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Bistum Trier bringt Strukturveränderung auf den Weg Aus 900 Pfarreien mach 35

Das Bistum Trier zieht seine 900 Pfarreien zu 35 Großpfarreien zusammen. Das teilte der Generalvikar des Bistums am Freitag mit. Grundlage für diese grundlegende Strukturveränderung ist ein Beschluss der Synode aus dem vergangenen Jahr.

Geistliche im Trierer Dom

Das Bistum Trier fasst seine Pfarreien zusammen

Mit den am Freitag vorgestellten Plänen für die "Pfarreien der Zukunft" nimmt die künftige Struktur somit fast ein Jahr nach Abschluss der Trierer Bistumssynode konkrete Formen an. Im Mai 2016 hatten Laien und Geistliche dabei eine Reduzierung der Zahl der Pfarreien beschlossen. Zudem sollen Laien künftig mehr Mitbestimmungsrechte erhalten, in den Bestattungsdienst eingebunden und mit der "Verkündigung und Predigt in unterschiedlichen Gottesdienstformen" beauftragt werden.

Bis zu 77.000 Gläubige pro Großpfarrei

Der vorgestellte Entwurf sieht vor, dass es statt der bislang 887 Pfarreien, die bereits in 172 Pfarreigemeinschaften zusammengefasst sind, ab Anfang 2020 nur noch 35 Großpfarreien geben soll. Diese würden dann zwischen etwa 16.000 und rund 77.000 Gläubige umfassen.

So soll das Bistum Trier den vorgestellten Plänen zufolge künftig strukturiert sein.

So soll das Bistum Trier den vorgestellten Plänen zufolge künftig strukturiert sein.

"Was nicht mehr passt und nur mit unverhältnismäßigem Aufwand am Leben zu erhalten ist, darf und muss zu Ende gehen", sagte Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg am Freitag. Daraus erwachse die Freiheit, die alten volkskirchlichen Strukturen nicht mehr überall aufrechterhalten zu müssen. Die Pfarrei der Zukunft werde ein "Netzwerk mit vielen Knotenpunkten" sein, in dem die Verwaltungsaufgaben zentral gebündelt würden.

Werbetour durchs Bistum

In einer Resonanzphase will die Bistumsleitung bis Ende September um Akpeztanz für die Reformpläne werben. Von Mitte Mai bis Ende Juni finden acht größere Veranstaltungen mit Bischof Stephan Ackermann statt. Die Rückmeldungen aus Pfarrgemeinden, Gremien und von einzelnen Gläubigen sollen von einer Kommission ausgewertet werden. Ein überarbeiteter Reformentwurf soll im Oktober den diözesanen Gremien vorgelegt werden.

Die endgültige Entscheidung über den Zuschnitt der Pfarreien darf gemäß Kirchenrecht nur Bischof Ackermann treffen.

Ein Entwurf über die neue Pfarreienstruktur im Bistum Trier sieht 35 Großpfarreien vor. 25 davon liegen in Rheinland-Pfalz, 10 im Saarland. Die flächenmäßig kleinste unter den Großen ist demnach Andernach mit einer Fläche von rund 160 Quadratkilometern und etwa 44.480 Katholiken, der absolute Riese ist Idar-Oberstein mit rund 950 Quadratkilometern und etwa 22.400 Katholiken. Die meisten Katholiken zählt Saarbrücken (Größe: rund 160 Quadratkilometer) mit rund 76.800 Katholiken. Die wenigsten Katholiken gibt es in der Pfarrei Simmern mit rund 15.600 (490 Quadratkilometer). Zum Bistum Trier zählen rund 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

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