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BGH zu Schufa-Daten Was muss die Schufa selbst preisgeben?

Wer ein Auto auf Kredit kauft oder in eine neue Wohnung umzieht, kennt das Procedere: Gern wird eine Schufa-Auskunft verlangt, um die Kreditwürdigkeit einzuschätzen. Doch wie die Schufa zu ihrer Bewertung kommt, verrät sie nicht so gerne. Nun beschäftigt sich der BGH damit.

Ein junges Paar betrachtet am 07.10.2009 in Leipzig während einer Pressevorführung einen BMW X1.

Ein neues Auto? Beim Kauf auf Kredit kommt häufig die Schufa ins Spiel, die Auskunft über die Kreditwürdigkeit des Käufers geben soll

Die Schufa und andere private Unternehmen wie Creditreform, Infoscore oder Bürgel arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip: sie sammeln Daten und geben diese weiter. Die Schufa ist dabei die größte dieser so genannten Wirtschaftsauskunfteien. Sie hat Daten von mehr als 66 Millionen Menschen in Deutschland gespeichert, also im Grunde von jedem Erwachsenen.

Die Schufa weiß ziemlich viel über jeden

Die Daten bekommt die Schufa zu großen Teilen von ihren Vertragspartnern, von Banken, Versicherungen oder Händlern. Die Schufa weiß also neben meinem Namen, Adresse und Alter zum Beispiel, ob ich ein Girokonto oder eine Kreditkarte besitze, ob ich einen Kredit laufen habe und zu welchen Konditionen, ob ich einen Handy-Vertrag habe oder ein Kundenkonto bei einem Versandhändler. Die Schufa nennt das "positive Informationen".

Ein Formular für eine Schufa-Bonitätsauskunft am 12.04.2010 in Berlin.

"Scoring" ("Einstufen") nennt sich das Schufa-Verfahren zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit.

Aus Daten erstellt Schufa eine Prognose

Aber sie besitzt auch negative Informationen über mich: sie weiß von geplatzten Krediten, von Mahnverfahren oder auch wenn ich einmal Insolvenz angemeldet haben sollte. Aus diesen positiven und negativen Informationen ermittelt die Schufa einen Wert, den so genannten "Score", der aussagt, wie kreditwürdig ich bin. Den stellt die Schufa wiederum ihren Vertragspartnern zur Verfügung, also Banken, Versicherungen oder Händlern.

Außenaufnahme des Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Baden-Württemberg) am 31.10.2012.

Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden, was die Schufa selbst über sich preisgeben muss.

Schlechter Schufa-Score hat unangenehme Konsequenzen

Ein schlechter Score kann dazu führen, dass ich keinen Kredit bekomme – oder nur einen zu schlechten Konditionen. Verbraucher haben übrigens ein Recht darauf, zu erfahren, welche Daten die Schufa oder andere Auskunfteien besitzen – dazu reicht ein formloses Anschreiben. Falsche Einträge müssen dann korrigiert werden. Wie die Daten bei der Berechnung des Scores aber gewichtet werden, wie der Wert genau zustande kommt, das muss die Schufa bisher nicht bekannt geben.

An allem interessiert, aber selbst ziemlich verschlossen

Diese Intransparenz kritisieren Verbraucherschützer schon lange. Denn oft würden Handyverträge abgelehnt, nur weil der Verbraucher in einem sozial schwächeren Wohnviertel lebt. Und wenn Auskunfteien das Alter des Kunden nicht kennen, dann sollen sie auch schon mal vom Vornamen darauf schließen lassen. Denn: Karl ist schließlich kreditwürdiger als Kevin.