganda und Manipulation in diesem Jahr höher als der Umsatz des gesamten Unternehmens beim Börsengang im Mai 2012.

Automatische Software erkennt Fake-Accounts

Rund eine Million Fake-Accounts lösche das Online-Netzwerk Tag für Tag. Meistens unmittelbar nach deren Einrichtung, so Zuckerberg. Dafür setze Facebook hauptsächlich auf Software, die automatisch zweifelhafte Profile erkennen soll.

Solche gefälschten Accounts werden unter anderem zu Netzwerken zusammengeschaltet, über die die öffentliche Meinung manipuliert werden soll.

Propaganda-Kampagnen im US-Präsidentschaftswahlkampf

Im US Wahlkampf 2016 wurde Facebook für solche Propagandzwecke missbraucht. Nach Erkenntnissen des Online-Netzwerks und westlicher Geheimdienste wurden die Propaganda-Kampagnen von Russland aus orchestriert. Die russische Regierung weist solche Vorwürfe zurück.

Zuckerberg räumte erneut ein, dass die Branche damals zu langsam reagiert habe - inzwischen sei man aber überzeugt, Wahlen sicher gestalten zu können. Im vergangenen Jahr seien rund 50 Netzwerke aus gefälschten Accounts gestoppt werden, sagte er.

Zuckerberg will mehr Regulierung

Seine Position, dass Internetunternehmen mehr Regulierung bräuchten, bekräftigte Zuckerberg. Beispielsweise bei Wahlen, der Löschung von Inhalten oder dem Datenschutz. Er sagte, dass Unternehmen wie Facebook nicht entscheiden sollten, was falsch und was richtig sei.

Zuletzt wurde das Unternehmen kritisiert, weil es beschlossen hatte, Äußerungen von Politikern grundsätzlich von seinem Faktencheck-Programm auszunehmen. Laut Zuckerberg müsse das Internet ein Ort bleiben, an dem jeder offen seine Ideen teilen kann.

Fake News erkennen

Fake News funktionieren oft über Emotionalisierung und Skandalisierung, sind also besonders reißerisch formuliert und ziehen so unsere Aufmerksamkeit an. Inhaltlich sind sie dann so erfolgreich, weil sie vermeintlich das bestätigen, was ihre Leser sowieso glauben oder glauben wollen. Es gibt allerdings mehrere Möglichkeiten, wie man Fake News erkennen kann. Dazu gehören:

  • Den Urheber prüfen
  • Den Inhalt Hinterfragen
  • Googlen
  • Anrufen und nachfragen

Der ARD-Faktenfinder greift darüber hinaus aktuelle Themen auf, über die Fake News verbreitet werden.

STAND
REDAKTION