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Debatte um geringere Miete fürs Fritz-Walter-Stadion Wer soll das bezahlen?

Der Aufschrei in Kaiserslautern war riesengroß: Die Stadt hatte überlegt, die Grundsteuer zu erhöhen, damit der FCK im Falle eines Abstiegs weniger Stadionmiete zahlen kann. Oberbürgermeister Weichel schlägt jetzt unter anderem einen Steuermix vor.

xxAm Montag war Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) bei der zuständigen Aufsichtsbehörde ADD, um neu zu verhandeln. Ergebnis: Die Grundsteuererhöhung für die Bürger in Kaiserslautern ist noch nicht vom Tisch - sie sei jetzt aber nur eine von mehreren Optionen, sagte Weichel.

Vergangene Woche hatte er sie als noch "einzige Lösung" präsentiert. Der Oberbürgermeister hatte sich mit Vertretern des Stadtrates, mit der ADD und mit dem FCK auf diesen Kompromiss geeinigt.

FCK soll mehr in Pflicht genommen werden

Nach heftigen Protesten - unter anderem vom Steuerzahlerbund Rheinland-Pfalz - hat Weichel jetzt angekündigt, er habe noch "eine ganz andere Idee", bei der die Steuern nicht erhöht werden müssten. Weichel sagte, "es geht zum Beispiel, einen Steuermix als Finanzierungsgrundlage heranzuziehen. Die Hauptbasis wird aber die Grundsteuer bleiben müssen, weil die eben verlässlich ist. Es gibt aber auch noch andere Steuerarten, die man heranziehen kann. Die aber konjunktur- oder verhaltensabhängig sind. Zum Beispiel die Vergnügungssteuer. Es gibt vielleicht auch noch andere Möglichkeiten." Aber auch der 1. FC Kaiserslautern "muss in Zukunft stärker mit ran".

Hintergrund der hitzigen Debatte ist der drohende Abstieg des FCK in die 3. Liga. Der Verein kann nach eigenen Angaben in diesem Fall nicht mehr die derzeitige Stadionmiete von 2,4 Millionen Euro pro Jahr zahlen. Dann seien höchstens 425.000 Euro möglich. Das bekräftigte am Mittwoch auch nochmal der FCK-Aufsichtsratschef Patrick Banf. Denn im Falle eines Abstiegs fehlten dem Verein Werbe- und Fernseheinnahmen.

Tilgungsrücklage bleibt unangetastet

Die Stadt, der das Fritz-Walter-Stadion gehört, muss jetzt also vorsorgen, um die möglichen finanziellen Einbußen abzufedern. Weichel betonte, dass er darauf verzichten will, die 18 Millionen Euro Tilgungsrücklage der Stadt anzutasten. Diese ist eingeplant, um die Stadionkredite zurückzuzahlen, die die Stadt für den Umbau des Fritz-Walter-Stadions aufnehmen musste.

In einer Sondersitzung des Stadtrates Ende Februar soll die Entscheidung fallen, wie die Stadt den möglichen Pachtausfall des 1. FC Kaiserslautern finanzieren will. Bis dahin hat Weichel weitere Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) angekündigt.

Das Fritz-Walter-Stadion gehört seit 2003 der städtischen Stadiongesellschaft. Damals hatte der finanziell klamme Verein das Stadion verkauft. Es wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 kostspielig umgebaut, weil Kaiserslautern WM-Spielort wurde. Bis heute muss die Stadt diesen Umbau abbezahlen.