Kirsten Tromnau (Foto: SWR)

Sexuelle Belästigung in Landesbehörden

Meinung: Opfer brauchen mehr als nur Debatten

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Kirsten Tromnau

Wie kann man Opfern von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz helfen, darum geht es im baden-württembergischen Innenausschuss. Diskutiert wird aber nur sehr oberflächlich, echte Hilfe für die Opfer ist nicht in Sicht, meint Kirsten Tromnau.

Das Thema sexuelle Belästigung in Landesbehörden beschäftigt derzeit den Innenausschuss des baden-württembergischen Landtags. Das Innenministerium weiß von 230 Fällen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in den Landesbehörden innerhalb der vergangenen drei Jahre. Im Zuge der Affäre um den ranghöchsten Polizisten im Land wurde diese Zahl auf Anfrage der SPD bekanntgegeben.

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Das bedeutet im Schnitt 70 bis 80 Fälle pro Jahr. Bei jedem vierten ging es laut Ministerium um sexuelle Belästigung durch den Vorgesetzten. Opfer-Organisationen wie der Weiße Ring gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Nur jeder 15. Fall werde angezeigt. Frauen trauen sich das oft nicht, sie empfinden zu viel Scham oder haben Angst, dass man ihnen nicht glaubt. Im Innenausschuss soll nun erörtert werden, wie man künftig die Meldewege für die Opfer verbessern kann.

Das geht mir nicht weit genug. Betroffene Frauen verfolgen sicherlich genau, wie mit den laufenden Fällen verfahren wird und welche Konsequenzen aus den bekanntgewordenen Zahlen gezogen werden. Sinnvoll wäre es meines Erachtens, zunächst die tatsächliche Zahl der Fälle mittels einer anonymisierten Umfrage zu ermitteln. Und dann zu überlegen, wie man den Opfern von sexueller Belästigung sinnvoller helfen kann als nur über einen "verbesserten" Meldeweg.

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