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Schweinegrippe-Erreger Die Grippewelle rollt

Fieber, Gliederschmerzen, bleierne Erschöpfung - das sind die Hauptsymptome der Influenza. Von der aktuellen Grippewelle in Deutschland sind vor allem jüngere Menschen betroffen.

Von Ulrike Till, SWR-Wissenschaftsredaktion

Das zuständige Robert-Koch Institut spricht von 2.400 Influenza-Fällen seit Jahresbeginn (Stand 12.2.2016). Da aber längst nicht alle Fälle gemeldet werden, dürfte die tatsächliche Zahl der Erkrankten deutlich höher liegen. Dass es jetzt vor allem jüngere Menschen erwischt, liegt an dem derzeit besonders weit verbreiteten Virustyp: Bei rund siebzig Prozent der Kranken findet sich die Influenzavariante A H1N1 – diesen Erreger kennen wir auch als Schweinegrippe.

Schon beim ersten Auftreten vor sieben Jahren hat das Virus junge Menschen stärker getroffen als Senioren. Forscher vermuten, dass ältere Menschen durch frühere Impfungen oder Infektionen bessere Abwehrkräfte gegen diesen Virustyp haben. Es könnte auch sein, dass ein junges Immunsystem gerade auf diesen Erregerstamm besonders heftig reagiert.

Impfen scheint noch ratsam

In Süddeutschland ist die Grippewelle, die mehrere Monate anhalten kann, gerade erst angerollt – hier kann eine Impfung wahrscheinlich noch schützen. Allerdings braucht es zehn bis vierzehn Tage, bis der Impfschutz komplett ist. In der gängigen Dreifachimpfung ist die jetzt grassierende Variante A enthalten, aber es gibt es auch noch eine Variante B. Vor dieser selteneren Influenzaform schützt nur eine Impfung mit Vierfach-Wirkstoff.

Zum Glück lässt sich der im Moment so verbreitete Influenzatyp A mit Medikamenten behandeln: Laut Weltgesundheitsorganisation spricht das Virus auf Tamiflu und Relenza an. Beide sollen dafür sorgen, dass die Grippe milder verläuft. Wie gut sie wirken, ist unter Experten aber umstritten. Die Genfer Gesundheitswächter empfehlen die Mittel besonders für chronisch Kranke und andere Patienten mit erhöhtem Risiko – sie sollten die Medikamente am besten in den ersten zwei Tagen bekommen.

Weitere Informationen von Dominik Bartoschek, SWR-Umweltredaktion

Online: Peter Mühlfeit / Christine Trück