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Sichere E-Mails Die NSA geärgert

E-Mails werden ab sofort für mehr als 30 Millionen Kunden in Deutschland sicherer. Sie werden so verschlüsselt, dass angeblich auch Geheimdienste nicht mehr mitlesen können.

Von SWR-Reporter Kai Laufen

Die führenden deutschen E-Mail-Anbieter WEB.DE und GMX wenden ab sofort eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an. Dabei wird der Inhalt einer E-Mail schon auf dem Computer des Absenders verschlüsselt und erst auf dem des Empfängers wieder entschlüsselt.

Sollte die Nachricht zwischendurch abgefangen werden, könnte ihr Inhalt nicht gelesen werden. Das Verfahren funktioniert auch auf Mobilgeräten und kann somit von mehr als der Hälfte aller deutschen E-Mailnutzer auf einfache Weise aktiviert werden.

Alte Technik neu angewandt

Die Technik dahinter ist zwar schon rund 20 Jahre alt, war aber bisher für die Mehrheit der Anwender zu kompliziert. Die in Karlsruhe ansässigen Marken Web.de und GMX, die zusammen mehr als 50 Prozent Marktanteil haben, wollen in der Weiterentwicklung der E-Mail dem Kundenwunsch nach mehr Sicherheit nachkommen.

Ein Konzernsprecher sagte, nach den Enthüllungen von Edward Snowden habe man eine gesteigerte Sensibilität der Nutzer festgestellt. Ein möglicher Nachteil sei allerdings, dass verschlüsselte Mails von Antivirenprogrammen nicht mehr auf eventuelle Viren überprüft werden können.

Große Sicherheitslücke bei mobilen Nutzer

Dabei machten die Mail-Anbieter GMX, web.de und 1&1 erst kürzlich negativ Schlagzeilen: Die Zeitschrift "Wired" berichtete, dass es möglich war, ohne Login und Passwort auf die Postfächer der mobilen Mail-Portale auf Smartphones und Tablets zuzugreifen.

Der Betreiber United Internet sagte dem SWR, die Sicherheitslücke sei inzwischen geschlossen. Es habe nach derzeitigem Kenntnisstand keine unerlaubten Zugriffe gegeben.

Online-Redaktion: Peter Mühlfeit

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