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Zum ersten Mal Pfingstferien in Rheinland-Pfalz - und noch immer stecken wir in der Corona-Pandemie. Können wir verreisen? Wenn ja, wohin? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Pfingstferien mit dem langen Fronleichnam-Wochenende in Rheinland-Pfalz stehen an. Doch wie kann ein Urlaub in der Corona-Pandemie aussehen?

Nach Monaten im Lockdown mit Reisebeschränkungen, Beherbergungsverbot und dem Hin- und Her mit Schulschließungen und -öffnungen sehnen sich viele nach einem Urlaub oder einer Auszeit über die Feiertage.  Doch die Planung ist wegen der vielen unterschiedlichen Corona-Regeln nicht gerade einfach.

Die Pfingstferien in Rheinland-Pfalz gehen dieses Jahr vom 25. Mai bis zum 2. Juni, danach schließt sich das lange Fronleichnam-Wochenende mit dem 4. Juni als Brückentag an. Also 14 Tage Urlaub wären möglich.

Auswärtiges Amt rät von Reisen ab

Generell warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in eine Vielzahl an Ländern. So heißt es, dass auch alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland zu vermeiden seien. Da Reisen die Infektionszahlen in die Höhe treiben können, rät die Bundesregierung für die Pfingstferien also weitestgehend von Urlaubsreisen ab - egal ob ins Ausland oder innerhalb des eigenen Landes. Im Inland greift ab einer Inzidenz von 100 die Bundesnotbremse. Dann sind Gastronomie und Hotellerie, Freizeit- und Kultureinrichtungen geschlossen.

Können wir wenigstens in Rheinland-Pfalz Urlaub machen?

Ja - und zwar überall dort, wo die Inzidenz unter 100 liegt und deshalb nicht die Bundesnotbremse greift. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat Lockerungen der Corona-Auflagen beschlossen, die ab einer Inzidenz unter 100 gelten - und zwar mit Wirkung vom 12. Mai. Kontaktfreier Urlaub ist nun möglich. Weitere Lockerungen traten vor Pfingsten (21. Mai) in Kraft.

Erlaubt sind wieder Übernachtungen in Ferienwohnungen, aber auch Urlaub auf Campingplätzen in Wohnwagen mit eigenen sanitären Anlagen sowie Übernachtungen in Hotels, wenn etwa Frühstück auf dem Zimmer und ein eigenes Bad angeboten werden. Für den Aufenthalt in Hotels sei aber eine Testung bei Anreise und danach alle 48 Stunden notwendig, so die neuen Regeln.

Ab 2. Juni dürfen die Hotels insgesamt öffnen. Außerdem können sie dann bei einer Inzidenz unter 100 gastronomische Angebote machen - das ist bis dahin nur bei einer Inzidenz von unter 50 möglich. Für junge Menschen sind wieder Jugendfreizeiten mit Übernachtungen möglich.

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Wie sieht es mit Urlaub in anderen Bundesländern aus?

Mehrere Bundesländer haben eine vorsichtige Öffnung für Touristen angekündigt. In Baden-Württemberg wurden die Corona-Regeln noch vor dem Pfingstwochenende gelockert. So sind wieder Besuche in Biergärten und Hotels möglich - jedoch nur in den Kreisen, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 aufweisen.

Der Plan der Landesregierung in Stuttgart sieht vor, in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen zu lassen - auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden.

In Bayern dürfen seit dem Pfingstwochenende in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer fünf Tage stabilen Inzidenz unter 100 Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze und auch Jugendherbergen öffnen. Gleiches gilt für Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt, touristischen Bahn- und Busverkehr, Städte- und Gästeführungen im Freien sowie für die Außenbereiche medizinischer Thermen. Voraussetzung sind ein maximal 24 Stunden alter negativer Corona-Test und regelmäßige weitere Tests während des Aufenthalts.

Auch in Hessen gibt es in Kreisen und kreisfreien Städten, deren Inzidenz an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt, erste Lockerungen. Das betrifft die Gastronomie, die ihre Außenbereiche öffnen darf. Auch Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze dürfen mit geringerer Auslastung und Testpflicht Gäste empfangen. Liegt die Inzidenz stabil unter 50, greift eine weitere Lockerungsstufe.

Wer einen mehrtägigen Urlaub an der Ostsee oder der Seenplatte machen will, braucht noch etwas Geduld. Touristische Übernachtungen in Hotels, Pensionen oder Campingplätzen bleiben in Mecklenburg-Vorpommern bis zum 14. Juni untersagt. Ab dem 7. Juni dürfen hier nur Einheimische Urlaub machen.

Schleswig-Holstein hat bundesweit mit die niedrigsten Inzidenzwerte und steht seit einer Woche Touristen aus ganz Deutschland wieder offen. Auch in weiteren Bereichen wird das öffentliche Leben normalisiert. Gefordert sind aber neben Hygieneauflagen - wie dem Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen - vor allem negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Überall im Land ist bereits die Außengastronomie erlaubt.

