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Schiersteiner Brücke Verkehrschaos in der Region

Es war der verkehrstechnische Super-Gau in Mainz. Am 10. Februar wurde ein Schaden an der Schiersteiner Brücke festgestellt, die wichtige Verbindung zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen musste deshalb gesperrt werden.

Einer der Risse in der Schiersteiner Brücke

Risse in der Fahrbahndecke

Bei routinemäßigen Kontrollen fiel der Schaden an der Brücke auf. Das Lager eines Stahlträgers hatte sich gelöst. Dadurch senkte sich die Fahrbahn und es entstanden Risse.

Daraufhin sperrte die Polizei die Brücke für den gesamten Verkehr sowie Fußgänger und Radfahrer.



Nichts ging mehr

Stau rund um Mainz.

Rund um Mainz ging am Morgen nach der Sperrung nichts mehr.

So richtig heftig kam es dann am folgenden Mittwochmorgen, denn da wurde allen das erste Mal bewusst, welche Konsequenzen die Vollsperrung der Schiersteiner Brücke vor allem für die Berufspendler hat. Denn in den folgenden Tagen staute es sich überall, selbst die Fähren über den Rhein waren völlig überlastet. In der Mainzer Innenstadt ging teilweise gar nichts mehr. Hier wurde sogar die Ampelschaltung geändert. So durften beispielsweise nur Autos in die Stadt hinein fahren, wenn gleichzeitig andere herausfuhren.

Umfangreiche Arbeiten

Zwei Lkw fahren für einen Belastungstest auf der Schiersteiner Brücke nebeneinander her.

Belastungstest: Die Lkw waren 16 und 21,6 Tonnen schwer

An der Brücke wurde in der Zwischenzeit fieberhaft gearbeitet. Die abgesenkte Fahrbahn wurde, quasi mit Hilfe eines riesigen Wagenhebers, millimeterweise wieder angehoben, die Risse gekittet.

Erst im April konnte die Brücke dann nach umfangreichen Belastungstests wieder für den Autoverkehr freigegeben werden.




Dauerdienst auf der Brücke

Drei Polizeibeamte stehen vor ihrem Container, im Hintergrund Autos, die über die Brücke fahren

Ein heißer Job auf der Schiersteiner Brücke

Für Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen waren, blieb sie aber gesperrt. Um zu verhindern, dass dicke Brummis trotzdem über die Brücke fuhren, schoben extra Polizisten in einem Container rund um die Uhr Wache. Außerdem wurden Boden-Sensoren installiert, die bei zu schweren Fahrzeugen eine Schranke schlossen. Trotzdem versuchten einige Lkw-Fahrer, über die Brücke zu kommen. Das Resultat: erneute Staus durch Brummis, die in den Absperrungen stecken blieben.

Spediteure hart getroffen

Autos überfahren die neu eröffnete Schiersteiner Brücke

Die Brücke darf jetzt wieder von allen befahren werden

Besonders hart traf die Sperrung die Spediteure in der Region. Denn die verloren nach eigenen Angaben jeweils bis zu 30.000 Euro durch Umwege, die in dieser Zeit von ihren Lastern gefahren werden mussten. Im November dann die Entwarnung, nach über neun Monaten wurde die Schiersteiner Brücke wieder für den Schwerlastverkehr freigegeben. 80 zusätzlich installierte Stützpfeiler machten das möglich.



Baufirma vermutlich Schuld

Gleichzeitig stellte Innenminister Lewentz ein Gutachten vor. Demnach war eine Baufirma Schuld am "Brücken-Desaster". Probleme bei Bohrungen hätten zum Absacken der Brücke geführt, so Lewentz. Deshalb fordere das Land jetzt Schadenersatz. Ob es soweit kommt, ist aber noch unklar.