Bitte warten...

Scharfe Currysaucen Brandanschlag auf den Gaumen

Ob Allergie oder nur die Schärfe: TV-Moderator Stefan Mross ist die Sauce der Currywurst nicht bekommen. Auf den Schärfestoff Capsaicin reagiert der Körper wie auf Verbrennungen.

Mit Essen haben superscharfe Chilisaucen nichts zu tun. Sie sind ein Brandanschlag auf den Gaumen und können akut gefährlich sein. Der Schärfe-Stoff Capsaicin dockt nämlich an den Hitze-Rezeptoren an. Der Körper reagiert wie auf eine schwere Verbrennung.

Adrenalin und Endorphine werden ausgeschüttet. Wasser wird zur Brandstelle gebracht, deshalb laufen die Spucke und die Nase gleichermaßen. Das Ganze schwillt an. Aber auch Kreislaufschocks, akuter Bluthochdruck und selbst Herzinfarkte sind bei Extrem-Scharf-Ess-Wettbewerben schon beschrieben worden.

Von rebellierenden Mägen einmal ganz abgesehen. Da braucht es nicht einmal eine allergische Reaktion. Die gibt es zwar auch, aber sie ist eher selten.

Von Paprika zum Pfefferspray

Tipp: Capsaicin ist nicht wasserlöslich. Deshalb kann man den Brand damit auch nicht löschen. Besser sind Fettiges, Milchprodukte und Stärkehaltiges wie Brot.

Die Schärfe wird in Scoville-Einheiten gemessen: 0 ist Paprika, Pepperoni haben bis 500, Tabasco pur bis 8.500. Piri-Piri kommt an die 100.000 ran und dann geht es weiter bis zum Polizei-Pfefferspray, das fünf Millionen Scoville hat.

Das Capsaicin reizt nicht nur im Mund. Wer Chilis schneidet und dabei etwas davon ins Auge kriegt, weiß das. Köche, die oft Chilies verarbeiten und schneiden, können die so genannte Hunan-Hand entwickeln - mit starken Schmerzen und ekligem Ausschlag.

Mexikaner vertragen viel mehr

Man kann sich in Maßen an die Schärfe-Attacken gewöhnen: Mexikaner können im Schnitt zehn bis 100 mal so viel reines Capsaicin am Tag aufnehmen wie Deutsche. Ob das gesund ist, darüber streiten die Gelehrten. Ganz sicher sind die Ultra-Saucen schädlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung meint: Mehr als 6 Gramm reiner Wirkstoff pro Kilogramm Sauce sind gemeingefährlich.

Stefan Mross

Zu scharfe Currysauce

Mross kollabiert

Musiker und TV-Moderator Stefan Mross ist nach dem Genuss scharfer Currysaucen in seiner Sendung "Immer wieder sonntags" in Rust (Ortenaukreis) am 10.8.2014 zusammengebrochen. Kollege Guido Cantz musste einspringen.

Mehr zum Thema im SWR: