Bitte warten...

Zwischenfälle im AKW Cattenom Eine Panne nach der anderen

Es ist eine tickende Zeitbombe nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz: das französische Atomkraftwerk Cattenom. Seit Jahren macht der Meiler Schlagzeilen mit Zwischenfällen und Pannen. Allein die Liste der Vorfälle der letzen Monate ist lang.

Cattenom_Karte

Das Atomkraftwerk Cattenom ist etwa 65 Kilometer von Trier entfernt.

2. Februar 2018

Die Turbine im nicht-nuklearen Bereich des Reaktorblocks 4 bleibt stehen. Nach dem Ausfall wird der Block zeitweise vom Netz genommen. Zwei Tage später wird der Reaktorblock wieder in Betrieb genommen.

21. November 2017

Der Stromkonzern EDF teilt mit, dass es bei der Herstellung einzelner Brennstäbe für französische Atomkraftwerke Fehler in der Qualitätskontrolle gegeben hat. EDF sei vom Zulieferer Areva darüber informiert worden. Areva könne nicht belegen, "dass die Qualitätskontrolle zur Dichtheit dieser Brennstäbe ausgeführt wurde". Drei der fraglichen Brennstäbe seien derzeit in Benutzung, einer davon im Atomkraftwerk Cattenom. Die mangelnde Kontrolle habe angeblich keinen Einfluss auf den Betrieb.

11. Oktober 2017

Bei allen vier Reaktoren des Kernkraftwerks werden massive Mängel an Wasserrohren festgestellt. Es geht um Rohre, die die Kraftwerke im Fall eines Brandes versorgen sollen. Bei einem Erdbeben wäre die Wasserversorgung der Anlagen gefährdet. (Störfall Stufe 2)

18. August 2017

Ein Arbeiter wird bei Wartungsarbeiten in Block 4 kontaminiert. Laut Mitteilung entfernte die Ausgangskontrolle den radioaktiven Staub in seinem Nackenbereich sofort nach Auffinden. (Vorfall Stufe 1)

Seit Inbetriebnahme des Atomkraftwerks im Jahr 1986 hat es mehr als 800 meldepflichtige Zwischenfälle gegeben, darunter Brände, Notabschaltungen und Strahlenunfälle. Rheinland-Pfalz und das Saarland wollen die Abschaltung des Atomkraftwerks durch eine Klage erreichen. Voraussetzung dafür ist der Nachweis, dass von Cattenom ein "schwerwiegendes Risiko" ausgeht. Ein sicherheitstechnisches Gutachten soll noch in diesem Jahr vorliegen.

8. August 2017

Block 1 wird wegen des Funktionsausfalls eines Schutzschalters im nichtnuklearen Bereich abgeschaltet.

18. Juli 2017

EDF meldet, dass in Block 3 Pumpen zur Notversorgung der Dampferzeuger ohne gegebenen Anlass ihren Betrieb aufnahmen. Der Vorfall ereignete sich beim Wiederanfahren des Reaktors.

1. Juni 2017

Wegen Rauchentwicklung vor dem Sandfilter von Block 2 wird Feueralarm ausgelöst. EDF-Mitarbeiter schalten die Anlage ab. Der Sandfilter wird laut Betreiber nur im Fall eines Unfalls eingesetzt - er dient dazu, im Notfall Druck abzulassen und dabei den Großteil der Radioaktivität zurückzuhalten.

19. Mai 2017

Block 1 schaltet sich wegen einer Funktionsstörung am Haupttransformator automatisch ab. Er geht erst wieder am 6. Juli ans Netz.

27. April 2017

In Block 2 wird ein Montagefehler am Schmiersystem einer Noteinspeisepumpe festgestellt. Dieser Defekt hätte im Ernstfall zur Überhitzung und zum Ausfall der Pumpe führen können. Im Nachhinein stellten die EDF-Mitarbeiter fest, dass der Fehler bereits seit der letzten Überprüfung im Jahr 2008 bestand. Die Pump-Anlage ist für die zusätzliche Kühlung des Reaktors bei einem Störfall vorgesehen. (Ereignis der Stufe 1 der INES-Skala)

18. April 2017

Das Atomkraftwerk Cattenom an der Obermosel

Das Atomkraftwerk Cattenom an der Obermosel

Block 1 wird wegen Fehlfunktionen an einem Dampfventil im nichtnuklearen Bereich heruntergefahren.

12. April 2017

EDF meldet Versäumnisse bei der Erfassung von Messungenauigkeiten des radioaktiven Überwachungssystems KRT. Mit diesem System soll die Integrität der Brennstäbe während des Brennelementwechsels erfasst werden. Auf dieser Grundlage wird auch im Ernstfall Evakuierungsalarm ausgelöst. (Ereignis Stufe 1)

5. Februar 2017

In einem Maschinenraum brennt es - der zweite Brand innerhalb einer Woche auf dem AKW-Gelände. EDF teilt mit: keine Gefahr für Bevölkerung und Personal.

31. Januar 2017

In einem Verwaltungsgebäude bricht gegen 22 Uhr Feuer aus. Der Brand erfasst eine Fläche von etwa 1.000 Quadratmetern. Der nukleare Teil der Anlage sei nicht betroffen gewesen, teilt EDF mit. Es habe keine Gefahr für Mitarbeiter oder für die Sicherheit der Anlage bestanden. Laut französischer Medien ist der Rauch von weitem zu sehen.

17. Januar 2017

In der Aufbereitungsanlage für Abwässer aus den Kühltürmen wird Ammoniakgeruch festgestellt. Die Feuerwehr wird verständigt und die Beschäftigten werden angewiesen, in ihren Arbeitsräumen zu bleiben. Die daraufhin erfolgten Messungen ergeben - laut EDF - keine Gefährdung für Mensch und Umwelt.