Der Dom und die festliche Beleuchtung auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt spiegeln sich in einer glänzenden Oberfläche. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Einige Märkte abgesagt oder abgebrochen

Corona-Regeln auf den Weihnachtsmärkten in Rheinland-Pfalz

STAND

Die Landesregierung hatte für die Weihnachtsmärkte in Rheinland-Pfalz ursprünglich weitgehende Lockerungen zugelassen. Doch dann kam die vierte Corona-Welle und alles sah anders aus.

Noch Anfang November standen die Zeichen auf Lockerung: Das Land lockerte in seiner 27. Corona-Bekämpfungsverordnung vom 8. November die Regeln. Weihnachtsmärkten ohne Masken und Abstand hätte damit nichts im Wege gestanden. Aber dann explodierten die Infektionszahlen. Bund und Länder fassten neue Corona-Beschlüsse, die auch die Weihnachtsmärkte betreffen. Die Veranstalter mussten umdenken, mehrere Städte sagten die Märkte ab oder schlossen vorzeitig.

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Mit der Corona-Bekämpfungsverordnung, die seit dem 4. Dezember in Kraft ist, gilt bei Veranstaltungen im Freien die 2G-Regel (nur Genesene und Geimpfte haben Zutritt). Darüber hinaus gilt die Maskenpflicht, sollten Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Diese Regeln greifen auch bei Weihnachtsmärkten. Ein explizites Weihnachtsmarktverbot wurde hingegen in Rheinland-Pfalz nicht verhängt.

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Viele Kommunen hatten sich bereits im Vorfeld eigene, strengere Konzepte überlegt, oft mit Zugangsbeschränkungen über die 2G-Regel. Andere konnten den geänderten Anforderungen nicht gerecht werden und schlossen ihre Märkte.

So sieht es in den einzelnen Städten aus:

Alzey
Andernach
Bernkastel-Kues
Bitburg
Frankenthal
Ingelheim
Kaiserslautern
Koblenz
Landau
Ludwigshafen
Mainz
Mayen
Neustadt an der Weinstraße
Neuwied
Pirmasens
Speyer
Traben-Trarbach
Trier
Worms
Zweibrücken

Mainz mit mehreren Arealen - als 2G-Veranstaltung

Zunächst war eine mögliche Schließung im Gespräch gewesen, doch letztendlich blieb der Mainzer Weihnachtsmarkt bis zum 23. Dezember geöffnet. Auf dem Markt in der Mainzer Innenstadt galt eine 2G-Zugangsregelung. Besucher mussten sich unter Vorlage eines Nachweises ein Bändchen für das Handgelenk holen. Sicherheitsleute kontrollierten. Wer ohne Bändchen auf dem Weihnachtsmarkt angetroffen wurde, musste 150 Euro Bußgeld zahlen.

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In diesem Jahr war der Weihnachtsmarkt in Mainz eher eine Weihnachtsstadt. Um den Markt zu entzerren, seien die Buden auf die ganze Stadt verteilt worden, erklärte Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU). Sie standen unter anderem auf der Ludwigsstraße, Stadthausstraße, an der Seppel-Glückert-Passage, Emmeransstraße und Adolf-Kolping-Straße. Kernbereiche des Weihnachtsmarktes waren der Domplatz, das Höfchen und der Liebfrauenplatz.

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Bereits am 12. November begann in Alzey der Weihnachtsmarkt auf Ross- und Fischmarkt. Er dauert noch bis zum 30. Dezember. Auf der Website der Stadt heißt es, der Markt finde unter den jeweils gültigen Vorgaben der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes statt. Derzeit gilt im Außenbereich die 2G-Regelung. Im Innenbereich der Almhütte gilt die 2G-Plus-Regelung. Wer den Weihnachtsmarkt besucht, kann ein Armband erhalten, das den entsprechenden Nachweis zeigt. Es wird empfohlen, auf dem gesamten Gelände Abstand zu halten und in Nähe der Verkaufsstände eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Ingelheim

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Auch in Ingelheim wurden die Corona-Maßnahmen verschärft. Dort fand der Weihnachtsmarkt an der Burgkirche unter 2G-Plus-Bedingungen am 2., 3. und 4. Adventswochenende statt. Zu den Ständen durften also nur Geimpfte und Genesene, die einen aktuellen negativen Schnell- oder PCR-Test vorweisen konnten.

