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Mainz/Speyer Ex-Regierungschef Vogel in Staatskanzlei gefeiert

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat den CDU-Politiker Bernhard Vogel zum 80. Geburtstag mit einem Empfang in der Mainzer Staatskanzlei geehrt. Dabei würdigte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) den ehemaligen Regierungschef als "prägende Gestalt der politischen Geschichte Deutschlands".

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Mit seiner zweifachen und damit einzigartigen Ministerpräsidentschaft sei er zugleich Rekordhalter unter den Kollegen, sagte Beck am Donnerstag. Vogel war von 1976 bis 1988 Regierungschef von Rheinland-Pfalz, darauf regierte er von 1992 bis 2003 in Thüringen.

Zu dem Festakt in der Mainzer Staatskanzlei waren unter anderen Bundestagspräsident Norbert Lammert, der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth und Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (alle CDU) gekommen. Auch Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) und der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann befanden sich unter den Ehrengästen.

Hildegard-Abbild für das Geburtstagskind

Beck lobte Vogel in seiner Ansprache als einen "hochverdienten Mann", dessen Leistungen stilprägend für Rheinland-Pfalz und das Miteinander im Land gewesen seien. "Ihre Leistungen haben Bestand und bleiben unvergessen", würdigte Beck und überreichte Vogel als Geschenk einen Reliefdruck mit einem Abbild Hildegard von Bingens darauf. "Ich hoffe, es erinnert Sie an die Arbeit in Rheinland-Pfalz", sagte der amtierende Ministerpräsident.

"Anständig bis auf die Knochen"

"Bei 80 Jahren Vogelperspektive, da kommt schon was zusammen", meinte CDU-Landeschefin Julia Klöckner. Rheinland-Pfalz trage Vogels Handschrift. Mit erfrischender Ehrlichkeit habe er die Menschen dort für sich gewonnen. Vogels CDU-Parteifreund und ehemaliger Minister Georg Gölter blickte in seiner Laudatio auf dessen langes politisches Wirken zurück und gab einige persönliche Einblicke in ein "erfolgreiches gesamtdeutsches Leben". Der große Auftritt habe Vogel nie gelegen. Er sei vielmehr ein "Konsolidierer und Stabilisierer" und dabei "anständig bis auf die Knochen". Am Donnerstagabend fand noch ein Festakt der CDU für Vogel im Historischen Museum der Pfalz in Speyer statt.

Vogel ermuntert zu parteiübergreifendem Denken

Vogel selbst war in Anbetracht der vielen ehrenden Worte sichtlich gerührt. Besonderen Dank sprach er Bundestagspräsident Lammert und seinem sozialdemokratischen Bruder Hans-Jochen Vogel für ihr Kommen aus. Der ehemalige Ministerpräsident dankte den anwesenden Mandatsträgern vor allem für die Weiterführung vieler von ihm ins Leben gerufener Projekte, wie etwa den Rheinland-Pfalz-Tag oder die Graswurzelpartnerschaft mit Ruanda. Dies zeige, dass es auch Kontinuität in der Politik gebe. Zugleich rief Vogel dazu auf, öfter parteiübergreifend zu denken und zu handeln: "Was die anderen machen, ist nicht alles schlecht. Und was man selber macht, ist nicht alles gut."