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Flüchtlinge in Hermeskeil Mehr Zelte als Übergangslösung

In Hermeskeil sollen weitere Flüchtlinge untergebracht werden. Bei einem Besuch kündigte Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) an, dass ein weiteres Zelt aufgestellt werden soll.

Integrationsministerin Irene Alt hat angekündigt, dass in Hermeskeil ein weiteres Zelt für Flüchtlinge aufgestellt wird

Integrationsministerin Irene Alt hat angekündigt, dass in Hermeskeil ein weiteres Zelt für Flüchtlinge aufgestellt wird

Derzeit stehen auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne bereits drei Zelte für etwa 300 Asylsuchende. Mit dem vierten Zelt könnten dann bis zu 500 Flüchtlinge in Hermeskeil untergebracht werden, sagte die Ministerin. In das zusätzliche Zelt könnten dann auch Flüchtlinge einziehen, die derzeit in der Trierer Dasbachstraße leben - dort gibt es nicht mehr genug Platz für die vielen Menschen aus den Krisengebieten.

Jedoch sei nicht jeder Flüchtling dazu bereit, sich in den Bus nach Hermeskeil zu setzen, so die Ministerin bei ihrem Vor-Ort-Termin: "Wir haben die Situation in Trier, dass noch Menschen in den Garagen geblieben sind. Sie haben unser Angebot, mit dem Bus hierher zu fahren, nicht angenommen. Sie wollen lieber in den Garagen bleiben. Das müssen wir akzeptieren, wir können die Menschen ja nicht zwingen."

Keine andere Wahl als Zelte

Ursprünglich war geplant war, die ersten Flüchtlinge erst Anfang November nach Hermeskeil zu bringen. Da jedoch jeden Tag viele weitere Asylsuchende ins Land kommen, habe die Landesregierung keine andere Wahl gehabt, als auch in Hermeskeil Zelte aufzustellen. "Wir hatten ja zwischenzeitlich die Situation, dass Menschen in Trier draußen campiert haben", sagte Ministerin Alt am Dienstag. "Das war für uns kein haltbarer Zustand und wir haben gesagt: Für jeden Menschen ein Dach über dem Kopf und ein Bett. Deswegen haben wir an verschiedenen Stellen nochmal Zelte zusätzlich aufgemacht."

Derzeit sind die Flüchtlinge noch in Zelten untergebracht - erst im November öffnet die Aufnahmeeinrichtung

Derzeit sind die Flüchtlinge noch in Zelten untergebracht - erst im November öffnet die Aufnahmeeinrichtung

Während draußen die Flüchtlinge leben, werden die Kasernengebäude in Hermeskeil saniert. Die Arbeiten laufen nach Plan, Toiletten und Duschanlagen werden ausgebaut, es wird renoviert und saniert. "Es gibt eine Krankenstation, eine Spielstube, einen Schulraum für die Schulkinder – diese Dinge müssen aufgebaut werden", erklärte die Ministerin.

Brandschutz dauert

Die wichtigste Aufgabe sei der Brandschutz: Der müsse auf den neuesten Stand gebracht werden. Und das kann sich hinziehen. Denn obwohl die Gebäude bis vor wenigen Jahren noch als Bundeswehrkaserne genutzt wurden, muss jetzt wieder alles wieder ganz neu überprüft werden. In spätestens zwei Monaten sollen aber die ersten Flüchtlinge in die Gebäude einziehen und die Zelte abgebaut werden, versprach die Ministerin bei ihrem Besuch.

Damit die Flüchtlinge schneller in die Hermeskeiler Innenstadt kommen können, sollen demnächst mehr Busse von der Erstaufnahmeeinrichtung in die Stadt fahren, kündigte Bürgermeister Matthias Queck an. Vor der offiziellen Eröffnung der Aufnahmeeinrichtung soll es einen Tag der offenen Tür geben. Schon jetzt werde die Unterkunft sehr gut von den Menschen in Hermeskeil angenommen, sagte der Bürgermeister. Viele Hermeskeiler hätten sich gemeldet, um ehrenamtlich zu helfen: "Wir wollen in Hermeskeil alle helfen und deshalb freut es mich, dass viele Ehrenamtler hier helfen – von der Spielstube bis zu Kleiderspenden – wir sind alle dabei. Da denke ich: Das wird eine gute Sache."