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„Es kommt drauf an, was man draus macht“: In seinem Jahresrückblick hält Martin Rupps es mit dem alten Werbespruch für Beton. Das war 2020 schwieriger, aber nicht unmöglich.

Ich las gerade noch einmal die Weihnachts- und Neujahrskarten, die ich seit Mitte Dezember erhalten habe. Fast alle beginnen mit einem Stoßseufzer wie „Das Jahr 2020 hat uns viel abverlangt…“. Ja, hat es.

Wie die meisten anderen Menschen habe ich unter den „Kontaktbeschränkungen“ gelitten. Unter dem Einfrieren des sozialen Lebens und der – philosophisch ausgedrückt – Geworfenheit auf mich selbst. Aber ich halte es gern mit dem alten Werbespruch für Beton: „Es kommt drauf an, was man draus macht.“ Das war dieses Jahr mühsamer als sonst, aber möglich.

Ich empfand in diesem Jahr Glücksgefühle der merkwürdigen Art, aber Glück ist Glück! Auf Facebook postete jemand die Plattenhülle von Peter Alexanders Lied „Die kleine Kneipe“. Darunter den Spruch: „Du fehlst mir so.“ Mehr als sonst tat es mir gut zu wissen, dass anderen gerade dasselbe fehlt.

Erster Haarschnitt unter Corona-Vorsichtsmaßnahmen in Friedrichshafen  (Foto: SWR, Thomas Wagner)
Endlich zum Friseur? Zum zweiten Mal in diesem Jahr sind Salons nun über Wochen geschlossen Thomas Wagner

Nach Wochen endlich wieder zum Friseur

Genauso ging es mir, als zwischendurch wieder die Normalität Einzug zu halten schien. Ich freute mich wie ein Kind, als ich nach dem ersten Lockdown endlich „meinen“ Friseursalon betreten durfte. In das Becken „meines“ Hallenbades steigen. Kindern dabei zusehen, wie sie freudestrahlend „ihren“ Spielplatz zurückeroberten.

Beim Gang in Geschäfte und Kaufhäuser machte ich die Erfahrung, dass es eine Wiedersehensfreude zwischen wildfremden Menschen gibt. Diese Einkäufe blieben mir in Erinnerung. Einfach weil wieder Begegnung möglich war.

Auch das Jahr 2020 hatte für mich viel Schönheit und Größe. Ich musste dazu im Kleingedruckten blättern.

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