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Dicke Luft in Trier Hohe Stickstoffdioxid-Werte

Bei dem SWR-Projekt "Abgasalarm" wurden in der Lindenstraße in Trier zu hohe Stickstoffdioxid-Belastungen gemessen. Nur in drei anderen Städte in Rheinland-Pfalz sind die Werte noch schlechter.

Viele Autos auf einer regenassen Straße in Trier.

An 21 Messpunkten im Südwesten wurde ein Überschreitung der EU-Grenzwerte festgestellt - auch in Trier

16 Uhr Nachmittag in der Lindenstraße in Trier. Im Sekunden-Takt rauschen hier Autos, Transporter und Busse vorbei. Es ist laut, ein überqueren der Straße ist nur schwer möglich. Hier wohnt Alexander Knob seit 15 Jahren mit seiner Familie. Trotz des vielen Verkehrs wohnt Alexander Knob gerne in der Lindenstraße. "Wenn man in der Wohnung ist oder im Garten, bekommt man relativ wenig vom Verkehr mit", erzählt er.

Ein Mann mit dunkler Brille und blauer Jacke steht vor einem rosafarbenen Haus und zeigt mit der Hand nach oben.

Das Messröhrchen von Alexander Knob hing mehrere Wochen an der Regenrinne seines Hauses

Überraschendes Messergebnis

Trotzdem hat Alexander Knob interessiert, wie hoch die Stickstoffdioxid-Belastung in seiner Straße ist. Deswegen hat er bei der SWR Aktion "Abgasalarm" mitgemacht. Sein Messröhrchen hing mehrere Wochen an der Regenrinne seines Hauses. Dass die Stickstoffidoxid-Belastung den EU-Grenzwert übersteigt, damit hätte der 42-Jährige nicht gerechnet. Gemessen wurde eine Stickstoffdioxid-Konzentration von 41,7 µg NO2 / m³ Luft. Der gültigen Grenzwert liegt bei 40 µg / m³ Luft.

"Wir merken diese Feinstaubemissionen gesundheitlich nicht"

Bisher haben die Knobs keine Beschwerden durch die erhöhte Belastung. Aber der Staub an den Fenstern ist deutlich zu sehen. "Da gibt es schon einen Unterschied zwischen den Fenstern die Richtung Lindenstraße gehen oder die Richtung Garten", erzählt Knob. Dass Trier weiter wachsen wird und der Verkehr auch, da ist sich der Knob sicher.

Eine vom Regen nasse Straße mit Autos und einem roten Bus.

In der Lindenstraße in Trier überschreitet die gemessene Stickstoffdioxid-Konzentration den gültigen EU-Grenzwert

Trier braucht alternative Verkehrskonzepte

Alexander Knob hofft, dass die Stadt auf die hohe Stickstoffdioxid-Konzentration reagiert. Er wünscht sich, dass es alternative Konzepte gibt, dass der ÖPNV ausgebaut und künftig der Schwerpunkt auf den Radverkehr gelegt wird.

Stadt setzt auf Elektrobusse

Auf SWR Anfrage teilte die Stadt mit, dass im kommenden Jahr die ersten Elektrobusse fahren sollen. Zudem solle der Verkehr künftig besser gelenkt werden. Auch mehr Grünflächen sollen zu einer sauberen Luft beitragen.


Für die Messaktion wurden über 200 sogenannte „Passivsammler“ (Messröhrchen) an SWR Zuschauer, Zuhörer und Internetnutzer in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verschickt. Diese Messröhrchen stammen von einem EU-zertifizierten Labor in der Schweiz, das auch die Laboranalysen für den SWR durchgeführt hat. Die Teilnehmer der Messaktion haben die Röhrchen mehrere Wochen vor ihrer Haustüre aufgehängt. In dieser Zeit wurde in den Röhrchen Stickstoffdioxid aus der Luft gesammelt und dann im Labor ausgewertet. Dieses Verfahren (Passivsammler) wird auch von Umwelt-Behörden in Deutschland angewandt. Es wurde ausschließlich Stickstoffdioxid gemessen.