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Speerwerferin aus Zweibrücken bei Olympia Hussong hofft auf großen Wurf

Christin Hussong aus Zweibrücken ist in diesem Jahr eine der besten Speerwerferinnen der Welt. Aber deswegen will sie sich bei Olympia in Rio nicht unter Druck setzen lassen.

Christin Hussong

Christin Hussong ist als deutsche Meisterin nach Rio gereist.

Christin Hussong erlebt mit ihren gerade mal 22 Jahren ihre ersten Olympischen Spiele. Und da reist sie gleich als eine der Mitfavoritinnen an. Schließlich hat sie in diesem Jahr den Titel der Deutschen Meisterin gewonnen - mit einer Weite von 66,41 Metern. Damit war sie lange Zeit Weltjahresbeste im Speerwurf, im Moment steht sie in der Weltrangliste auf Platz zwei.

Tasche bringt Hussong zur Leichtathletik

Christin Hussong kommt aus einer sportbegeisterten Familie. Ihre Schwester war es schließlich, die die 1,86 Meter große, blonde Zweibrückerin zur Leichtathletik brachte. "Da war eine Weihnachtsfeier - und sie hat eine Tasche geschenkt bekommen", erzählt Christin Hussong. "Und ich habe gesagt, dass ich so eine Tasche auch haben will. Und meine Eltern haben erwidert, dass ich dafür ins Training gehen muss. Von diesem Moment an bin ich jeden Tag ins Training gegangen."

Angefangen hat Christin eigentlich mal mit Mehrkampf. Als sie 16 Jahre alt war, traf sie dann allerdings eine weitreichende Entscheidung. "Von klein auf konnte ich super werfen. Und mir hat es auch Riesenspaß gemacht. Also haben wir uns für den Speerwurf entschieden - und ich denke, es war auch die richtige Entscheidung."

Olympia schon im Freundebuch

Jetzt wird Christin Hussong also als amtierende Deutsche Meisterin bei den Olympischen Spielen in Rio antreten. Damit geht für die Studentin der Sportwissenschaft ein absoluter Kindheitstraum in Erfüllung. "Als Kind habe ich mal in ein Freundebuch geschrieben, dass mein größter Wunsch die Teilnahme an den Olympischen Spielen ist. Dass es jetzt wirklich mit 22 Jahren geklappt hat, das ist einfach unfassbar."

Seit Oktober des vergangenen Jahres bereitet sich Christin Hussong akribisch auf Olympia vor. Immer dabei: Papa Udo Hussong - gleichzeitig auch ihr Trainer. Er hat sie natürlich auch nach Rio begleitet. Und auch ihre Mutter und ihre Schwester werden im Stadion sein und die Daumen drücken. Das gibt Christin eine extra Portion Kraft. "Ich bin ein extremer Familienmensch. Wenn ich im Stadion bin, suche ich auch immer den Kontakt und schaue dort hin." Hinschauen werden bei ihrem Wettkampf auch ihre vielen Freunde und Bekannte in Zweibrücken. Dort trainiert sie bei ihrem Heimatverein LAZ und fühlt sich pudelwohl. "Das ist einfach eine Super-Atmosphäre hier. Wir sind alle miteinander Freunde. Wir unterstützen uns gegenseitig wie in einer kleinen Familie."

Gutes Zureden hilft dem Speer

Ein Geheimnis hat Christin Hussong aber noch verraten: Damit ihr Speer auch ja weit fliegt, redet sie ihm vor dem Wurf auch gerne mal gut zu. Aber zu einem guten Wurf gehört noch viel mehr. "Es ist sehr komplex, es ist nicht nur Kraft. Es sind auch Schnelligkeit und Technik. Es ist einfach schön zu sehen, wenn der Speerwurf richtig weit fliegt." Und das sollte er besonders in der Nacht zum 17. August deutscher Zeit. Dann startet für Christin Hussong die Qualifikation für das Olympische Finale. Ein Ziel will die Zweite der Weltjahresbestenliste aber nicht formulieren - getreu dem olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles.