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Ein-Euro-Jobs in Pirmasens Flüchtlinge arbeiten auf Friedhof

Was macht eine Stadt mit Flüchtlingen, die monatelang auf die Entscheidung warten, ob sie dauerhaft bleiben können? In Pirmasens schickt man sie zum Arbeiten auf den Waldfriedhof.

Blick auf Waldfriedhof mit hölzernem Glockenturm

Hier auf dem Waldfriedhof sind zurzeit die meisten Flüchtlinge im Einsatz, die für die Stadt Pirmasens arbeiten.

Auf dem Pirmasenser Waldfriedhof gibt's im Moment viel zu tun: Die Blätter fallen von den Bäumen, Wege und Rasenflächen müssen sauber gehalten werden. Hier rechen der Armenier Levon Tovmasyan und seine Kollegen vom Gartenamt gerade das Laub in kleinen Haufen zusammen und laden es auf einen Unimog. Tovmasyan ist zufrieden mit seinem Job: "Alles gut", sagt er. "Arbeit normal, nicht viel."

Arbeiten, um sich einzuleben

Tovmasyan lebt seit eineinhalb Jahren in Pirmasens. Er ist einer von 80 Flüchtlingen, die gemeinnützige Arbeit für die Stadt verrichten. Dafür bekommen sie einen Euro und fünf Cent pro Stunde. Normalerweise arbeiten sie fünf Stunden am Tag. Die Asylbewerber freuen sich über die Beschäftigung, sagt der Leiter des Pirmasenser Garten- und Friedhofsamts, André Jankwitz. Diese Arbeit sei wichtig für sie. "Die wollen schaffen", betont Jankwitz. "Sonst wird's langweilig."

Drei Flüchtlinge sitzen in einem Raum und trinken Kaffee

Levon Tovmasyan (rechts) bei der Kaffeepause. Früher hat er als Schweißer gearbeitet, jetzt erledigt er Gartenarbeit.

Dienst ist nicht freiwillig

Tatsächlich müssen die Flüchtlinge arbeiten, wenn die Stadt sie dazu verpflichtet. Müll sammeln, Sandsteinmauern aufbauen - all diese gemeinnützigen, kleineren Hilfsarbeiten dürfen die Asylbewerber leisten - auch wenn sie noch nicht offiziell als Flüchtlinge anerkannt sind, erklärt der zuständige Beigeordnete der Stadt, Michael Schieler (parteilos). Schließlich bringe Pirmasens den Menschen Gastfreundschaft entgegen. Im Gegenzug würde die Stadt Engagement erwarten.

Flüchtlinge geben was zurück

Und wenn ein Flüchtling die Arbeit verweigert? Dann kann ihm das Sozialamt Geld streichen. "Da haben wir bis jetzt keine Probleme mit gehabt", sagt Schieler. Auch er findet es wichtig, dass die Flüchtlinge mitarbeiten. Damit sie sich besser integrieren und damit die Pirmasenser merken, dass die Asylbewerber nicht her kommen, "um Geld zu kassieren und sich im Sessel auszuruhen."