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Tiere haben’s schwer. Nach Berechnungen des WWF ist mittlerweile fast jede dritte Tierart vom Aussterben bedroht. Hauptgrund: natürlich der Mensch. Führt das zu neuen Überlebensstrategien?

In dieser Woche erreichen uns wieder schlimme Meldungen aus dem Tierreich. Nach Ansicht des World Wildlife Fund sind immer mehr Tiere vom Aussterben bedroht. Beinahe jede dritte Tierart steht demnach auf der sogenannten Roten Liste und muss sich akute Gedanken über ihre Zukunft machen.

Biologen, Tierfreunde und Feinschmecker wissen: Das ist die natürliche Selektion. Tiere, die langsam sind oder auffällig bunt, oder die besonders gut schmecken, sind quasi von Natur aus gefährdet. Erfahrene Raubtiere wie Löwen, Tiger oder Haifische kümmern sich relativ wenig um rote Listen, wenn sie morgens oder abends Hunger haben.

Sorgt für Drama: der Mensch

Aus Tier-Sicht wird die Sache nochmal dramatischer, wenn der Mensch ins Spiel kommt: Denn in der Zeit, in der der Fuchs – nach der Überlieferung – eine Gans stiehlt, zerlegen die motivierten Mitarbeiter von Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gleich ein ganzes Kühlhaus voller Gänse, Enten und was auch immer noch gerade angeliefert wird.

Ein Feldhamster krabbelt auf einer Ackerfläche aus seinem Bau.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)
Nach wie vor vom Aussterben bedroht: der Feldhamster picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Da helfen auch ausgeklügelte PR-Strategien nur wenig: Denn der Feldhamster – auch bedroht – schafft es zwar jedes Jahr zuverlässig in die Schlagzeilen, weil er auf Bildern einfach so süß aussieht und damit quasi von selbst zu seiner Rettung aufruft. Leider ist er trotzdem auch weiter jedes Jahr wieder vom Aussterben bedroht, weil so gut wie niemand weiß, was er genau zur Rettung des Feldhamsters unternehmen müsste.

Gut versteckt: die Seegurke

Die Seegurke dagegen taucht so gut wie nie in irgendwelchen Artikeln auf. Ich vermute, das liegt daran, dass Seegurken auf Fotos oft recht unbeteiligt wirken. Trotzdem hat es die Seegurke laut WWF im vergangenen Jahr geschafft, ihren Bestand einigermaßen zu stabilisieren.

Das Geheimnis ihres Erfolgs? Ich glaube: Seegurken leben zum Großteil auf dem Meeresboden – und damit in vielen Fällen ziemlich weit weg vom Menschen.

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