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Bombenentschärfung in Koblenz Blindgänger ist entschärft

Die Bombe in Koblenz ist problemlos entschärft worden. 21.000 Anwohner konnten am späten Samstagnachmittag wieder in ihre Wohnungen. Nur die Häftlinge müssen sich noch gedulden.

2:39 min | Sa, 2.9.2017 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Bombenentschärfung in Koblenz

Blindgänger erfolgreich entschärft

SWR

Die Fliegerbombe in Koblenz ist entschärft. Damit können die Anwohner mehrerer Stadtteile wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. 21.000 Menschen waren von der Evakuierung betroffen.

Nachdem das Sperrgebiet aufgehoben worden war, konnten auch der Straßen- und wieder freigegeben werden. Auch die 60 Patienten des Brüderkrankenhauses kehrten nach Auskunft eines Sprechers wieder zurück. Ebenso die Senioren des Alten- und Pflegeheimes St. Barbara, sowie der ATV Seniorenresidenz am St. Josefplatz.

Die rund 160 Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Koblenz-Karthause, die ebenfalls im Sperrgebiet lag, sollen am Montag aus anderen Haftanstalten des Landes nach Koblenz zurücktransportiert werden.

Entschärfung dauerte 45 Minuten

Die eigentliche Entschärfung der 500 Kilo schweren Bombe dauerte rund 45 Minuten und war gegen 16:20 Uhr beendet. Die Arbeiten seien reibungslos verlaufen, sagte Frank Bender vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz. "Wir hatten keine Probleme, auch mit dem Kopfzünder nicht, wo wir eigentlich dachten, welche zu bekommen", so Bender. "Alles funktionierte super. Wir sind erleichtert, die Arbeit ist getan. Das war ein guter Tag."

Zu einer Verzögerung kam es, weil sich einige Anwohner im Sperrbezirk geweigert hatten, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Die Behörden sprachen von knapp 30 Fällen. Christian Albrecht von der Feuerwehr war für die Räumung der südlichen Vorstadt zuständig. "Es haben sich ungewöhnlich viele Menschen geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen. Dafür habe ich kein Verständnis", so Albrecht.

Man habe aber keine Gewalt anwenden müssen, sondern die Bewohner in Gesprächen überzeugen können.

Krankenhaus und Seniorenheime geräumt

Reihenweise Krankenwagen vor dem Brüderkrankenhaus

Reihenweise Krankenwagen vor dem Brüderkrankenhaus

Ab 11:00 Uhr fuhren Helfer mit Lautsprecherwagen durch das Evakuierungsgebiet und appellierten an alle betroffenen Bürger, dieses bis 13:00 Uhr zu verlassen. Rund 60 Patienten wurden am Morgen mit Krankenwagen in eine andere Klinik in Koblenz gebracht. Manche Patienten wurden über das Wochenende nach Hause entlassen.

Auch die beiden Seniorenheime im Sperrbezirk wurden ohne Probleme komplett geräumt. Die Einsatzkräfte unterstützten auch etwa 40 Anwohner, die nicht alleine aus ihren Wohnungen kommen konnten. Nach Angaben der Behörden hatten sich rund 90 Bürger gemeldet, die Hilfe brauchten.

Auch Hauptbahnhof gesperrt

In der Sperrzone lagen auch der Bahnhof im Stadtteil Moselweiß und der Hauptbahnhof, außerdem das Koblenzer Gefängnis. Dessen rund 160 Häftlinge waren schon in den vergangenen Tagen auf andere Justizvollzugsanstalten verteilt worden. Ab mittags war der Hauptbahnhof gesperrt, die Züge fuhren durch den Bahnhof und hielten nicht mehr.

Die Nah- und Fernverkehrszüge wurden bis nach der Entschärfung umgeleitet. Seit 13:00 Uhr war auch die Bundesstraße 9 in Koblenz gesperrt, Busse wurden umgeleitet. Außerhalb des Sperrbezirks hatten die Geschäfte aber wie gewohnt geöffnet.  

Bis kurz vor der Entschärfung wurde nach möglichen weiteren Blindgängern in der Baugrube gesucht. Jedoch wurde nichts gefunden. Über der 500-Kilo-Bombe war ein Zelt gebaut sowie eine Wasserpumpe installiert worden. So konnten die Experten des Kampfmittelräumdienstes auch bei Regen im Trockenen arbeiten.

Bombe bei Bauarbeiten gefunden

Der US-amerikanische Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Montag bei Bauarbeiten für einen neuen Kindergarten am Finkenherd gefunden worden. Koblenz war im Krieg besonders intensiv bombardiert und fast vollständig zerstört worden.

Nur einen Tag nach der Koblenzer Evakuierung müssen in Frankfurt sogar rund 70.000 Bürger ihre Wohnungen verlassen: Hier soll eine Weltkriegsbombe mit einem Gewicht von 1,8 Tonnen entschärft werden.

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