Überschwemmte Straße in Koblenz-Ehrenbreitstein (Foto: SWR)

Bilanz der heftigen Gewitter

Unwetter am Dienstag besonders stark in der Pfalz

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Das Gewittertief "Xero" hat am Dienstag in Rheinland-Pfalz vor allem die Pfalz getroffen. Besonders viele Einsätze gab es im Donnersbergkreis, wie die Feuerwehr mitteilte. Im Norden fielen die Gewitter weniger heftig aus.

Während etwa die Stadt Kaiserslautern vom Unwetter weitgehend verschont worden ist, kam es im Donnersbergkreis zu zahlreichen Einsätzen, wie ein Einsatzleiter der Feuerwehr Kaiserslautern am Mittwoch mitteilte. Im Landkreis wurden am Dienstag über 50 "Wassernotstände" gemeldet, wie es hieß. In Kaiserslautern hingegen habe die Feuerwehr nur einen umgestürzten Baum entfernt.

Vollgelaufene Keller rund um Bad Dürkheim

Die Feuerwehr Bad Dürkheim hat hingegen mehr oder weniger seit Donnerstag mit vollgelaufenen Kellern zu kämpfen. Auch wenn das Wasser abgepumpt werde, trete es in einigen Wohnhäusern nach kurzer Zeit wegen des Druckwassers und der erneuten Regenfällen wieder ein, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. "Die Stimmung bei den Anwohnern ist angespannt." Wegen des Unwetters am Dienstag sei es zu ungefähr 40 Einsätzen gekommen. Betroffen war auch das Leininger Land rund um Grünstadt.

Unfälle auf nassen Straßen

Auf nassen Straßen kam es zu einigen Unfällen. Zwischen Ungestein und Freinsheim kam eine 37-Jährige mit ihrem Wagen ins Schleudern. Sie wurde mit einem Schleudertrauma ins Krankenhaus gebracht. Auf der B271 kam es laut Polizei an der Abfahrt Bad Dürkheim zu einem Auffahrunfall. Eine 41-Jährige hatte wegen eines Erdrutsches bremsen müssen. Eine hinter ihr fahrende 70-Jährige merkte dies zu spät und fuhr auf. Die beiden Frauen blieben unverletzt.

Taxifahrer in Worms muss Auto im Tunnel stehen lassen

In Worms wurden nach Gewittern und Starkregen zahlreiche Straßen überflutet und Keller überschwemmt. Vereinzelt hat das Wasser Gullydeckel aus der Verankerung gedrückt. Laut Polizei war auch der Tunnel in der Gaustraße mit Wasser vollgelaufen und nicht befahrbar. Im Tunnel musste außerdem ein Taxifahrer sein Auto stehen lassen. Wie ein Polizeisprecher berichtet, waren mehrere Polizeibeamte durch das mindestens kniehohe Wasser zu dem Mann hin gewatet und hatten ihn unverletzt aus dem Tunnel begleitet. Mittlerweile ist das Wasser wieder abgeflossen.

Überschwemmter Gautunnel in Worms (Foto: Pressestelle, Polizei Worms)
Überschwemmter Gautunnel in Worms Pressestelle Polizei Worms

Im Norden weniger Überschwemmungen, aber einige Unfälle

Weiter im Norden in Koblenz blieb es bei vereinzelten überfluteten Straßen und umgestürzten Bäumen - laut Feuerwehr waren es 15 bis 20 Einsätze. Am Montag sei die Stadt mit rund 70 Einsätzen stärker betroffen gewesen. Seit Dienstag ist die Seilbahn über den Rhein zwischen Altstadt und Festung Ehrenbreitstein außer Betrieb, weil das Gewitter die Energieversorgung zur Bahn unterbrochen hat. Wann alles wieder instandgesetzt werden könne, sei noch nicht abzuschätzen, teilte eine Sprecherin mit.

Unfälle gab es auch in dieser Region. Die Polizeiautobahnstation Montabaur berichtet allein von sechs Unfällen am Dienstagabend. In fast allen Fällen seien die Fahrer zu schnell auf nasser Fahrbahn unterwegs gewesen. Es gab zwei Verletzte. Auf der A3 bei Montabaur schleuderte eine 28-Jährige mit ihrem Wagen in die Mittelleitplanke. Auf der A3 nahe Oberhaid stieß ein Autofahrer mit einer Begrenzungsmauer zusammen.

Kommende Woche werden neue Unwetter erwartet

"Xero" zog am Mittwoch in den Nordosten von Deutschland ab, gleichwohl bleibt es in Rheinland-Pfalz in den kommenden Tagen bewölkt, und es kommt teils zu Regenschauern. "Der Trend für den Sonntag und die kommende Woche verspricht allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erneute Rückkehr zu einer Unwetterlage durch teils schwere Gewitter", sagte Robert Hausen von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

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