In Worms lief der Weihnachtsmarkt bis zum 23. Dezember. Auch hier galt die 2G-Regel, außerdem mussten Besucher im Bereich der Innenstadt Masken tragen.

Trier

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Trierer Weihnachtsmarkt nur für Geimpfte und Genesene

In Trier ging der Weihnachtsmarkt wegen steigender Corona-Zahlen unter Einhaltung der 2G-Regel über die Bühne. Es gab eine Absperrung und Einlasskontrollen. Die Zahl der Verkaufsstände sei im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten auf gleicher Fläche von 90 auf 60 reduziert worden, so die Stadt. Zudem gab es kein Bühnenprogramm und keinen Stand mit Innengastronomie. Das weihnachtliche Ambiente wurde bis zum 22. Dezember geboten.

Trier

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Auch in Bernkastel-Kues gab es 2021 einen Weihnachtsmarkt. Er fand laut Veranstalter ohne Zugangskontrollen bis 19. Dezember statt. Das gastronomische Angebot war nur geimpften und genesenen Personen zugänglich. An den Buden waren laut Veranstalter Bändchen erhältlich, die den Nachweis bei Kontrollen erleichterten.

Traben-Trarbach: Kein "Mosel-Wein-Nachts-Markt"

Im Moselstädtchen Traben-Trarbach dagegen machte der Weihnachtsmarkt auch diesen Winter nochmal Pause. Denn der "Mosel-Wein-Nachts-Markt" findet, im Gegensatz zu anderen Weihnachtsmärkten, unterirdisch in alten Weinkeller-Gewölben und somit in geschlossenen Bereichen und auf engstem Raum statt. "Dies ist dem Veranstalter, der Stadt und den Betreibern einfach zu riskant", teilte die Stadt mit. Stattdessen gibt es einen "Winter-Wein-Zauber". Zwei Plätze sollen in Winter-Glühweindörfer verwandelt werden, vom 26.11. bis 2.1. immer an den Wochenenden und an gesonderten Öffnungstagen.

Rheinland-Pfalz

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Abstand statt Zugangsbeschränkung in Bitburg

In Bitburg wurde auf Abstand gesetzt. Unter dem Motto "Weihnachtsstadt Bitburg" waren Stände über die komplette Fußgängerzone verteilt. Geöffnet war der Markt vom 27. November bis zum 19. Dezember.

Märkte in Ludwigshafen, Speyer und Kaiserslautern

In Ludwigshafen begann der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr sehr früh: Nachdem der Markt im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen war, öffneten die Hütten nun vom 10. November bis zum 23. Dezember, wie die Ludwigshafener Kongress- und Marketing-Gesellschaft mitteilte. Seit dem 23. November hatten nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu umzäunten Flächen.

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Die Stadt Speyer hat ihren Weihnachtsmarkt am 18. Dezember vorzeitig beendet. Ursprünglich sollte der Weihnachtsmarkt bis 6. Januar gehen. Gestartet war er mit einer 3G-Regel an gastronomischen Buden und wo Menschen verweilen. Angesichts steigender Corona-Zahlen wurde jedoch die 2G-Regel eingeführt.

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Sprechstunde SWR4 Rheinland-Pfalz

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Auch in Kaiserslautern war der Weihnachtsmarkt nur bis einschließlich Samstag, 4. Dezember, geöffnet. "Mit großen Bedenken beobachtet die Stadtverwaltung das steigende Infektionsgeschehen in Kaiserslautern. Damit die Lage nicht außer Kontrolle gerät, wurde eine Notbremse für den Weihnachtsmarkt beschlossen", hieß es von der Stadt.

Der Kulturmarkt in der Fruchthalle blieb hingegen bis zum 19. Dezember - mit neuen Regeln: Im gesamten Gebäude galt 2G und eine Maskenpflicht. Außerdem gab es kein Essen und keine Getränke in der Fruchthalle. Die Eislaufbahn darf weiter geöffnet bleiben.

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In Pirmasens galt seit dem 3.12. entsprechend der neuen Landesverordnung ebenfalls die 2G-Regel. Zuvor hatte es auf dem Weihnachtsmarkt eine 3G-Regelung gegeben. Am Eingang wurde überprüft, ob die Besucher gegen Corona geimpft oder genesen sind. Dort wurden auch die Kontaktdaten der Besucher erfasst. Geöffnet hatte der Markt bis zum 22. Dezember.