Urlaub in Corona-Zeiten stellt nicht nur Arbeitnehmer vor Herausforderungen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Jens Koehler)
Noch leer: Der Ostseestrand in Binz picture alliance / Jens Koehler

In Niedersachsen sind touristische Übernachtungen dort möglich, wo in Kreisen und kreisfreien Städten die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Das ist etwa auf der ostfriesischen Halbinsel, mit Ausnahme der Stadt Emden, sowie in der Wesermarsch und im Kreis Cuxhaven der Fall. Auch längere Urlaube in der Heide oder im niedersächsischen Teil des Harzes sind möglich. Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen dürfen von den Niedersachsen ebenso wie von Gästen aus ganz Deutschland gebucht werden. Die Anreise ist gekoppelt an negative Schnelltests, den Nachweis einer vollständigen Impfung oder der Genesung.

Sachsen-Anhalt ermöglicht in Kreisen mit relativ wenigen Corona-Infektionen Öffnungen in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Tourismus. Das ist gekoppelt an ein negatives Testergebnis.

In Nordrhein-Westfalen sollen Hotels und Pensionen für private Gäste bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 100 wieder öffnen dürfen. Sie können aber nur bis zu 60 Prozent ihrer Kapazitäten ausschöpfen. Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Auch Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen öffnen. Bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 50 fallen die Kapazitätsbegrenzungen für Hotels weg. Bei unter 100 darf die Außengastronomie wieder geöffnet werden, sind es weniger als 50 Infizierte je 100.000 Einwohner, darf auch drinnen bedient werden.

Was gibt es bei Auslandsreisen zu beachten?

Von der Teilnahme an Kreuzfahrten rät das Auswärtige Amt aufgrund der besonderen Risiken dringend ab. Auch von anderen touristischen Auslandsreisen wird generell abgeraten. Wer dennoch ins Ausland reist, muss generell beachten, dass nach der Rückkehr nach Deutschland Quarantäne-Regeln oder eine Testpflicht greifen. 

Erst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz einer ausländischen Region oder eines ganzen Landes nachhaltig unter die magische 50er-Grenze rutscht, hebt das Auswärtige Amt die bestehende Corona-Reisewarnung auf.

Einige beliebte Urlaubsziele in Europa sind keine Risikogebiete mehr. Aber auch bei den Einreisen in andere Länder gelten unterschiedliche Regeln. In manchen Ländern gilt für Deutsche eine Quarantänepflicht. Fast immer ist ein negativer Corona-Test verpflichtend. In jedem Fall sollte man auf den Seiten des Auswärtigen Amtes die jeweils aktuellen Informationen einholen.

Länder, die für Touristen öffnen

Seit dem 19. Mai hat Österreich wieder seine Hotels geöffnet. Touristen aus Deutschland benötigen für den Zutritt und Aufenthalt lediglich aktuelle, negative Corona-Schnelltests. Die meisten Hotels in der Schweiz sind geöffnet. Es gelten laut Regierung strickte Hygienemaßnahmen, über die sich jeder Einreisende vorab zu informieren hat. Allerdings gelten beide Länder aus deutscher Sicht noch als Risikogebiete, das heißt, bei der Rückkehr nach Deutschland ist ein Test verpflichtend.

Frankreich will erst ab 9. Juni für den Tourismus öffnen. Aktuell wird Deutschen eine siebentägige Selbstisolation empfohlen.

Italien peilt den 2. Juni für den offiziellen Start der Sommersaison an. Wie genau die Regelungen für Einreisende, auch für Geimpfte, im Juni aussehen werden, ist noch nicht ganz klar. In Kroatien dürfen Hotels und Gaststätten draußen Gäste empfangen. Wer die Einreisebedingungen erfüllt, kann in Kroatien Urlaub machen.

Seit dem 15. Mai heißt Griechenland Touristen wieder willkommen. Restaurants sind bereits seit Anfang Mai geöffnet. Tavernen und Bars müssen allerdings um 22.45 Uhr schließen. Die Sieben-Tage-Inzidenzen sind auf den meisten Inseln (im Gegensatz zum Festland) niedrig, auf Kreta liegt die Inzidenz zum Beispiel bei 35.

In der Türkei galt bis zum 17. Mai ein harter Lockdown: Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf waren geöffnet, es galt eine Ausgangssperre. Touristen waren von diesen Ausgangsbeschränkungen allerdings ausgenommen und konnten sich frei bewegen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Land ist aber weiter recht hoch und die Türkei gilt als Hochinzidenzgebiet. Einreisende Urlauber müssen weiterhin einen negativen PCR-Test vorlegen und sich vor Reiseantritt online anmelden.

Neue Einreiseverordnung

Nach der neuen Einreiseverordnung der Bundesregierung dürfen Geimpfte und Genesene nach Deutschland einreisen und müssen nicht mehr in Quarantäne. Auch für Familien wird es leichter zu reisen: Eltern müssen demnach geimpft sein, Kinder hingegen nicht.

Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Verordnung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet einreisen. Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist - oder ein PCR-Test, der nicht älter ist als 72 Stunden ist. Als geimpft gilt nur, wer mit einem in der EU zugelassenen Vakzin geimpft wurde. Das sind derzeit die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Wer sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise allerdings in einem Virusvarianten-Gebiet aufgehalten hat, für den gelten keine Ausnahmen von der Test- und Anmeldepflicht und weniger Ausnahmen von der Quarantänepflicht.

Vollständig gegen Covid-19 geimpfte Deutsche dürfen auch in viele Länder ohne Beschränkungen einreisen.

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