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In Germersheim und Ludwigshafen gehen Stechmückenbekämpfer in diesen Wochen gegen die Asiatische Tigermücke vor. Der Eindringling gilt als aggressiv - doch ist er auch gefährlich?

Ihr Auftreten ist eine unangenehme Folge von Globalisierung und Klimawandel: die Asiatische Tigermücke kommt infolge des internationalen Waren- und Reiseverkehrs zunehmend auch im Süden von Rheinland-Pfalz vor. In Germersheim und Ludwigshafen geht die Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, kurz KABS, in der kommenden Woche mit einem biologischen Wirkstoff gegen die Tigermücke vor.

Asiatische Tigermücke: aggressiv und anpassungsfähig

Bei diesem Eindringling handelt es sich um eine ziemlich aggressive Stechmücke. Sie sticht nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber. Wie der Name schon sagt, stammt sie ursprünglich aus Südostasien und ist auffällig schwarz-silberweiß-gestreift. Die Mücke ist eher klein - ohne Beine und Stechrüssel misst sie nicht mal einen Zentimeter. Wegen des Musters wird sie manchmal mit der viel häufigeren heimischen Ringelschnake verwechselt. Die ist aber deutlich größer als die Tigermücke.

Die Asiatische Tigermücke ist sehr anpassungsfähig. Für ihre Eier und Larven nutzt sie auch gerne verstopfte Regenrinnen, Regentonnen oder andere Utensilien, in denen sich das Wasser sammelt - vom Pflanzenuntersetzer bis zu alten Autoreifen. Die gibt es, wo es Menschen gibt. Und Menschen sticht sie gern.

Bei uns bislang keine Überträgerin von Tropenkrankheiten

Es stimmt: die Asiatische Tigermücke kann eine ganze Reihe von Krankheitserregern übertragen, zum Beispiel das Chikungunya- und das Dengue-Virus. Dafür müsste sie laut KABS aber in der Regel erstmal jemanden stechen, der das Virus im Blut hat – zum Beispiel einen infizierten Reiserückkehrer. Die laufen in Rheinland-Pfalz nicht zu Hunderten herum – schon gar nicht jetzt in der Corona-Pandemie. Dann muss es meist noch über längere Zeit warm genug sein, damit sich die Viren auch in der Stechmücke vermehren können – das ist bei uns fast nur im Sommer der Fall. Nach Auskunft des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin wurden bei Asiatischen Tigermücken in Deutschland noch nie solche tropischen Erreger nachgewiesen.

Profiteurin des Klimawandels

Trotzdem kommt der Klimawandel der Asiatischen Tigermücke zugute. Wenn ihre Populationsdichte zunimmt, steigt auch das Risiko, dass die Insekten Tropenkrankheiten übertragen. Das ist ein Grund, warum die KABS die Tigermücke bekämpft - zumal die Mücken auch ganz schon lästig sein können.

Dabei kommt vor allem das biologische Mückengift BTI zum Einsatz. Das tötet die Larven der Stechmücken. Noch bis Oktober setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter BTI in Gärten in Germersheim und Ludwigshafen ein. Im Schnitt alle zwei Wochen spritzen sie das Gift in Behälter, in denen Wasser steht.

Hobbygärtner sollten Mückenvorsorge treffen

Gartenbesitzer können aber auch vorbeugen:

  • Zum Beispiel, indem sie die Regentonne mit einem Netz abdecken, das die Mücken abhält.
  • Außerdem sollten Blumentopf-Untersetzer und Vogeltränken regelmäßig ausgeleert werden. Falls Mückenlarven im Wasser sind, werden diese mitentsorgt.

Zusätzlich plant die KABS ab Juli ein Monitoring an 40 zufällig ausgewählten Standorten im Südwesten. Unter anderem in Schwetzingen und Mannheim sollen Ei-Ablage-Fallen aufgestellt werden. Mit diesem Frühwarnsystem können die Mücken schnell und gezielt bekämpft werden.

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