In Zweibrücken hingegen ist der Weihnachtsmarkt komplett abgesagt worden. "Ich bedauere diese Entscheidung sehr", sagte Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD). Er kritisierte die Landesregierung, weil sie lange Zeit keine einheitlichen Regeln geschaffen habe. Wosnitza stellte klar: Eine 2G-Regelung sei für die Stadt und die Veranstalter nicht realisierbar.

In Neustadt an der Weinstraße ist der "Weihnachtsmarkt der Kunigunde" am 30. November abends abgebrochen worden. Eigentlich sollte bis zum 22. Dezember der festlich geschmückte Marktplatz Besucherinnen und Besuchern Feststimmung bescheren, unter Einhaltung der 3G-Regeln. Angesichts der Corona-Lage entschied die Stadt aber, den Markt zu beenden, obwohl sie die Veranstaltung nicht für einen Pandemietreiber hält.

In Frankenthal ist der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz zuhause - unter 2G-Regelung. Zugang haben nur geimpfte oder genesene Personen, Nachweise müssen mitgeführt werden. Kinder bis einschließlich zwölf Jahren und drei Monaten sind davon ausgenommen, Jugendliche bis 17 Jahre müssen sich testen lassen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Die Besucher werden in diesem Jahr allerdings auf das Bühnenprogramm und die Adventskonzerte in den Kirchen verzichten müssen. Die Stadtverwaltung teilte zudem mit, dass eine Maskenpflicht auf dem Markt gilt - die Masken dürften nur zum Essen oder Trinken abgenommen werden. Der Weihnachtsmarkt geht noch bis zum 29. Dezember.

Weihnachtsmarkt in Koblenz: Glühwein und Bratwurst nur mit 2G

Im Norden von Rheinland-Pfalz gibt es unter anderen in Koblenz, Mayen und Andernach Weihnachtsmärkte. In Koblenz findet der Weihnachtsmarkt in der Altstadt voraussichtlich noch bis zum 9. Januar statt. Laut Stadtverwaltung wurde der "Budenzauber" sowohl zeitlich als auch räumlich entzerrt. Nach Angaben von Oberbürgermeister David Langner (SPD) muss, wer auf dem Weihnachtsmarkt essen oder trinken möchte, geimpft oder genesen sein. Um also einen Glühwein oder eine Bratwurst zu bekommen, müsse an den Ständen der Impfausweis und der Personalausweis vorgezeigt werden. Dann erhalte man ein Bändchen und könne an diesem Tag oder mehrere Tage hintereinander dort konsumieren, sagte Langner. Es werde auch Kontrollen des Ordnungsamtes geben. Ansonsten seien keine Einschränkungen vorgesehen. Wo Menschen keine 1,5 Meter Abstand zueinander halten können, gilt die Maskenpflicht.

Begleitende Veranstaltungen finden oder fanden allerdings nicht statt. So wurden der "Klingende Adventskalender", musikalische Auftritte, die Krippenführung und auch die Silvesterparty im Vorfeld abgesagt.

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In  Neuwied wurde der Knuspermarkt abgebrochen. Die strengeren Auflagen wie die 2G-Regelung und die Maskenpflicht seien nicht umsetzbar, teilte die Stadt mit. Der Markt endete am Freitagabend, 3. Dezember. "Wir sind uns bewusst, dass die Schließung des Knuspermarktes für die Standbetreiberinnen und Standbetreiber, aber auch für den Einzelhandel unserer Stadt einen weiteren finanziellen Einschnitt bedeutet." Er habe daher die Bitte, den Handel vor Ort zu unterstützen, teilte Oberbürgermeister Jan Einig (CDU) mit.

In der Stadt Mayen hat der alternative Weihnachtsmarkt, der "Mayener Weihnachtszauber", an den vier Adventswochenenden stattgefunden.

Seit dem 19. November lief der Weihnachtsmarkt in Andernach. Geplant war der Markt samt lebendiger Krippe in der Innenstadt bis zum 19. Dezember. Die Stadt Cochem hatte ihren Weihnachtsmarkt abgesagt. Es sei zu kompliziert, auf 2G umzustellen, hieß es von der Stadtverwaltung.

Weitere Weihnachts-und Adventsmärkte in Rheinland-Pfalz waren coronabedingt abgesagt worden, darunter in Saarburg, Freinsheim, Haßloch, Grünstadt und Jockgrim.

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