Bitte warten...

Germanwings-Katastrophe Angehörige nehmen in den Alpen Abschied

Mehrere hundert Angehörige der Opfer der Germanwings-Katastrophe haben in den französischen Alpen um die Toten getrauert. Unter den Passagieren waren auch mehrere Rheinland-Pfälzer.

Blumen und Kerzen liegen vor dem Gedenkstein in Le Vernet um an die Opfer des Germanwing-Fluges  4U 9525 zu erinnern.

Angehörige legten Blumen und Kerzen am Gedenkstein in Le Vernet nieder

In dem Bergdorf Le Vernet in der Nähe der Absturzstelle fand am Freitagnachmittag eine religionsübergreifende Trauerfeier statt. "Wir sind auch hier, um Abschied zu nehmen, sagte ein Geistlicher. Vier Monate nach der Germanwings-Katastrophe sind die nicht identifizierten Leichenteile der 150 Todesopfer dort in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt worden. Das Grab stand offen, so dass die Familien Blumen niederlegen konnten.

Der Germanwings-Flug 4U9525 war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in einem Berg zerschellt. Die Ermittler halten es für erwiesen, dass der Copilot, Andreas L. aus Montabaur, die Maschine absichtlich auf Crashkurs steuerte.

In den Wochen nach dem Absturz wurden alle 150 Todesopfer anhand von DNA-Abgleichen mit den sterbliche Überresten identifiziert. Die Familien konnten ihre verstorbenen Verwandten später in der Heimat beerdigen. Allerdings ließ sich ein Teil der Fundstücke nicht zuordnen, deshalb entschied man sich für die anonyme Beisetzung in Le Vernet.

Nach Angaben der Germanwings-Mutter Lufthansa kamen mehr als 300 Hinterbliebene zu der Zeremonie. Viele davon reisten mit zwei Sonderflügen aus Barcelona und Düsseldorf an. "Das ist ein sehr starker symbolischer Moment", sagte Präfektin Patricia Willaert.

Streit um Entschädigungszahlungen

Überschattet wurde die Trauerfeier von dem Streit über Entschädigungszahlungen für die Familien der Opfer. In einem diese Woche veröffentlichten Brief attackierten Angehörige Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit scharfen Worten. Sie kritisierten das Entschädigungsangebot der Fluggesellschaft als zu niedrig und warfen dem Konzernchef vor, nicht mit ihnen persönlich gesprochen zu haben.

Lufthansa-Chef nicht bei Trauerfeier anwesend

Spohr sagte wegen des Streits seine eigentlich geplante Reise nach Le Vernet ab. Wegen der "angespannten Atmosphäre", die durch den offenen Brief der Angehörigen entstanden sei, werde Spohr die Gedenkfeier nicht besuchen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Es gehe Spohr darum, "die würdevolle Zeremonie" nicht zu "belasten". Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann und Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne vertraten das Unternehmen, äußerten sich auf der Gedenkfeier aber nicht.