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Die Grundschulen im Land haben wieder geöffnet. In drei Kreisen und einer Stadt gibt es jedoch Ausnahmen beim Start des Wechselunterrichts. Lehrer, Eltern und die Bildungsministerin freuen sich über den Neubeginn.

Nach fast zehn Wochen konnten die meisten der 148.000 Schülerinnen und Schüler der Grundschulen wieder persönlich zum Unterricht kommen. Mit Ausnahmen: Wegen hoher Corona-Inzidenzen öffnen die Grundschulen in den Kreisen Germersheim und Birkenfeld vorerst nicht. Auch in der Stadt Bad Ems bleiben zunächst zwei Grundschulen weiter geschlossen. Und der Kreis Cochem-Zell hat wegen hoher Infektionszahlen die Präsenzpflicht ausgesetzt.

Schulleiterin Andrea Koch von der Pirmasenser Horeb-Grundschule strahlte am Morgen über das ganze Gesicht. "Ich bin sehr, sehr froh und dankbar, dass wir heute wieder gestartet sind. Wir sind alle frohen Mutes!" Endlich könnten die Lehrer die Kinder wieder in der Schule unterrichten - wenn auch nur zwei Stunden jeden Tag. Denn an der Pirmasenser Grundschule gibt es ein Schichtsystem: Jede Klasse ist in zwei Gruppen geteilt. Diese Gruppen werden nacheinander unterrichtet, so dass die Kinder der verschiedenen Gruppen sich nicht begegnen.

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Schulen organisieren den Wechselunterricht

An vielen Schulen werden die Klassen geteilt. Die eine Hälfte der Kinder wird vor Ort unterrichtet, die andere Hälfte bleibt zu Hause im Fernunterricht. Wo die Räumlichkeiten viel Platz lassen und den Mindestabstand von 1,50 Metern ermöglichen, können alle Kinder der ersten vier Klassen wieder in die Schule. Das ist etwa an der Grundschule Essingen im Kreis Südliche Weinstraße möglich. "Wir haben kleine Klassen mit 15 Kindern und ein neues Schulgebäude mit größeren Klassenzimmern", erklärte Schulleiterin Jutta Bretz. "Das ist natürlich traumhaft."

Anders sind die Verhältnisse an der Goethe-Grundschule in der Mainzer Neustadt, wo 285 Kinder unterrichtet werden. Zum Start am Montag werden die Klassen mit jeweils 20 bis 24 Kindern geteilt. "Wir haben uns darauf vorbereitet, sind erprobt und haben alle Pläne fertig", sagte Konrektorin Stephanie Pfeiffer. In allen Klassen seien Lüftungsanlagen installiert und die Kinder seien geübt in allen Hygienemaßnahmen wie der Wegeführung in der Schule. "Die Kinder freuen sich auf den Unterricht in der Schule", so Pfeiffer, "und wir sind froh, dass sie kommen."

Pirmasens

Nach wochenlangem Fernunterricht So soll der Wechselunterricht an einer Grundschule aussehen – Beispiel aus Pirmasens

Zurück zum Alltag – aber nicht so richtig. So wird es den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften ab heute ergehen. In Rheinland-Pfalz startet der Wechselunterricht. Die Grundschule auf dem Horeb in Pirmasens ist vorbereitet.  mehr...

Am Nachmittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Ausnahmen in Landkreisen Birkenfeld, Germersheim und Cochem-Zell sowie in Bad Ems

  • Im Landkreis Germersheim bleiben die Grundschulen und die Klassen eins bis vier der Förderschulen bis mindestens 26. Februar geschlossen. Das teilte der Kreis am Sonntag nach einer Eil-Entscheidung mit. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage, sei am Sonntag auf 124,8 gestiegen. Am Samstag habe sie noch bei 102 gelegen. Vermehrt sei im Kreis Germersheim die britische Variante ausgemacht worden, weshalb das Infektionsrisiko an Schulen und Kitas nochmals steige. Geschlossen blieben auch die Kitas, die ebenso wie die Grundschulen nur eine Notbetreuung anbieten würden. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Gesundheitsamt, dem Bildungsministerium und der Schulaufsicht getroffen worden, teilte der Kreis mit.
  • In Bad Ems bleiben zunächst zwei Grundschulen weiter geschlossen. So sind die Freiherr vom Stein Grundschule und die Ernst-Born-Schule bis mindestens zum 8. März dicht. Hintergrund ist, dass sich im Umfeld von zwei Kitas in Bad Ems inzwischen mehr als 40 Personen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die meisten davon mit einer Mutation, die als besonders ansteckend gilt.

