Bitte warten...

Porträt Alexander Ulrich (Die Linke) Der "Gewerkschafter in der Politik"

von Sarah Umla

Er ist Mitbegründer der rheinland-pfälzischen Linken und zieht erneut als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf: Alexander Ulrich. Nach parteiinterner Kritik ermöglichten ihm kluge Entscheidungen wieder den Top-Listenplatz.

2:47 min | Do, 14.9.2017 | 20:15 Uhr | Zur Sache Rheinland-Pfalz | SWR Fernsehen RP

Mehr Info

Porträt

Unterwegs mit Alexander Ulrich

Zur Sache hat den rheinland-pfälzischen Spitzenkandidaten der Linken, Alexander Ulrich, im Wahlkreis Kaiserslautern begleitet.

Die Schlappe bei den Landtagswahlen 2016 hing dem damals Landesvorsitzenden einige Monate nach. Sein Wahlziel lautete "sechs Prozent Plus". Am 13. März 2016 dann das bittere Ergebnis: seine Partei schaffte nur 2,8 Prozent der Stimmen für sich zu gewinnen. Damit verpasste die Linke erneut den Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag.

Ulrich drohte der Parteiausschluss

Auch in den Vorjahren stand es um den Ruf Ulrichs nicht immer gut. 2010 drohte ihm sogar der Parteiausschluss. Zwei Ausschlussanträge wurden an die Landesschiedskommission gestellt.

Dass er erneut als Spitzenkandidat 2017 für seine Partei bundesweit kämpfen darf, rechnet er seinem Schritt an, den Landesvorsitz an Jochen Bülow weitergegeben zu haben. "Dieser Vorschlag wird offensichtlich von vielen positiv bewertet", sagt Ulrich im Gespräch mit dem SWR.

Zudem werde seine Arbeit im Bundestag geschätzt. Bereits seit zwölf Jahren ist der 46-Jährige Mitglied des Deutschen Bundestages und möchte es auch in der kommenden Wahlperiode sein. "Bei den letzten drei Bundestagswahlen habe ich immer das beste Ergebnis für die Landespartei erzielt." Daher sei Ulrich auch optimistisch, dass das im September ähnlich aussehen werde.

Ziel: mindestens zwei Mandate

"Wir wollen bundesweit drittstärkste Kraft werden", setzt sich das Bundestagsmitglied als Ziel. Das bedeute für Rheinland-Pfalz mehr als fünf Prozent der Stimmen und mindestens zwei Mandate zu gewinnen.

Und das will Ulrich mit drei Schwerpunkten schaffen: der Arbeits-, Sozial- und Europapolitik. Er fordert unter anderem die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen, den Mindestlohn zu erhöhen und mehr Personal in Pflege und Gesundheit einzusetzen. Zudem spricht er sich klar gegen Freihandelsverträge Ceta und TTIP aus.

Geschäftsführer der IG-Metall

Der 46-Jährige begann seine Politkarriere bei der SPD, wechselte dann zur WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative), aus der kurze Zeit später gemeinsam mit der PDS die Linke entstand. Die Agenda 2010, Rente ab 67 Jahren oder Hartz IV - alles die Politik der SPD - habe er nicht mehr akzeptieren können. "Für mich ist dieser politische Werdegang konsequent."

Er fühle sich als "Gewerkschafter in der Politik". Kein Wunder, denn Ulrich ist Geschäftsführer der IG-Metall Kaiserslautern. "Ich erlebe fast täglich, dass die Menschen in ihrem Job nicht bis 67 arbeiten können oder immer mehr junge Menschen keinen festen Arbeitsvertrag erhalten", sagt Ulrich. Er trage daher er dazu bei, dass diese Themen auch im Bundestag Gehör finden.

Politisch aktiv in der Region

Dem Spitzenkandidat gehe es aber nicht nur darum, in Berlin zu agieren, sondern so oft wie möglich in seiner Region präsent zu sein. "In der 'Berliner Käseglocke' weiß man doch gar nicht, was die Sorgen und Nöte der Menschen sind." Der Kreis Kaiserslautern benötige dringend mehr Investitionen in der Infrastruktur, Bildung und Gesundheit sowie schnelles Internet. "Die Kommunen müssen endlich wieder ausreichend finanziert werden."

Alexander Ulrich wurde am 11.2.1971 geboren und ist ausgebildeter Werkzeugmacher. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Reichenbach-Steegen (Landkreis Kaiserslautern).