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Taser-Einsätze bei der Polizei Trier Fünfmal gezückt, einmal abgefeuert

Seit knapp zwei Monaten testet die Trierer Polizei Elektroschockwaffen - sogenannte Taser - im Streifendienst. Die erste Bilanz ist positiv. Oft reichte nur eine Drohung, um die Lage zu beruhigen.

Taser wird abgefeuert

Der Taser zeigt Wirkung - selbst wenn er nicht abgefeuert wird

"Die Waffe hat sich bislang jetzt schon als geeignetes Einsatzmittel bewährt", sagte der Leiter der Trierer Polizeiinspektion, Ralf Krämer, der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem Beginn des landesweiten Pilottests Anfang März habe es insgesamt fünf Einsätze gegeben, in denen der sogenannte Taser eingesetzt oder angedroht wurde.

"In einem Fall haben wir getasert, in vier Fällen hat die Androhung ausgereicht", berichtete Krämer. Die Situationen seien so erfolgreich bewältigt worden. Das "aggressive Gegenüber" habe dann mitgewirkt und sei kooperativ gewesen. Nur einmal habe die Waffe eingesetzt werden müssen, als ein Mann in einem Imbiss randaliert hatte. Der mehr als 100 Kilogramm schwere Mann wehrte sich so stark, dass er von den Polizisten nicht festgehalten werden worden. Nach dem Einsatz des Tasers sei er kooperativ gewesen, sagte Krämer.

Bislang nur bei Spezialeinheiten im Einsatz

Spezialeinheiten der Polizei arbeiten in Rheinland-Pfalz schon länger mit Elektroschockpistolen. Nun sollen Trierer Polizisten ein Jahr lang testen, ob die sogenannten Taser auch im Streifendienst sinnvoll eingesetzt werden können. Die rheinland-pfälzische Landesregierung macht die Einführung von den Ergebnissen des Pilottests abhängig. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte die Anschaffung der Waffen damit begründet, dass die Zahl der gewalttätigen Übergriffe auf Polizisten in den vergangenen Jahren zugenommen habe.

Amnesty International hatte vor dem hohen Missbrauchsrisiko und der Gefahr von Unfällen gewarnt. In den USA, wo die Waffen seit Jahren bei Polizei und Justizvollzugsbeamten weit verbreitet sind, seien zwischen 2001 und 2015 insgesamt 670 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tasern erfasst worden. Die meisten Todesopfer seien unbewaffnet gewesen und hätten keine ernsthafte Gefahr dargestellt.

Taser ist der Name der Herstellerfirma aus den USA. Die Elektroschockpistolen verschießen Pfeile, die über Kabel mit der Waffe verbunden sind und die getroffene Person durch einen schmerzhaften Stromstoß für einige Sekunden komplett bewegungsunfähig machen.

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