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Bildungsministerium froh über Start des Wechselunterrichts

Für die Kinder sei jeder Tag in der Schule ein Gewinn, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). "Studien zeigen, dass viele Kinder und Jugendliche unter den Schulschließungen leiden." Deswegen sei es wichtig, Kindern wie Eltern eine Perspektive zu bieten.

Nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen zur Corona-Pandemie richtete Hubig ein Schreiben an die Eltern schulpflichtiger Kinder in Rheinland-Pfalz. Sie hatte zuvor über die Beschlüsse mit Vertretern der Lehrkräfte, Schulleitungen, dem Landeselternbeirat und der Landesschülervertretung beraten. Dabei wurde das weitere Vorgehen festgelegt.

Weitere Schritte noch nicht festgelegt

Wie es künftig weitergeht, ist noch nicht genau festgelegt. "Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass - immer vorausgesetzt, die Infektionslage lässt es zu - auch die Schülerinnen und Schüler in den anderen Schularten so schnell wie möglich wieder zurück in die Schule kommen können", sagte Hubig. Die Landesregierung hat sich dafür ausgesprochen, auch in der Orientierungsstufe der weiterführenden Schulen, also in den 5. und 6. Klassen, im März in den Wechselunterricht überzugehen.

Am 16. Dezember war die Präsenzpflicht an Schulen wegen der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen aufgehoben worden. Am 4. Januar begannen alle Schulen in Rheinland-Pfalz mit dem Fernunterricht.

Baldauf kritisiert Schulöffnungen in Rheinland-Pfalz

Der Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl, Christian Baldauf, hat im SWR die Öffnung der Schulen bei steigenden Inzidenzwerten kritisiert. Seiner Meinung nach werde nur geöffnet, um ein "Bildungschaos im Digitalbereich zu umgehen".

So lange die Inzidenzen nicht fielen, sehe er keinen Spielraum für weitere Schulöffnungen. Baldauf warb außerdem dafür, deutlich mehr zu testen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Hier müsse das Land mehr Personal stellen.

Wechselunterricht war eigentlich schon ab 1. Februar geplant

Eigentlich war der Start des Wechselunterrichts an den Grundschulen schon zum 1. Februar geplant, wurde dann aber wegen der neu auftretenden Infektionen mit mutierten Coronaviren kurzfristig gestoppt.

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Nach vielen Wochen Homeschooling Grundschule Pirmasens: Mit Vollgas in den Wechselunterricht

Endlich wieder Schule! Für die meisten Grundschullehrer und -kinder im Land ist heute wieder der Präsenzunterricht losgegangen. In Pirmasens ist der Wiedereinstieg geglückt.  mehr...

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Inzidenzwert zu hoch Keine Präsenzpflicht für Grundschüler im Kreis Cochem-Zell

Den Eltern von Grundschülern im Kreis Cochem-Zell ist es freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht. Hintergrund der Entscheidung ist der hohe Indzidenzwert im Kreis.  mehr...

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Der bundesweite Lockdown zur Corona-Bekämpfung geht bis in den März hinein, erste Lockerungen gibt es aber, sie betreffen unter anderem die Schulen. Darüber entscheiden die Länder - in Rheinland-Pfalz geht es nach Fastnacht wieder in Präsenz los.  mehr...

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Die Sieben-Tage-Inzidenz geht in Rheinland-Pfalz deutlich zurück, doch das Coronavirus ist weiter das bestimmende Thema im Land. Die aktuelle Entwicklung hier im Blog.  mehr...

Corona und die Lehrer-Kind Beziehung Psychologe: "Das ist für alle eine schwere Zeit."

Home-Schooling, Distanz-Lernen oder Fern-Unterricht: In Zeiten der Corona-Pandemie sind Lehrer für die Schüler meist sehr weit weg. Diese Tatsache wirkt sich natürlich auch auf das Schüler-Lehrer-Verhältnis aus. Wir haben darüber mit dem Psychologen Markus Herbert von der Erziehungs- und Lebensberatung Bad Kreuznach gesprochen.  mehr...

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

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