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Abschied von Mainzer Bischof Lehmann in Augustinerkirche aufgebahrt

Nach dem Tod von Karl Kardinal Lehmann ist der Leichnam des früheren Mainzer Bischofs in der Augustinerkirche aufgebahrt worden. Nun haben alle die Möglichkeit, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden.

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Die Augustinerkirche ist bis zur Beisetzung am 21. März täglich ab 9 Uhr geöffnet. Morgens und mittags gibt es Gebete, jeweils um 17 Uhr ein Requiem, danach schließt die Kirche. Besucher können Kerzen anzünden und Blumen ablegen. Auch ein Kondolenzbuch liegt aus. Zudem hat das Bistum ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet.

Der Leichnam des Kardinals liegt auf einem Katafalk, einer Totenbahre, und ist bekleidet mit den sogenannten Pontifikalien: violettes Messgewand, weiße Mitra, Bischofskreuz und Bischofsring - daneben steht sein Bischofsstab.

Mehrere hundert Besucher kamen zu einer Totenmesse in die Kirche, um für den Verstorbenen zu beten. Im Mittelgang bildete sich eine langen Reihe vor der Totenbahre; viele Menschen verneigten sich vor dem Verstorbenen.

Trauerzug zum Mainzer Dom

Am 21. März wird der Leichnam des Kardinals in einem Trauerzug zum Mainzer Dom überführt. Durch die Augustinerkirche und über den Marktplatz geht der Zug durch das Bischofsportal auf dem Liebfrauenplatz in den Dom hinein. Dort soll um 15.00 Uhr die offizielle Trauerfeier mit Bischof Peter Kohlgraf stattfinden. Die Totenmesse - auch Requiem genannt - wird nach Angaben des Bistums öffentlich sein. Dazu werden etwa 300 der gut 980 Sitzplätze reserviert sein. Kardinal Lehmann wird der vierte Bischof sein, der in der 1925 angelegten Westkrypta des Mainzer Doms beigesetzt wird - nach Ludwig Maria Hugo (1935), Albert Stohr (1961) und Hermann Volk (1982).

Die prachtvolle Kirche, in der der verstorbene Karl Kardinal Lehmann auf einer Totenbahre offen aufgebahrt liegt, ist in Mainz unter zwei Namen bekannt: Einerseits als "Seminarkirche" - denn es ist die Kirche des Priesterseminars des Bistums Mainz. Andererseits als "Augustinerkirche", weil hier in der Altstadt von Mainz einst Augustiner-Eremiten lebten - und sich das Gotteshaus damit nicht ohne Grund in der Augustinerstraße befindet.

"Geistliches Testament" des Kardinals

Kardinal Lehmann war am Sonntagmorgen gegen 4.45 Uhr gestorben. Der amtierende Mainzer Bischof Peter Kohlgraf würdigte seinen Vorgänger in einer sehr persönlichen Erklärung. "Mit Karl Kardinal Lehmann verlieren wir wirklich eine große Persönlichkeit, einen großen liebenswerten Menschen", sagte er vor Journalisten.

Der Kardinal habe keine letzten Worte, sondern ein "geistliches Testament" hinterlassen. Gedanken aus diesem geistlichen Testament will Kohlgraf nach eigener Aussage am Tag der Beisetzung in seine Predigt einfließen lassen. Papst Franziskus würdigte am Montag den Verstorbenen in einem Beileidstelegramm. Lehmann habe "das Leben von Kirche und Gesellschaft mitgeprägt", heißt es darin.

Seit Dezember im Bischofshaus versorgt

Nach einem Schlaganfall im Herbst war Lehmann im Herbst zunächst in einem Krankenhaus behandelt worden. Seit Dezember wurde er im Bischofshaus in Mainz von Ordensschwestern versorgt. Am vergangenen Montag (5. März) hatte Bischof Kohlgraf die Gläubigen zum Gebet für den Kardinal aufgerufen. Der Geistliche habe selbst signalisiert, dass er sich "auf den Weg macht". Lehmann verstarb im Alter von 81 Jahren.