Leerer Weihnachtsmarkt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, icture alliance / Jochen Tack)

Adventszeit in Rheinland-Pfalz

Viele Weihnachtsmärkte bereits abgesagt

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Als Folge der steigenden Corona-Zahlen werden in Deutschland reihenweise die Weihnachtsmärkte abgesagt. Auch in Rheinland-Pfalz wird die Zahl der geplanten Verkaufsstände und Glühweinbuden immer geringer.

Weihnachtsmärkte haben in Rheinland-Pfalz eine lange Tradition. Aber in der gewohnten Form wird in diesem Jahr wohl keiner stattfinden. Das lässt schon die aktuelle Corona-Verordnung des Landes nicht zu, die die Zahl der Besucher bei Veranstaltungen im Freien zuletzt auf 250 begrenzte. In vielen Städten wie Mainz und Ludwigshafen sind die Regelungen noch deutlich schärfer. Immer mehr Städte sagen ihre Märkte schon ganz ab.

Die Landesregierung hat bislang davon abgesehen, wegen des Anstiegs der Infektionszahlen Weihnachtsmärkte generell zu verbieten. Das Gebot der Stunde sei aber: "Leute, feiert nicht mehr in diesen engen Situationen!"

Lebkuchenherz auf Weihnachtsmarkt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/David Schwarz/dpa)
Angedacht sind kleinere Lösungen wie "Weihnachtsdörfer" picture alliance/David Schwarz/dpa

Schon zahlreiche Absagen

Reagiert haben aber schon zahlreiche Städte und Ortschaften in Rheinland-Pfalz, die ihre Weihnachtsmärkte absagten, etwa in der Westpfalz. Die Entscheidungsträger an anderen Orten des Landes beraten noch über das weitere Vorgehen. So ist derzeit die Lage in den großen Städten:

Mainz

Der Mainzer Weihnachtsmarkt ist vollständig abgesagt worden. Angesichts der Pandemie-Entwicklung und der Absagen in vielen anderen Kommunen sei eine Eröffnung nicht mit ruhigem Gewissen zu verantworten, erklärte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Eine Absage sei unumgänglich. Ursprünglich war der Markt für die Zeit vom 26. November bis zum 23. Dezember geplant gewesen. Die Landeshauptstadt wollte aufgrund der Corona-Krise das komplette Zentrum für das Marktgeschehen öffnen, um so die Besucherströme zu entzerren.

Ludwigshafen

Der Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr deutlich verkleinert werden und "Winterzauber" heißen. Das Konzept sieht vor, dass vom 6. November bis 23. Dezember auf dem Berliner Platz 15 Schaustellerfamilien ihre Buden aufstellen - natürlich unter Berücksichtigung aller Hygiene-Richtlinien und Vorgaben der Stadt. Allerdings werden auch hier die Lage und die Regelungen beobachtet und es kann noch zu Änderungen in der Planung kommen.

Koblenz

Der Weihnachtsmarkt in Koblenz fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Grund sind nach Angaben der Stadt die größeren Beschränkungen im öffentlichen Leben im November, die am Mittwoch von Bund und Ländern vereinbart wurden. Eine weihnachtliche Festbeleuchtung in der Innenstadt soll es aber geben.

Trier

In Trier wurde der Weihnachtsmarkt ebenfalls abgesagt. Die Arbeitsgemeinschaft Trierer Weihnachtsmarkt bedauere die Entscheidung, habe aber großes Verständnis, heißt es von der Stadt Trier. Ordnungsdezernent Thomas Schmitt (CDU) sagte: "Wir haben mit guten Hygienekonzepten alles getan, um Weihnachtsmärkte unter Pandemiebedingungen möglich zu machen." Angesichts der derzeit hohen Fallzahlen stehe man aber voll hinter den Bund-Länder-Beschlüssen zur Kontaktreduzierung. Geplant war ursprünglich ein strenges Hygienekonzept , das maximal 1.100 Besucher gleichzeitig zulassen sollte. In den speziellen "Gastronomiebereichen" sollte es Einlasskontrollen geben, bei denen auch die Kontaktdaten abgefragt werden sollten.

Kaiserslautern

In diesem Jahr wird es in Kaiserslautern wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie keinen Weihnachtsmarkt geben. Nach Angaben der Stadt wird auch der ursprünglich für den 29. November geplante verkaufsoffene Sonntag abgesagt. Neben Kaiserslautern haben auch zahlreiche andere Städte in der Westpfalz wie Rodalben, Zweibrücken oder Kusel ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt. Einige Kommunen in der Region haben noch nicht endgültig über eine Absage entschieden.

Kleine "Weihnachtsdörfer" angedacht

Im September hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) Weihnachtsmärkte unter bestimmten Voraussetzungen noch als möglich bezeichnet. Kleine "Weihnachtsdörfer" mit Kontakterfassung und Personenbegrenzung seien eine Alternative. Doch auch bei diesen ist aufgrund der stark steigenden Zahlen eine Umsetzung fraglich. Eine andere Lösung sei, die Stände und Angebote über die jeweilige Innenstadt zu verteilen und so die ganze Stadt zur "Weihnachtsstadt" zu machen.

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